Courtney Love: 24 Stunden mit Courtney Love
Die Witwe von Nirvana-Sänger Kurt Cobain war drogenabhängig und galt als verlottertes Luder. Mittlerweile ist sie clean, aber immer noch ganz schön temperamentvoll. Unser Autor vebrachte mit der 42-Jährigen eine lange Nacht auf Ibiza.
Von Paul Flynn
MAX: Sind Sie eine gute Mutter?
Love: Als ich 13 Jahre alt war, ging ich nach Japan, um als Stripperin zu arbeiten. Meine Tochter hingegen ist heute 14, sie hat bis jetzt noch nicht einmal einen Jungen geküsst. Sie hat noch nie an einer Zigarette gezogen, sie hat bisher keinen Schluck Wein getrunken. Und: Sie flucht nicht. Als ich 14 war, stand ich nackt in irgendwelchen perversen Shows in den Außenbezirken von Tokio herum. Ich musste alle vier Tage ein neues Zuhause suchen. Der einzige Weg raus aus diesem Land führte für mich über die Behörden. Ich lieferte mich selbst aus, um ausgewiesen zu werden.
MAX: War Kurt Cobain die Liebe Ihres Lebens?
Courtney: Er war manchmal ein ausgesprochen feindseliger Motherfucker, aber ich habe ihn geliebt, ja, aufrichtig geliebt. Er hatte auch seine süßen Seiten. Erst neulich habe ich mal wieder einige alte Videos angeschaut, und da war er zu sehen, wie er die kleine Frances durchs Badezimmer gewirbelt hat. Er war ein guter Vater, das ja. Aber als die Kamera etwas höher schwenkte und das Badezimmerregal ins Bild rückte, konnte man das Spritzbesteck sehen, das dort stand. Ich selbst habe nie zu Hause Drogen genommen.
Dirty Blonde
Courntey Love
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
VÖ: 2. Quartal 2007
Seiten: 312
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MAX: Wann haben Sie mit Kokain angefangen?
Love: Es hat überraschend lange gedauert, bis ich zum ersten Mal kokste. Ich mochte es nie, wenn Lines gelegt wurden. Ich erinnere mich, dass ich mal mit Liam Gallagher von Oasis ausgegangen bin und er sich ständig die Nase zugezogen hat. "Kannst du verdammt noch mal nicht damit aufhören?", habe ich ihn angefaucht. Er antwortete: "Komm, mach's auch mal. Komm schon." Ich habe das Zeug gehasst. Als ich dann 35 wurde, habe ich es auch getan, und das gleich vier Jahre lang. Da saß ich dann also mit zwei Supermodels, beide komplett nackt, mit einem Jackson Pollock an der einen Wand und einem Picasso an der anderen und ich selbst in einem 100000-Dollar-Coutoure-Kleid. Dann habe ich meine ehemalige Bassistin Melissa angerufen und ihr angekündigt: "Hey, ich werde mir jetzt etwas Koks hochziehen. Da läuft so ein Kerl herum mit einer Platin-Platte und Platin-Strohhalmen, der mir das Zeug anbietet." Ich hab's dann tatsächlich gemacht. Zwei Tage lang nonstop mit einigen der reichsten Leute der Welt. Mann, das ist eine Abwärtsspirale.
MAX: Wie kamen Sie los von den Drogen?
Love: Durch Mel Gibson. Er wohnte wie ich im "Four Seasons", als ich dort voll auf Crack war. Zwei Tage hintereinander kam er an meine Tür, um mich aus diesem Zimmer herauszubekommen. Ich hatte diese beiden parasitären, verfickten Schwanzlutscher von Drogendealer um mich herum, und Mel Gibson klopfte von draußen an die Tür. Ich schrie ihn an: "Verpiss dich." Ich war einfach total drauf. Er sagte: "Ich bin's, Mel." Ich dann: "Ist mir scheißegal", und schlug ihm die Tür ins Gesicht. Irgendwann sind die Drogendealer klar im Kopf geworden und sagten: "Mann, das ist Mel Gibson." Sie öffneten die Tür und verschwanden dann mit Mel, um mit ihm einen Cheeseburger zu essen. Währenddessen hat mich mein Drogenberater aus dem Zimmer gelockt und weggebracht. Ich liebe Mel dafür.
Das komplette Interview in der aktuellen Ausgabe der MAX (07/2007)
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Leser-Kommentare (6)
Kurt
ja, dass ist auch so! sie hat einiges damit zutun, (wenn sie es nicht sogar ganz war).. kurt: RIP :-*





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