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Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag Glamourgirl

 

Sara Schätzl: Warnung  vor  dem  Roten  Teppich

Sara Schätzl wollte berühmt werden. Als sie es war, ging sie daran kaputt. Jetzt hat sie darüber ein Buch geschrieben, mit Tipps und Anekdoten rund ums Showgeschäft.

Von Martin Schneider

Wer das Cover des Buches sieht, hat Vorurteile. Wer ihren Namen googelt, bekommt sie bestätigt. Und wer die dazugehörigen Texte im Internet auch noch liest, ist von seiner schlechten Meinung kaum noch abzubringen. Das Buch heißt "Glamour Girl", der Name dazu ist Sara Schätzl. Und das Bild ist das eines so genannten IT-Girls, einer Person, die ohne erkennbare Leistung bekannt ist. Wer möchte, kann es bei dieser Sichtweise belassen. Das wäre nicht weiter schlimm, denn er wäre in bester Gesellschaft von Millionen Exklusiv-Explosiv-Zuschauern. Wer das nicht möchte, der liest das Buch.

Glamour Girl. 33 Geschichten von einer, die auszog, um berühmt zu werden

Sara Schätzl

Erscheinungsjahr: 2011

Beschreibung: 280 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag und mit einem Bildteil
Preis: 14,95 Euro

Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag,

ISBN: 978-3-86265-064-4


Mit fingierter Affäre auf die Titelseite

Das Werk handelt von der Autorin selbst und ist eine Mischung aus Autobiografie und Ratgeber. Ein Ratgeber für Mädchen, die auch auf die Titelseiten wollen. Das klingt abstrus und fern ab von der Realität, aber wer auf einem beliebigen Schulhof die Frage nach der späteren Berufswahl stellen würde, wird die Antwort "Star" wohl öfter zu hören bekommen als "Anwalt". Schätzl war früher genau eines dieser Mädchen, die nichts anderes im Kopf hatten als berühmt, bekannt und bewundert zu werden. Durch was? Völlig egal. Wie? Auch egal. Und Schätzl entwickelte, nunja, etwas mehr Ehrgeiz als andere. Sie brach die Schule ohne Abitur ab und zog nach München. Ihre Bekannten, Freunde und Eltern erklärten sie für verrückt. So beginnt ihre Cinderella-Story.

Sie beißt sich durch Schauspiel-Castings durch und schafft es durch eine fingierte Affäre mit dem Schauspieler Bernd Herzsprung plötzlich auf die Titelseite der "Bild"-Zeitung. Sie bekommt Einladungen zu wichtigen Events und schafft es auf den roten Teppich, auf den sie immer wollte. Allerdings nicht als Schauspielerin, wie sie es einst geplant hatte, sondern als Person, die dort ist, weil sie bekannt ist. Nicht, weil sie eine bewundernswerte Fähigkeit hat. Das nagt an ihr.

Unglücklich mit der selbstgeschaffenen Skandalnudel

Schätzl schreibt von schlaflosen Nächten, von Gewissensbissen, von Dingen, die man im Aufmerksamkeitsgeschäft tun muss, die sie aber nicht verantworten wollte. Die Inhaltsleere ihrer Aufgabe macht sie fertig. Sie hatte eine Kunstfigur geschaffen, die die Leute verachten. Eine Skandalnudel, deren Zweck es ist, dass man öffentlich über ihre Auftritte, Abendkleider und Affären diskutiert. Es war genau das, was sie immer wollte und jetzt, da sie es geschafft hat, war es die Hölle. Sie zieht sich fast eineinhalb Jahre aus dem Geschäft zurück und begibt sich in Behandlung.

Sie beginnt zu schreiben, zuerst auf ihrer Internetseite, dann als Kolumnistin in der "Bild"-Zeitung und schließlich dieses Buch. Und es scheint, als hätte sie nun tatsächlich etwas gefunden, was sie kann und liebt. Denn ihr Schreibstil hat etwas, das unglaublich schwer zu erreichen ist: Er wirkt authentisch. Der Leser glaubt ihr die Geschichten, die sie schreibt. Daneben gibt es noch zahlreiche Tipps für Mädchen, die selbst gern mal diesen "Berufsweg" einschlagen wollen. Quasi ein Wegweiser zum Roten Teppich. Dorthin wird nach der Lektüre des Buches kaum noch jemand wollen.

Das Anti-Glamourgirl

Amüsant zu lesen ist es trotzdem, wenn Schätzl berichtet, wie man denn mit Paparazzi vor der Tür umgehen soll. (Wer kennt das Problem nicht?) Sie feiert sich dabei nicht pausenlos selbst (obwohl das auch schon mal vorkommt) sondern berichtet durchaus reflektiert über ihre Taten und Untaten. Sie schafft es, sich selbst als Hauptfigur darzustellen, mit der sich der Leser identifizieren kann. Im Prinzip genau das Gegenteil ihrer früheren Rolle. Sie wird zum Anti-Glamourgirl. Man glaubt nach der Lektüre tatsächlich, Sara Schätzl zu kennen.

Ist das wirklich so? Wie ist Sara Schätzl? Max Online hat die Gelegenheit genutzt und sich mit ihr zu einem Interview getroffen, das Sie auf der nächsten Seite lesen können.


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