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Arnold Schwarzenegger: Muskelmann  mit  Grips

Wenn Arnold Schwarzenegger redet, ist sein breiter steiermärker Akzent immer noch herauszuhören. Aber für die Verwirklichung des "Amerikanischen Traums" lässt sich kaum ein besserer Repräsentant finden als der Österreicher. Der Mann, der aus den Alpen kam, hat es zum Hollywoodstar und zur respektablen Politgröße gebracht. Am 30. Juli wurde er 60 Jahre alt.

Kein fließend Wasser, kein Telefon, kein Kühlschrank: Die Kindheit von Arnold Schwarzenegger war alles andere als luxuriös. Schnell wurde das Bodybuilding zum Fluchtweg aus der Enge seines winzigen Heimatortes Thal bei Graz und dem prügelnden Vater. Mit eiserner Disziplin arbeitete er an seinen Muskelbergen und wurde 1967 mit 20 Jahren jüngster "Mister Universum" aller Zeiten.

Der gleiche Ehrgeiz trieb Schwarzenegger unter dem Pseudonym "Arnold Strong" ins amerikanische Filmgeschäft. Dabei waren seine Muckis das einzige Startkapital. Das peinliche Kinodebüt "Hercules in New York" wurde von der Auslandspresse Hollywoods gnädig übersehen, als sie den Newcomer 1977 für "Stay Hungry" mit dem Golden Globe auszeichnete. Der Körperkult brachte ihn im selben Jahr sogar nackt in das "Cosmopolitan"-Magazin.

Vom männlichen Pin-Up zur Ikone des Science-Fiction-Films wurde "Conan, der Barbar" 1984 mit der Titelrolle in James Camerons "Der Terminator". Der breite Akzent und das eingeschränkte Mimenspiel erwiesen sich als perfekte Voraussetzungen für die wortkarge Killermaschine aus der Zukunft, die ursprünglich als schmächtige Version mit Trenchcoat angelegt war.

"Sein wichtigster Muskel ist das Hirn"

Doch wer denkt, Schwarzenegger wurde erst durch seine Rollen als Action-Held zu einem reichen Mann, liegt alsch. Seine ersten Millionen verdiente er mit Immobiliengeschäften. Denn der der gelernte Diplom-Kauffmann besitzt aller Vorurteile zum Trotz jede Menge Grips. So sagt Schauspieler und Bodybuilder Ralf Rudolf Möller über Arni: "Sein wichtigster Muskel ist das Hirn!"

Die "Steirische Eiche" stieg mit Actionfilmen wie "Red Heat" und "Total Recall", aber auch Komödien à la "Twins" zum Hollywoodstar auf. Mit der missglückten Persiflage "Last Action Hero" ging es ab 1993 jedoch mit Schwarzeneggers Schauspielkarriere steil bergab. Im selben Jahr hatte Steven Spielbergs Dino-Abenteuer "Jurassic Park" ein neues, digitales Kinozeitalter eingeläutet, in dem der Muskelheld zum Auslaufmodell wurde.

Schwarzenegger war erneut klug genug, die Zeichen der Zeit zu erkennen und kam 2003 zum dritten und letzten Mal als "Terminator" in die Kinos. Danach konzentrierte er sich auf seine lang gehegten politischen Ambitionen. Bei der Wahl um das kalifornische Gouverneursamt setzte sich der zunächst belächelte Kandidat deutlich gegen seine Konkurrenten durch und wurde erst im vergangenen Jahr im Amt bestätigt.

"I´ll be back"

Als Gouverneur blieb Schwarzenegger, der seit 1986 mit der demokratischen Journalistin und Nichte des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy, Maria Shriver, verheiratet ist, programmatisch mobil. Er ist für die Todesstrafe und gegen gleichgeschlechtliche Ehe, hat aber die Waffengesetze verschärft und sich vor allem als eifrigster Naturschützer unter den US-Gouverneuren etabliert - in seinen Hummer ließ er einen Hybrid-Motor einbauen. Für seinen guten Job wählte ihn das "Time"-Magazin kürzlich unter die 100 einflussreichsten Menschen der Welt.

Der Slogan "I´ll be back" hat bei Schwarzeneggers Filmkarriere offenbar ausgedient. Eine Rückkehr im geplanten vierten "Terminator"-Film hat er bereits abgelehnt. Stattdessen wird in den USA über die weitere politische Karriere Schwarzeneggers spekuliert. So wird gemunkelt, er werde 2010 für den Senat kandidieren oder an der Seite des seit kurzem parteilosen New Yorker Bürgermeisters Michael Bloomberg als Vize-Präsident antreten.

Nur das höchste politische Amt der USA scheint dem Gouvernator verwehrt, muss der Präsident laut der Verfassung doch in den Vereinigten Staaten geboren sein. Der 1983 eingebürgerte Österreicher hat längst gefordert, diese Regel aufzuheben. Immerhin in den Kinos hat er sein Ziel längst erreicht. Im Comic-Universum des "Simpsons"-Films sitzt nicht George W. Bush, sondern Schwarzenegger im Weißen Haus.

(ddp)

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