Charlotte Roche: Geheimnisvoller Bums-Talk
Die Protagonisten, die in den Videos die intimsten Dinge von sich preisgegeben haben, schweigen heute dazu. Ob ihnen die Äußerungen mittlerweile peinlich sind?
Nachforschungen bei Pro Sieben und RTL ergeben: Ja, man könne sich dunkel daran erinnern, das Format einmal gesehen zu haben. Warum es nie gesendet wurde? Man wisse es nicht mehr, keine Ahnung, sorry. Beim TV-Konzern Viacom sieht es besser aus. Dort wollte man das Format haben - sei dann aber an den Forderungen von Charlotte Roche gescheitert.
Roche, die für ihre Fans und Zuschauer Kult ist, ist für Fernsehchefs ein Albtraum. Dem Magazin "Polylux" verriet das Enfant terrible des deutschen Musikfernsehens, dass sie nur bei einem Sender arbeiten möchte, bei dem sie machen kann, was sie will. "Weil sonst will ich nicht." In diesem Fall wollte sie wahrscheinlich nicht. Denn "Wahrheit oder Pflicht" ist wie "Zimmer frei". Nur intimer und mit dem großen Unterschied, dass es keine Christine Westermann gibt, die charmant bremst. Dass ein Sender ein Quintett Besoffener, womöglich live, einfach von der Leine lässt? Undenkbar.
Von wuchernden Intimfrisuren und Triangel-Looks
Schließlich werden bei Charlottes Flaschendrehen auf Teufel komm raus Sexgeschichten ausgepackt. Schlauberger Willemsen sagt: "Was ist gewagt? Gewagt sind immer nur Sexfragen." Kim Fisher erzählt kichernd von ihrer nicht wuchernden Intimfrisur (an den Seiten rasiert, ansonsten eine gepflegte Triangel). Charlotte sagt "Klitoris" - denn das ist ihr aufregendstes Körperteil. Roger Willemsen sagt "du Sau". Fisher muss lange überlegen, bis ihr die ausgefallensten Orte einfallen, an denen sie Sex hatte. Und die sind so offensichtlich, dass sie ausgedacht klingen (im Auto, im Flugzeug, im Zug, in der Wohnung).
Der vorläufige Höhepunkt des Abends ist erreicht, als Roger und Ferris das tun, was beste Freundinnen in der ersten Klasse auf dem Klo gern machen: Sie tauschen Klamotten. Daraufhin sieht Roger verkleidet aus (Hip-Hop-Jacke, Mütze) und Ferris wie ein perfekter Schwiegersohn.
Die Protagonisten, die am meisten von sich preisgegeben haben, schweigen heute zu diesem Abend. Roches ruppiger Manager bürstet alle Fragen zu den Filmen ab. Dass es sich um eine virale Marketingkampagne handelt, ist also auszuschließen. Fisher lässt über ihr Management verlauten, dass es ihr zwar nicht peinlich sei, dass sie über Intimrasur und über Sex mit ihrem Fahrlehrer gesprochen habe, dass sie aber trotzdem nichts dazu zu sagen habe.
Willemsen indessen will nicht einmal sagen, dass er sich nicht äußern will. Einzig Ferris sagt: "Ich weiß nur noch, dass wir vor jedem Flaschendrehen Gesaufe ohne Ende starten mussten", und dass er die Aktion "überhaupt nicht mehr aufm Bildschirm" habe. Weiter sagt er: "Im Prinzip zeigt es, dass wir auch bloß Menschen sind! Oder was?"
INHALT
- Hier können Sie einen passenden und weiterführenden Link zum Thema vorschlagen.





...mehr




