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Daniel Roché Natalia Avelon

 

Natalia Avelon: Die  perfekte  Film-Uschi

Ohne Avelon wäre es nie zur Verfilmung des schnellen und prallen Lebens der 68er-Ikone Uschi Obermaier gekommen. Regisseur Achim Bornhak war nämlich längst verzweifelt. Ein Jahr lang hatte er mit Obermaier die perfekte Film-Uschi gesucht. Es schien sie einfach nicht zu geben

Mehr als 500 Schauspielerinnen tanzten erfolglos an. Bornhak dachte schon daran, das Projekt abzublasen, als diese junge Frau hereinspazierte. Ganz so wie in einem Hollywoodfilm. Sie hatte alles, was alle anderen höchstens teilweise hatten. Sie hatte die perfekte Figur, das richtige Gesicht, den gleichen Gang, die gleiche unkomplizierte Art und vor allem auch diese unglaubliche Lebenslust. Vor ihm stand, urplötzlich, das perfekte Uschi-Obermaier-Double.

Bornhak schickte Natalia Avelon mit dem nächsten verfügbaren Flugzeug nach Los Angeles, also dorthin, wo das Original seit mehr als zwei Jahrzehnten wohnt. Die Ober-Uschi hatte schon etliche Möchtegern-Uschis wieder weggeschickt. "Es ist nun mal schwer für mich, jemanden zu akzeptieren, der mich spielt", stöhnte sie.

Ihr Treffpunkt mit Avelon war ein Wochenmarkt. "Ich habe sie schon von weitem erkannt", erinnert sich die Obermaier. Als Natalia vor ihr stand, sagte die einstige Kommunardin nur: "I can see it, I can see it." Natalia: "Mir fiel ein Stein vom Herzen. Ich war so aufgeregt. Ich dachte immer nur: Mann, wenn die mich nicht akzeptiert, dann viel Spaß."

Wenn jemand eine Chance verdient hat, endlich eine große Rolle zu spielen, dann Natalia Avelon. Ihre Geschichte ist bemerkenswert, denn sie beginnt im Jahr 1980, hinterm Eisernen Vorhang, in Polen, mitten im Kalten Krieg, als Lech Walesas Gewerkschaftsbewegung Solidarnosc mit ihren Streiks die Welt in Atem hielt, Ronald Reagan Nachfolger von Jimmy Carter im Amt des US-Präsidenten wurde und Volker Schlöndorff für seine Günter-Grass-Verfilmung "Die Blechtrommel" einen Oscar erhielt. In diesem turbulenten Jahr kam Natalia Avelon in Breslau zur Welt.

"Ein Jahr vor dem Mauerfall, als ich acht Jahre alt war, zogen meine Eltern mit mir nach Deutschland." Die Familie landete in einem 4000-Seelen-Kaff bei Karlsruhe. Natalie lebte die ersten Jahre im Asylantenheim. "Für mich als Kind war das spannend. Es war wie eine Wohngemeinschaft." Das Mädchen lernte sehr schnell die neue Sprache - allerdings mit einem badischen Dialekt, den sie sich später mithilfe einer Sprachlehrerin wieder mühsam abgewöhnen musste.

In diesen Jahren entwickelte sie auch ihre Leidenschaft für den Film. "Ich habe mit Horrorfilmen gedealt. Die habe ich aufgenommen und für fünf Mark an meine Mitschüler verkauft." Als Teenie schickte sie ihre Bilder an Casting-Agenturen und Jugendmagazine. Sie bekam die ersten Model-Jobs, und mit dem Schulabschluss verließ sie ihre zweite Heimat, um in München und Berlin Schauspiel zu studieren.


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Leser-Kommentare (4)
Sam (24.06.07 - 00:40)
NATALIA

Natalia ist net und wunderschön.

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