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Macaulay Culkin: Comeback  mit  20

2000, im Alter von gerade einmal 20 Jahren, startet Culkin fern von Amerika am Londoner Vaudeville Theatre sein Comeback in "Madame Melville". Sein Auftritt ist erfolgreicher, als die meisten erwartet haben. Der Daily Telegraph nennt ihn "absolut außergewöhnlich". Der London Evening Standard erklärt: "Ein Star wurde wiedergeboren." Zum ersten Mal wird Culkin nicht mehr als Ex-Kinderstar wahrgenommen, sondern als Schauspieler, der sein Handwerk beherrscht. Vielleicht auch deshalb traut er sich 2003 zurück auf die Leinwand. In "Party Monster" spielt Culkin Michael Alig, eine Ikone des New Yorker Nachtlebens und der Clubkids, einen Crack-süchtigen, schwulen Killer.

Es ist der erste Film, bei dem er zuvor das Drehbuch zu lesen bekam. Und ein Film, radikal genug, um das Bild vom braven Kevin mit großer Geste abzuschütteln: "Die meisten Angebote, die ich aus Hollywood bekam, waren Teenie-Komödien. Mein Manager hat mich für verrückt erklärt, dass ich auf dieses Geld verzichte. Aber ich habe schon mit zwölf Jahren so viel verdient, dass ich nie wieder arbeiten muss. Deshalb suche ich nach einzigartigen Filmen, die ich selbst gern sehen würde. ‚Party Monster‘ ist genau so ein Film." Auch mit "Saved", einer Persiflage auf eine christliche Highschool, die ein Jahr später herauskommt, entscheidet sich Culkin gegen den Mainstream. Er spielt einen Jungen im Rollstuhl, der gegen seine böse, oberheilige Fundamentalisten-Schwester rebelliert.

Doch die neue Schauspielkarriere endet schnell wieder. Im September 2004 wird Culkin mit 17 Gramm Marihuana erwischt. Die Presse druckt die Geschichte des auf Abwege geratenen Kinderstars gleich neben den Niedergangsprotokollen von River Phoenix und Drew Barrymore. Culkin taucht nicht ab, sondern kontert mit seinem Buch, das mehr erzählt, als man sich aus Gerüchten zusammenreimen könnte. Die amerikanische Presse quittiert die Geschichte vom Kind und vom Ruhm, vom Sohn und vom Vater mit wenig charmanten Kritiken. Culkin lässt sie an sich abperlen.

Sagt in Interviews Sätze wie: "Sagt doch über mich, was ihr wollt. Nennt mich einen Irren, einen Alki, einen Drogensüchtigen. Ist mir alles scheißegal." Oder: "Ich weiß überhaupt nicht, was die Leute von mir noch wollen. Ich bin der beschäftigungsloseste Schauspieler, den ich kenne." Mit 25 Jahren, da inklusive Hochzeit, Scheidung und Verhaftung, Karriere, Comeback und Autobiografie restlos alles abgehakt ist, was in ein Leben passt, nimmt er sich endlich die Zeit, in Ruhe erwachsen zu werden. Er kocht für seine Freundin Mila Kunis, am liebsten Scampis. Er geht mit dem Hund raus. Er füttert die Fische. Er putzt die Wohnung. Er spielt gern mal eine Runde Billard. Und er dreht sich nicht mehr um, wenn jemand ihn Kevin ruft. Okka Rohd


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