Federico Fellini: Italiens Ikone
Traumhafte Sequenzen, surreales Avantgarde-Kino, ein Schaffen von fast 50 Jahren. All das ist Federico Fellini, seines Zeichens italienischer Freigeist und Filmemacher. Am 20. Januar wäre er Neunzig geworden.
Von Julian Rohrer
Der 20. Januar 1920 wusste wahrscheinlich gar nichts von seinem Glück: In Rimini an der Ostküste Italien erblickt Federico Fellini an diesem Tag das Licht der Welt. Seine Kindheit steht unter dem Eindruck der faschistischen Diktatur in Italien, Ablenkung erfährt er während seiner Ferien auf dem Bauernhof seiner Großmutter, wo er nicht nur das Landleben kennenlernt, sondern auch in die geheimnisvolle Welt der herumreisenden Zigeuner eingeführt wird - eine wichtige Inspiration seiner späteren Filme.
Schon bald begeisterte sich Fellini für Drehbücher und das Medium Film. Über das Schreiben knüpfte der Italiener einige Kontakte in die Filmbranche und lernte namhafte Regisseure kennen. Doch bevor es ans Filmen gehen sollte, arbeitete er für den Radiosender "Radiocorriere". Über diese Tätigkeit lernte er seine Frau Giulietta Masina kennen - kaum verwunderlich, dass sie als Schauspielerin arbeitete.
Ein stetes Auf und Ab erlebt das filmische Schaffen Fellinis, nachdem er mit "Lichter des Varieté" 1950 sein Debut vorlegt. Zuvor hatte er als Journalist und Karikaturist gearbeitet, machte sich bei seiner Zeitung "Il Piccolo" schnell einen Namen. Anfangs von seinen Kritikern in Grund und Boden gestampft, entwickelte sich Fellinis Art zu Filmen stilprägend für das Kino. Gekrönt wurde sein Schaffen durch den Ehrenoscar 1993. Als hätte er nur dafür gearbeitet, starb er ein halbes Jahr später an einem Herzleiden.
Zeit seines Lebens lebte er nach folgendem Wahrspruch: "Der einzig wahre Realist ist der Visionär."
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