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Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag Hugh Laurie

 

Hugh Laurie: House-Besuch  bei  Hugh  Laurie

Zum Ende von "Dr. House" erscheint bei uns die erste Biografie von Hugh Laurie: Eine Anekdotensammlung über die Karriere des Schauspielers und Schriftstellers, nicht nur in der Rolle des Dr. House

Von Martin Haldenmair

"Dr. House" ist nicht mehr. Der Gehtstock wandert in den Filmfundus, die Luxusbüros mit den gläsernen Wänden, die so wunderbar bekritzelt werden konnte ("Lupus?" "Nein!") werden abgebaut. Der menschenhassende Wunderheiler geht als Kultfigur in die Fernsehgeschichte ein, eben weil er rechtzeitig geht. Am 6. März 2012 wird in Deutschland die letzte Staffel der Serie ausgestrahlt. Pünktlich dazu veröffentlicht der Verlag Schwarzkopf&Schwarzkopf die erste deutschsprachige Biographie zu Hugh Laurie, dem Schauspieler, der Dr. House acht Jahre lang verkörperte.

Hugh Laurie - Die inoffizielle Biografie des "Dr. House"

Anthony Bunko, übersetzt von Thorsten Wortmann

Erscheinungsdatum: März 2012

Beschreibung: 264 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag; Bildteil in der Mitte mit 30 Bildern

Preis: 19,95 Euro (D)

Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf

ISBN: 978-3-86265-132-0


Es ist eine "inoffzielle Biografie", wie schon auf dem Umschlag steht. Heißt, der Inhalt wurde nicht von Hugh Laurie in Auftrag gegeben oder von ihm abgesegnet. Sie setzt sich so zu einem großen Teil aus Zitaten zusammen, die Autor Anthony Bunko zusammengetragen hat. Zitate von Laurie, von Kollegen und von Freunden aus verschiedenen Interviews zu verschiedenen Gelegenheiten. Sehr nahe kommt Bunko so dem sehr vielschichten Laurie nicht - aber es reicht für eine übersichtliche und unterhaltsame Chronologie.

Hugh Laurie, der Komiker

Das Buch setzt den Schwerpunkt auf Lauries Schauspielerkarriere, und hier vor allem auf seine Komik. Eine gute Wahl, denn Laurie wurde für seine komischen Rollen bekannt und so ist ein Blick auf seine ersten Engagements, auf seine ersten Schauspielerkollegen und Einflüsse durch andere zu der Zeit aktuellen Gruppierungen sehr interessant. Es dürfte wohl auch sein Sinn für Humor sein, der es Laurie ermöglicht, eine so garstige Figur wie Dr. Gregory House sympathisch werden zu lassen. Mehr zufällig stolperte er in den Footlights Dramatic Club seiner Universität Cambridge, mit einigen Kollegen aus dieser Gruppierung gab er erste Sketche und spielte er später beim britischen Fernsehen BBC in der Show "Alfresco" - offenbar schon damals eher kauzige Gestalten.

Genauer beleuchtet das Buch auch Lauries ersten amerikanischen Kinofilm "Stuart Little". Natürlich ist ein weiterer größerer Teil seiner Rolle als Dr. Gregory House gewidmet. Das Buch steigt schon mit der Anekdote ein, wie sich Laurie für die Rolle bewarb (mit der Videokamera im Badezimmer eines Hotels in Namibia abgefilmt - in dem Land drehte er gerade "Der Flug des Phoenix") und streicht dabei wiederholt Lauries Talent aus, einen amerikanischen Akzent täuschend echt nachzumachen (so sehr, dass der Produzent von "Dr. House" den in Oxford geborenen Spross schottischer Eltern für einen Amerikaner hielt).

Zitate eines Geschichtenerzählers

Hier wird leider auch die Schwäche dieses Ansatzes offenbar: Bunko trägt zwar spannende Anekdoten zusammen und lässt in Zitaten viele Zeitzeugen sehr gewitzt zu Wort kommen. Leider legt er dabei nie offen, in welchem Zusammenhang sich die Personen dazu geäußert haben. Gerade bei Hugh Lauries eigenen Zitaten wäre das interessant gewesen. Denn wie wir festgestellt haben, verfügt der Mann über einen guten Sinn für Humor und Selbstironie - ob er wirklich alle Rollen so zufällig bekam, wie er bescheiden und witzig anmerkt? Geht man nach dem Buch, erscheint Laurie fast als Hans im Glück, der ohne eigenes Zutun in die richtigen Rollen stolpert. Wie sehr wir hier dem Schauspieler trauen können? Bunko geht dem Gedanken leider nicht nach.

Denn Laurie ist schließlich auch Geschichtenerzähler. Zum Anfange seiner Karriere schrieb er Sketche, 1996 kam sein erster (und bisher einziger Roman) heraus: "Der Waffenhändler". Lauries Bücherliebe und seinem eigenen Buch widmet sich wieder ein eigenes Kapitel.

Ein Überblick über eine Karriere - weniger über einen Menschen

Wie sieht es nun mit dem Menschen Hugh Laurie aus? Während er über sich selbst seine Rollen gerne trockene Witze reißt, spricht Laurie wenig über sein Privatleben. Entsprechend kurz sind daher die Kapitel, die sich mit seiner Kindheit und Jugend befassen. Sie geben uns die wichtigsten Daten mit: Geboren als James Hugh Calum Laurie 1959 in Oxford, Schulzeit an der Dragon School, dann Eton, dann Cambridge. Über sein offenbar etwas schwieriges Verhältnis zu seiner Mutter erfahren wir etwas mehr wieder in ein paar Zitaten, etwas mehr über seine Bewunderung zu seinem Vater, dem Arzt William George Ranald "Ran" Mundell Laurie. Dass er seine Söhne liebt und gerne Motorrad fährt, geht ebenfalls aus dem Buch hervor. Weiterhin beschäftigt sich Bunko mit den Selbstzweifeln und Depressionen des Schauspielers - die ihn seiner Figur Dr. House manchmal wohl ähnlich machen. Hier ergeht sich Bunko glücklicherweise nicht in Spekulationen über deren Ursache und Tiefe - das gäbe, wie schon gesagt, das Quellmaterial nicht her. Er lässt wieder die Zitate für sich sprechen.

Die inoffizielle Biografie von Hugh Laurie gibt so einen unterhaltsamen Überblick, weniger über das Leben, dafür mehr über die Karriere des Schauspielers. Wer Hugh Laurie wirklich ist, erfahren wir nicht. Wie sein Arbeitsumfeld aussieht - und welcher Witz in seinen Sprüchen liegt - das zeigt diese Sammlung schön verbundener Anekdoten und Zitaten.

Bilder aus dem Buch "Hugh Laurie" sehen Sie in unserer Bildergalerie.


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