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Reuters Amy Winehouse

 

Amy Winehouse: Soul  am  Ende

Das Ende eines langen und vielleicht aussichtslosen Kampfes: Amy Winehouse stirbt im Alter von 27 Jahren. Die Sängerin war nach einem großen Anfangserfolg tief gestürzt.

Von Martin Haldenmair

In der Welt der Sänger gibt es den "27 Club". Mitglieder sind all die Stars, die in ihrem 27. Lebensjahr starben. Die Zahl ist erschreckend groß, auch wenn meist nur die fünf berühmtesten Mitglieder Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison und Kurt Curbain gelistet werden. Ein neues Mitglied ist am 23. Juli 2011 dazu gekommen: Amy Winehouse.

Frühe Liebe und frühes Anecken

1983 wurde Amy Winehouse in London, als zweite Tochter des Taxifahrers Mitch Winehouse und der Apothekerin Janis geboren. Ihre Liebe und ihre Talent zur Musik erkannte die Familie früh, sie nahm schon ab dem alter von neun Jahren Gesangsunterricht und eratterte sich mit zwölf einen Platz an der orestigeträchtigen Sylvia Young Theatre School. Dort hielt sie aber nicht bis zum Examen durch, sie wurde mit 16 Jahren von der Schule ausgeschlossen. Aus den Reibereien mit Lehrern und dem Schulsystem schöpft sie ihre ersten Inspirationen. Sie knüpft Kontakte und singt in Jazz-Bands.

2003 wird sie mit dem Album "Frankie" einem breiten Publikum bekannt. Die Produktionsfirma Island Records, bei der sie im Vorjahr unterschrieben hatte, baute sie auf und positionierte sie gerade richtig, als Lounge-Musik mit Jazz-Elementen beliebt wurde. Amy Winehouse brachte hier allerdings genau das Element ein, das sie zum Star machte und das andere nicht hatten, die auf der Welle segeln wollte: Sie liebte Jazz. Und sie hatte die perfekte Stimme dafür. Kräftig, realtiv tief und mit interessantem Vibrato sang sie Songs von verlorener Liebe - sie arbeitete ihr schwieriges Verhältnis zu ihrem Freund Blake Fielder-Civil auf. Das Album ist einfach und die Abmischung nicht besonders ausgefeilt, aber es lässt erkennen, dass sie Talent hat.

Erfolg mit der Selbstzerstörung

2006 kommt das Album heraus, dass Amy Winehouse Ruhm bringt, spätestens als 2007 auf Platz sieben in den Charts des amerikanischen Magazins "Bilboard" bringt: "Back in Black". Das Album geht in Richtung Soul, mit emotionalen, melancholischen und leicht selbstironischen Texten und einem zurückhaltenden Arrangement, das Winehouses Stimme den ihr gebührenden Platz einräumt. Vielleicht war es ein böses Vorzeichen, dass die größten Hits "You Know I'm No Good" und "Rehab" lauten. Denn von dann geht es bergab. Im August 2007 wurde sie in ein Londoner Krankenhaus gebracht. "Erschöpfung" heißt es zunächst von offizieller Seite, doch bald gibt Winehouse selbst zu, dass der Grund eine Überdosis war. Ihre US-Tournee wird abgesagt.

Witzfigur

Die Singleauskopplungen zu "Back in Black" bescheren Amy Winehouse im Februar 2008 fünf Grammys, aber den Abstieg können sie nicht stoppen. Die britische Boulevard-Presse veröffentlich immer wieder Fotos von ihr, die zusehends verstörender wirken: glasige Augen und seltsame Armhaltungen lassen erkennen, dass sie die Drogen nicht überwunden hat. Sie besucht mehrere Entzugsprogramme und bricht sie wieder ab und ihre Ehe mit Blake Fielder-Civil wird geschieden. Das Schlimmste dürfte sein, dass sie langsam zur Witzfigur wird, zu einer Paraderolle für gescheiterte Stars. 2009 steht sie in Pappmaché als "fragwürdiges Idol" auf einem Kölner Karnevalswagen.

Ein letzter Anlauf

2011 versucht Amy Winehouse es auf Drängen ihres Vaters wieder mit Entzug und - das hat sie ihrem Management zu verdanken - einer Comebacktour im Anschluss. Doch der erste Auftritt im Juni in Belgrad wird ein Desaster: Betrunken schwankt sie auf der Bühne, kann sich an die Texte ihrer Songs nicht erinnern und wird ausgebuht. Wieder werden alle ihre Auftritte abgesagt. Vor Kurzem gab ihr Management bekannt, dass sie sich erneut einem Entzug unterziehen werden, gleichzeitig als in ihrem Bekanntenkreis mehrere Leute ihre Besorgnis äußerten, dass sie beunruhigend viel trinke. Ein Tag nach dieser Meldung wird sie tot in ihrer Wohnung aufgefunden.

Amy Winehouse ist wie viele Mitglieder des "27 Clubs" am Ruhm verbrannt - anders aber als viele Mitglieder, bevor sie wirklich hätte unsterblich werden können. Sie hatte Talent, ihr Album "Back in Black" zeigte es deutlich. Am Ende konnte es sie es aber nicht völlig entwickeln sondern zerstörte es und ihr Leben durch Drogen und Alkohol. Ihre Problemen, Liebeskummer und Abhängigkeit, lieferten ihr Material für ihre besten Songs. Und, da sie diese Quelle nicht unter Kontrolle halten konnte, zog sie sie auch hinab.

Bilder aus den letzte Jahren ihres Lebens sehen Sie in unserer Bildergalerie von Amy Winehouse.


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Leser-Kommentare (4)
J. (23.07.11 - 22:03)
Vorhersage

Traurig...nun kam es genauso, wie es dieser Artikel bereits umschrieb. R.I.P. Amy Winehouse

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