Harrison Ford: Mehr als Indiana Jones
Zum vierten Mal kehrt Harrison Ford als peitschenschwingender Schlangenphobiker Indiana Jones auf die Kinoleinwand zurück. Ein Blick auf das Leben jenes Mannes, der es vom Schreiner zum Superstar schaffte.
Von Andrea Ege
Er war nominiert für den Oscar als bester Darsteller im Film "Der einzige Zeuge". Er wurde zum erfolgreichsten Schauspieler des Jahrhunderts gewählt. Er stand als reichster lebender Schauspieler im Guinness Buch der Rekorde. In den Hollywood Walk of Fame ist natürlich ein Stern mit seinem Namen eingelassen.
Und nun schlüpft er zum vierten Mal in die Rolle des abenteuerlustigen Archäologen in "Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull" - ein Ereignis, dem Millionen von Kinofans rund um den Globus entgegenfiebern. Kein Zweifel, der 1942 in Chicago geborene Schauspieler Harrison Ford hat eine steile Karriere hingelegt. Doch die wäre beinahe wegen 50 Dollar gescheitert.
Für eine Handvoll Dollar mehr
Es geschah im Jahr 1973. Regisseur George Lucas bereitete seinen Film "American Graffiti" vor. Harrison Ford verdiente zur selben Zeit seine Brötchen als Schreiner. Vergebens hatte er nach seiner Ankunft in Los Angeles auf große Schauspieler-Rollen gehofft. Um seine Frau und zwei Söhne durchzubringen, brachte er sich den Umgang mit Holz bei.
George Lucas heuerte ihn an. Als Schreiner. Schnell erkannte er Fords schauspielerisches Talent und bot ihm eine Rolle in "American Graffiti". Doch Ford lehnte dankend ab. Die 485 Dollar Gage erschienen ihm im Vergleich zu seinen Schreinereinkünften zu wenig. Also legte Lucas noch 50 Dollar drauf. So kam es, dass Harrison Ford mit "American Graffiti" sein erstes erfolgreiches Werk in seine Filmografie schreiben konnte.
Mit voller Kraft in Hollywoods Hyperspace
Vier Jahre später ging es Schlag auf Schlag. Harrison Ford startete mit voller Kraft voraus ins Hyperspace von Hollywood. Erst an Bord des Star-Wars-Raumschiffs in der Rolle des Han Solo. Damit schrieb er Filmgeschichte. Es folgten unzählige Erfolgsrollen in Blockbustern wie "Blade Runner", "Der einzige Zeuge", "Air Force One", "Frantic" oder "Die Waffen der Frauen".
1981 schwang er zum ersten Mal in "Indiana Jones - Jäger des verlorenen Schatzes" die Peitsche. Und packte sie periodisch wieder aus: 1984 für die Fortsetzung "Indiana Jones und der Tempel des Todes", 1989 für "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" und 2007 für den vierten und aktuellen Teil der Kultserie "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels". Dass er die Rolle ursprünglich überhaupt bekam, ist im Grunde Tom Selleck zu verdanken. Der sollte den schrulligen Archäologen mimen, hatte aber wegen der Dreharbeiten zu "Magnum" keine Zeit.
Pilot mit sozialer Ader
Heute kann es sich Harrison Ford leisten, nur noch ganz wenige Filme zu drehen. Lieber genießt er die freie Zeit auf seiner Ranch in Wyoming mit der Schauspielerin Calista Flockhart und den vier Kindern aus zwei geschiedenen Ehen. Und mit fliegen. Ford ist ein begeisterter Hobby-Pilot.
Nebenbei engagiert er sich für die Umwelt und soziale Zwecke. Für seine Funktion als Vorsitzender der Nonprofit-Umweltschutz-Organisation "Conservation International" wurde ihm bereits der "Jules Verne Spirit of Nature Award" verliehen. Im November 2007 servierte er unter anderen mit Kirk Douglas und Calista Flockhart Essen für die Obdachlosen in einer Mission in Los Angeles.
Ob er sich den Bewohnern des Reichs des Kristallschädels gegenüber auch so sozial zeigt, wird sich in der vierten Folge des Dschungelklassikers weisen. Weltweiter Kino-Start: 22. Mai 2008.
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