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Reuters Leonardo di Caprio

 

Leonardo DiCaprio: Wahnsinnig  männlich

Leonardo DiCaprio im MAX-Interview über seine Oscar-Nominierung, seine Erlebnisse in Afrika beim Dreh von "Blood Diamond" und seine Freude über die Reaktion der Diamantenfirman auf den Film

MAX: Mister DiCaprio, für Ihre Rolle in "Blood Diamond" wurden Sie für einen Oscar nominiert. Das ist schon Ihre dritte Nominierung. Ist es für Sie überhaupt noch

Leonardo DiCaprio: Oh ja! Aber ich habe mittlerweile gelernt, dass man über Preise keine Kontrolle hat. Gerade, wenn man denkt, man hätte etwas geboten, was jedes einzelne Academy-Mitglied umhauen muss, liegt man meistens falsch. Letztlich ist es wie ein Glückspiel. Geh mit den besten Absichten an die Arbeit, tu deinen Job - das ist das Beste, was du machen kannst. Wenn es übrigens einen Menschen gibt, der endlich einen Oscar verdient hätte, ist es Martin Scorsese! Es ist einfach lächerlich, dass er noch keinen gewonnen hat.

MAX: "Departed: Unter Feinden" oder "Blood Diamond" - auf welchen der beiden Filme sind Sie stolzer?

Leonardo DiCaprio: Ich könnte auf beide Filme nicht stolzer sein. Dass sie so knapp hintereinander herausgekommen sind, liegt an Scorsese. Er braucht für seinen Schnitt immer sehr lange.

MAX: Afrika, wo Sie "Blood Diamond" gedreht haben, verändert angeblich jeden Menschen. Sie auch?

Leonardo DiCaprio: Von der überwältigenden Schönheit der Natur abgesehen haben mich die Menschen dort umgehauen. Wenn man sieht, unter welchen Umständen sie leben, ist man beeindruckt von ihrer positiven Lebenseinstellung. Das war so ziemlich für jeden von uns lehrreich: Wenn man nach Hause kommt, merkt man, dass wir uns über nichts zu beschweren haben. In Mosambik, wo wir "Blood Diamond" gedreht haben, sind vier von zehn Menschen HIV-positiv. Überall herrscht Armut, an vielen Orten gab es nicht genug sauberes Wasser - und trotzdem war jeder voller Lebensfreude. Ich finde, dass dieser Kontinent die volle Unterstützung der westlichen Welt verdient hat.

MAX: Sie sind nur noch in Filmen zu sehen, die sehr ernsthaft sind, sehr engagiert oder sogar eine politische Botschaft haben. Ist das Ihr Plan: weg vom Trivialen, hin zum Bedeutungsvollen?

Leonardo DiCaprio: Ich habe meine Filme nie danach ausgesucht, ob sie nun "ernsthafte" Themen ansprechen oder nicht. Vor allem müssen die Dinge stimmen, die das Ganze zu einem Film machen. Ich würde zum Beispiel gern einen Film über die Erderwärmung machen. Trotzdem rase ich nicht gleich los und drehe etwas darüber. Ein Film muss vor allem Qualität haben. Nachdem ich das klargestellt habe, kann ich sagen: Doch, ich würde sehr gern wieder einen Film mit einer modernen politischen Botschaft drehen. Ich hoffe, dass "Blood Diamond" Erfolg hat, damit die Studios sich öfter an solche schwierigen Themen wagen. Der beste Beweis dafür ist, wie viel der Film jetzt schon bewirkt hat: Die Diamantenfirmen sorgen für mehr Transparenz, was die Herkunft der Steine angeht. Die Medien berichten über Konfliktdiamanten. Das Thema ist richtig heiß. Das ist ein gutes Gefühl.

MAX: Was liegt Ihnen mehr am Herzen: die Umwelt zu retten oder zu spielen?

Leonardo DiCaprio: Beides gibt mir viel. Als Schauspieler lebe ich meinen Traum. Ich kann mich nicht daran erinnern, je etwas anderes gewollt zu haben, als Schauspieler zu werden. Erst recht, als mir klar wurde, dass man das als Beruf machen kann. Aber auch Umweltschutz habe ich immer mit großer Leidenschaft betrieben. Ich finde, das Thema hat nie die nötige Ernsthaftigkeit bekommen. Wenn ich also etwas gegen Umweltprobleme tun kann, weil ich eine öffentliche Person bin, dann mache ich das sehr gern. Mir ist das wichtig, ich will mich dafür einsetzen.

MAX: Wenn Sie hier in London oder in Los Angeles aus dem Hotel marschieren, erkennt Sie jeder.

Leonardo DiCaprio: Nun, ich war dort mit Sicherheit anonymer. Aber erkannt wurde ich dort auch. Was ich sehr witzig fand, war die Entdeckung eines Herrenparfüms, das "Titanic Cologne" hieß. Wie ich später erfuhr, gibt es das in 14 verschiedenen Duftrichtungen, von "männlich" bis "wahnsinnig männlich". Das fand ich völlig schräg!

MAX: War es angenehm, in Afrika umhergehen zu können, ohne gleich identifiziert zu werden?

Leonardo DiCaprio: Ehrlich gesagt hasse ich es, mich darüber zu beschweren, dass ich erkannt werde oder über die Paparazzi zu jammern. Wenn ich nicht in der Öffentlichkeit stehen wollte, dürfte ich kein Schauspieler sein.

MAX: Wann haben Sie "Titanic" das letzte Mal gesehen?

Leonardo DiCaprio: Die Frage ist: Wann habe ich zuletzt irgendeinen meiner Filme gesehen? Normalerweise sehe ich sie auf der Premiere, vielleicht auch noch einmal danach, aber dann wohl niemals mehr.

MAX: Erleben Sie gerade die beste Zeit Ihres Lebens?

Leonardo DiCaprio: Ich kann mir nicht vorstellen, dass es besser für mich laufen könnte. Doch, ich erlebe gerade eine ziemlich fantastische Zeit!

(Mariam Schaghaghi)

Leser-Kommentare (8)
Celina (02.11.09 - 15:41)
Celina

Leonardo Ich habe schon alle Filme von dir gesehen aber der beste Film überhaupt ist Titanic er ist eiinfach wunderbar und bessere Schauspieler als dich und Kate Winslet hätte man niemals für diesen Film nehmen dürfen.Ich habe den Film schon über 25 mal gesehen und er berührt mich immer noch zu tiefst.Ich wünsche dir noch ganz viel glück in deiner Karriere.Leo? You are the best of the World ♥

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