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AP Dieter Bohlen

 

Promi-Verhaftungen: Im  Namen  des  Volkes

Steht ein Promi vor Gericht, wird garantiert etwas geboten. Einige wandern in den Knast, andere müssen viel Geld zahlen - und die übrigen bieten einfach nur eine gute Show.

Von Andreas Buchmann

"Nää", grölt es durch den Saal des Lübecker Landgerichts. Dieter Bohlen hat gesprochen. Deutschlands Ober-Juror sitzt hinter einem Tisch und wird als Zeuge vernommen. 2003 war in seine Villa bei Hamburg eingebrochen worden. Jetzt steht der mutmaßliche Täter vor Gericht. Ob der Mann wirklich schuldig ist oder nicht, spielt im Laufe der Verhandlung immer weniger eine Rolle. Stattdessen zieht Dieter Bohlen seine Show ab und lässt den mutmaßlichen Täter zur Randfigur mutieren.

Gleich zu Beginn der Verhandlung wird der "Brother Louie"-Erfinder von der Richterin unter Androhung von Strafe darauf hingewiesen, dass er die Wahrheit sagen müsse. Bohlen quittiert die Belehrung mit einem: "Ich sag´ immer die Wahrheit" und sorgt damit für Gelächter im Publikum. Als es um die entwendeten Gegenstände geht, gibt der ehemalige Ballonseidenträger an, dass er die "bestimmt 20 oder 30" gestohlenen wertvollen Gemälde am meisten vermisse. Schließlich könne er in einem Haus voller Antiquitäten ja "kein Ikea-Bild an die Wand hängen". Nach der Verhandlung macht sich Bohlen dann im Blitzlichtgewitter davon.

Knast statt Straße fegen

Nicht alle Promis haben es vor Gericht so leicht wie der blonde Karrieremacher. Der britische Sänger Boy George muss jetzt für 15 Monate ins Gefängnis. Das Gericht wies ihm nach, dass er einen Callboy bei einem Nackt-Shooting gegen dessen Willen an ein Bett gekettet und geschlagen hat. Vor zwei Jahren stand der Sänger der Gruppe "Culture Club" schon einmal vor Gericht. Damals kam er jedoch mit einer Woche Straßenfegen davon.

Rapper Bushido steht gerade aus beruflichen Gründen vor Gericht. Die Band Dark Sanctuary wirft dem 30-Jährigen vor, bei 16 Songs ihre Urheberrechte verletzt zu haben. Immerhin muss Bushido nicht persönlich im Gerichtssaal erscheinen.

Prozess-Profi

Ein alter Hase in Bezug auf Gerichtsverfahren ist Schauspieler Martin Semmelrogge. Er musste sich schon wegen Drogenbesitz, Trunkenheit, Diebstahl und einiger anderer Delikte verantworten - Freiheitsstrafe inklusive.

Knapp ums Gefängnis herum kam Tatjana Gsell. Sie wurde zu 16 Monaten auf Bewährung und 30 000 Euro Geldstrafe verurteilt, weil sie ihren Oberklasse-Wagen fälschlicherweise als gestohlen meldete.

Was diese und andere Promis bei Gericht erlebten, sehen Sie in unserer Bildergalerie.


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Leser-Kommentare (2)
dixieklo (04.04.08 - 11:19)
menschen halt

was will man erwarten-sind auch nur menschen

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