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Edel Germany GmbH Hugh Hefner: Playboy, Aktivist und Rebell

 

Hugh Hefner: "Wir  kämpfen  für  eine  gute  Sache"

Wir sprechen mit dem Playboy-Gründer Hugh Hefner einmal nicht (nur) über schöne Frauen. Der 86-Jährige erzählt uns von seiner Weltsicht, redet über Religion und die sexuelle Revolution.

Von Martin Haldenmair

Für uns ist der Playboy Alltag. 1953 war ein Magazin, dass so offen über Sex redete im Grunde genommen undenkbar. Hugh Hefner, sein Erfinder, musste über die Jahrzehnte einige Kämpfe für seinen Playboy ausfechten - von denen kaum einer weiß. Um sie zu dokumentieren, ließ er Filmemacherin Brigitte Berman an sein Privatarchiv. Die entstandene Dokumentation "Hugh Hefner: Playboy, Aktivist und Rebell" besprechen wir auf der nächsten Seite, zunächst aber sprechen wir mit Hugh Hefner selbst und knfrontieren ihn mit Zitaten aus dem Film.

MAX Online: Noch nie zuvor hatte ein Filmmacher so uneingeschränkten Zugang zu ihrem Privatarchiv wie für den Film "Hugh Hefner: Playboy, Aktivist und Rebell". Wollen Sie nun ihr Vermächtnis pflegen?

Hugh Hefner: Dafür wäre wohl immer Zeit. Aber ja: Ich bin nun 86 Jahre alt, der Playboy geht auf seinen 50. Geburtstag zu. Es gibt ein langes und umfangreiches Vermächtnis, das erforscht und diskutiert gehört. Ich finde das gut. Ich glaube, ich habe es geschafft, in meinem Leben ein paar wichtige Fragen aufzuwerfen. Und ich bin stolz, dass diese wichtigen Fragen weiter diskutiert werden.

Auf welche dieser Fragen sind Sie besonders stolz?

Hefner: Ich denke, der wichtigste Kampf, den der Playboy führte, war der der sexuellen Revolution. Der Playboy war von Anfang an dabei, als sich in Nord Amerika die Werte änderten. Er erschien erstmals 1953, und in den frühen 50ern waren die Einstellungen sehr konservativ. Der Playboy kämpfte dafür, das zu ändern.

In der Dokumentation wirft Ihnen der christlich Sänger Pat Boone vor, die Meinungsfreiheit zu missbrauchen.

Hefner: Genau dafür ist sie da! Sie müssen wissen: Pat Boone ist ein religiös-konservativer Mensch. Die neigen dazu, sich in unausgereiften Vorstellungen zu verlieren.

Der Playboy hat in den ersten Jahrzehnten seines Erscheinens einige Auseinandersetzungen mit christlichen Gruppierungen gehabt. Wieso gibt es so viel Spannung zwischen dem Glauben und der Sexualität?

Hefner: Ich glaube, dass unglücklicherweise viele religiöse Werte im irrationalen Aberglauben verankert sind. Als Menschen sind wir auf der einen Seite so brillant, Technologien zu erfinden, die die Welt verändern. Und gleichzeitig glauben wir an ziemlich irrationale Ideen, die mit Religion zusammenhängen und keinen Sinn ergeben.

Sie sagen in der Dokumentation, Sie hätten Psychologie studiert, um herauszufinden, warum wir Menschen uns gegenseitig verletzen. Haben Sie schon eine Antwort gefunden?

Hefner: Tja, das ist eine dauernde Suche. Aber ja, mir ist ein recht guter Einblick gelungen. Ich würde nicht sagen, ich kann viel Sinn in dem finden, was wir einander antun, weil es keinen Sinn hat. Die umstrittensten Themen haben auf diesem Planeten mit Sex zu tun, nicht mit Krieg, Gewalt oder Bigotterie. Das zeigt an, dass wir eine ziemlich irrationale Spezies sind.

Der Playboy wurde wegen seiner Darstellung von Sexualität angegriffen. Daneben aber auch aus politischen Gründen. Zum Beispiel, weil Sie schwarze Künstler in die Show "Playboy after Dark" einluden. Ahnten Sie, dass man Sie dafür auch kritisieren würde? Manche sagen, es war Ihnen egal.

Hefner: Doch, ich wusste, dass wir eine Kontoverse entfachen würden. Ich denke, das ist notwendig, wenn man Wandel will. Die richtige Art von Kontroverse kann Dinge verändern. Und genau das wollte ich versuchen.

Gibt es gesellschaftliche Belange, die sie bereuen, nicht angegriffen zu haben?

Hefner: Ich denke, ich habe einen guten Kampf geliefert. Es gibt in dem Bereich wenig, dass ich bereue. Ein paar Dinge mussten gesagt werden und ich sagte sie sehr früh.

Sänger Gene Simmons sagt in der Dokumentation, Sie seien ein kleiner Junge mit einem großen Traum, der sich komplett verwirklicht hätte.

Hefner: Was soll ich sagen. Ich bin ein kleiner Junge, mit einem großen Traum, der Wirklichkeit wurde.

Komplett? Oder gibt es noch etwas, das sie noch erleben wollen?

Hefner: Ganz offen: Ich bin 86. In diesem Lebensabschnitt bin ich glücklich mit dem Erreichten und hoffe nur auf mehr vom Üblichen. Meine Mutter wurde 101 Jahre alt, also habe ich gutes genetisches Material. Ich hoffe ... Es gibt eine Song von Frank Sinatra: "Young at Heart". Darin heißt es: "And if you should survive to 105/ Look at all you'll derive out of being alive!" Mein Plan ist es, bis zum Alter von 105 Jahren aktiv zu bleiben.

Spätestens dann sollten wir uns nochmal unterhalten. Was werden Sie bis dahin mit dem Playboy machen? Stehen Kämpfe auf dem Plan?

Hefner: Wir fordern keine Kämpfe heraus, aber wir bleiben aktiv. Wir kämpfen für eine gute Sache.

Weiterführender Link: Hugh Hefner auf FOCUS Online über Das Verhälntnis von Feminismus und Playboy

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Leser-Kommentare (14)
bunny (15.06.07 - 12:12)
tattoo

für mich ist hugh hefner der beste habe ein playboy mit schriftzug playboy und den namen von hugh hefner tattowiert weil ich ohn playboy ausraste

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