SUCHE BEI MAX

HomeCityguidePopkulturLifestyleShop
Disney Rick Kavanian

 

Rick Kavanian: Stimmfarben

Geschichten brauchen gute Erzähler und Stimmen, die zu den Figuren passen. Wir fragen Rick Kavanian zum Filmstart von "Cars 2", wie sich ein Synchronsprecher auch an eine kleine Rolle ranarbeitet und was man im deutschen Showbusiness sprachlich drauf haben sollte.

Von Martin Haldenmair

MAX Online: War es spaßig, Luigi zu sprechen?

Rick Kavanian: Ja. Schon im ersten Teil. Es macht mir zum einen wahnsinnig Spaß, Filme zu synchronisieren, dann macht Disney tolle Filme. Und dann bin ich wahnsinniger Tony Shalhoub-Fan und den eindeutschen zu dürfen ... also mir macht das Riesenspaß!

Wie gehen Sie an den Originaltext von Tony Shalhoub ran?

Ich möchte so nahe wie möglich an ihn ran kommen. Ich gucke zuerst den Film im Ganzen, was bei Disney eine Herausforderung sein kann, weil der Film, den man zu dem Zeitpunkt bekommt noch nicht fertig ist. Da ist noch nicht alles zu Ende gemalt oder manche Sequenzen sind nicht coloriert, ein bisschen Kraut und Rüben. Und natürlich gibt es Sicherheitsgründe, dass man nicht zu viel herausgeben möchte. Dann schaue ich mir die Szenen mehrmals an und versuche eine Sprache zu finden, bei der ich sage "okay, die kommt so ans Original in etwa hin." Die schwierigste Aufgabe war, über die zwei Teile die gleiche Stimme zu halten, so dass Luigi wiedererkennbar ist. Aber das muss ich zum Glück nicht alleine machen, da gibt es Leute, die mir auf die Finger klopfen und mir sagen (mit griechischem Akzent) "Hey, da klangst Du ein wenig zu griechisch".

Der italienische Akzent ist recht bekannt. Macht es das leichter für einen Sprecher oder neigt man dazu, zu übertreiben?

Beides. Bei mir ist es so: Ich mag Sprachen. Ich habe einen guten Zugang zu Sprachen. Und jeder hat schon mal Zeit mit Leuten verbracht, die so sprechen. Zum Beispiel der Kellner, bei dem man einmal im Monat zu Mittag isst. Meine Eltern sind gebürtige Rumänen. Romanische Sprachen klingen schon ähnlich, und so habe ich einen guten Zugang. Ich hoffe, es ist auch für die Italiener hier einigermaßen authentisch.

Wie eignen Sie sich einen Dialekt an?

Ich habe viel in meinem Leben aufgeschnappt, und versuche es durch Zuhören zu perfektionieren. Ich habe Freunde und Bekannte, die in den Regionen zu Hause sind und die bitte ich dann um eine Audienz. Ich versuche, mich normal mit den Leuten in der Mundart zu unterhalten, damit Routine reinkommt. Ideal ist es, wenn man als Schauspieler nicht mehr drüber nachdenkt. Jeder kommt irgendwoher und jeder hat eine Sprachfärbung; das wegzulassen wäre schade. Ich finde es schön, wenn solche Sachen nicht unbedingt auffallen und man ganz banal sagen kann "Ich haben einen tollen Film gesehen, war zwei Stunden lang weg. Dass die eine Figur einen Sprachfehler hatte, ist mir gar nicht aufgefallen". Wenn Fragen schon beim Anschauen auftauchen, ist vielleicht nicht alles optimal gewesen.

Wie wichtig ist es für einen deutschen Schauspieler, Dialekte und Akzente sprechen zu können?

Es wird, glaube ich, schon geschätzt. Ich glaube aber auch, es ist in einer Entwicklungsphase. In Amerika haben sie sogenannte Dialogue Coaches, die eine regionale Spracheigenheit sehr gut beherrschen und die Schauspieler dazu anleiten und beim Dreh unterstützen. Das finde ich sehr gut.

Welche Rolle spielt diese Fähigkeit für Sie?

Für mich erleichtert es den Zugang zu einer Rolle zu finden. Wenn ich eine Person beachte, dann höre ich sie zunächst einmal. Es sei denn, sie ist eine sehr, sehr schöne Frau, bei der mir die Schönheit auffällt, bevor sie spricht. Aber ich höre gerne Leuten zu, auch wenn ich die Sprache nicht verstehe. Über die Sprache finde ich leichter zur Figur.

Gibt es Akzente, die Sie nicht machen können?

Ja. Es gibt das Rheinische, das ist mir total fremd. Ich kann kein Plattdeutsch. Ich habe keine Ahnung, wie eine pfälzer Sprache klingt. Ich kann das Allgäu überhaupt nicht bedienen. Es gibt viele Regionen, die ich beim Hören wiedererkenne, die ich aber noch nicht gelernt habe. Wobei das nicht heißt, dass ich alles lernen könnte. Es gibt Sachen, die fallen mir leichter, wie das Schwäbische oder Berlinerisch oder Hamburgisch oder natürlich Münchnerisch, weil ich hier zu Hause bin.

Am bekanntesten sind Sie als Comedian. Sie sind auch Schauspieler, Synchronsprecher und auch Kabarettist. Wie setzen Sie die Sprache bei letzterem ein?

Ich habe mich anfangs auf der Bühne - 2005 - sehr, sehr schwer getan. Der Rick, der ganz normal redet, der "wahre Rick", nennen wir ihn mal so, hat sich anfangs auf der Bühne hinter seinen Figuren versteckt. Ich lerne so nach und nach zu mir selbst zu finden. Die Leute sagen natürlich, das ist komisch, da ist einer der (griechischer Akzent) spricht griechisch, dann (italienischer Akzent) spricht er Italienisch - wasistelos! - plötzlich (sächsischer Akzent) hat er ganz einen an der Schraube und fängt an zu sächseln. Ich bin aber so. Ich habe keine Macke, bloß weil ich mich für Sprache und Schauspiel interessiere. Es macht mir Spaß, Leute zu unterhalten. Manchen Leuten gefällt es, manche denken sich (bayerischer Akzent) mei da ist halt einer, der macht halt so was. Andere denken sich vielleicht gar nichts, das ist vielleicht ganz gut. Ich wünsche mir, dass die Leute sich unterhalten fühlen, ohne dass sie wissen warum.

In unserer Bildergalerie sehen Sie mehr von Rick Kavanian.

Mehr zum Film und warum seine Technik Rick Kavanian begeistert, lesen Sie auf der nächsten Seite.


1 | 2

vor
PASSENDES IM NETZ
Leser-Kommentare
BEITRAG SCHREIBEN

Überschrift

Name


Ihr Kommentar 
AGB

Beitrag abschicken

Cars 2 - Trailer

Zum Betrachten der Videos benötigen Sie den Flash Player 8

Cars 2 - Sprecher

Zum Betrachten der Videos benötigen Sie den Flash Player 8
Anzeige