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dpa

 

Scheidung: Oliver  Kahn  will  Schlammschlacht  vermeiden

20. August 2009


Die Kahns haben ihre bevorstehende Scheidung nicht an die große Glocke gehängt - und damit gezeigt, dass sie aus dem Liebesdesaster vor sechs Jahren ihre Lehren gezogen haben.

Der 40-jährige Ex-Nationaltorwart und seine 39-jährige Noch-Ehefrau ließen ihre familiäre Angelegenheit lapidar durch einen Hamburger Rechtsanwalt mitteilen. "Simone und Oliver Kahn lassen sich einvernehmlich scheiden." Acht Wörter, mehr nicht - und in der "Bild"-Zeitung die von dem inzwischen beim ZDF als Ko-Moderator arbeitendem Kahn nachgeschobene Ergänzung: "Das ist absolute Privatsache. Ich handhabe das so, wie es sich gehört."

Kahn scheint seine Lehren aus dem Jahr 2003 gezogen zu haben. Im Jahr davor hatte der Torwart des FC Bayern eine grandiose Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea gespielt, was ihm außer der Auszeichnung als bester Spieler auch sportliche Anerkennung bei Fans brachte, die ihn vorher verspottet hatten. Doch den Imagegewinn verspielte Kahn binnen kürzester Zeit durch die Umstände seiner 2003 publik gewordenen Affäre mit Verena Kerth.

Futter für die Boulevardblätter


Ende 2002 hatte es erste Gerüchte über eine Ehekrise gegeben, am 1. März 2003 bestätigte Kahn schließlich via "Bild"-Zeitung, dass es in seinem Leben eine andere Frau gibt. Simone war im neunten Monat schwanger; der damals 33-jährige Kahn selbst nannte den Zeitpunkt der Enthüllungen "verwerflich" und versprach, jederzeit für seine Familie da zu sein; bei der Geburt seines Sohnes nur wenige Tage später war Kahn dabei.

Kahn und die 13 Jahre jüngere Kerth turtelten sich durch die Münchner Nobeldisko P1 und In-Restaurants und hatten offensichtlich keine Furcht vor den dort wartenden Paparazzi. Kahn und Kerth Händchen haltend, Kahn nur mit dem Kulturbeutel in der Hand beim Verlassen von Kerths Wohnung - die Boulevardblätter bekamen reichlich Futter.

Was folgte, war ein Hin und Her: Zunächst schien es so, als wolle Kahn mit der Geburt des kleinen David die Ehe mit seiner Jugendliebe Simone noch retten. Dann wandte er sich doch Kerth zu und verließ endgültig die Familienvilla. Zu der Zeit rückte bei dem lange besten deutschen Torwart die sportliche Seite vollkommen in den Hintergrund.

Zusammenreißen in der Krise


Doch mit Beginn einer sportlichen Krise - Kahn spielte nicht mehr wie der Unbezwingbare der WM 2002, in der Nationalmannschaft zog Jens Lehmann an ihm vorbei - riss sich der gebürtige Karlsruher zusammen. Er ordnete sein Privatleben zur Überraschung vieler in der Form, dass er und Verena Kerth nun offiziell als Paar auftraten. Zugleich zeigte er sich als liebevoller Familienvater, der engen Kontakt zu seiner Frau und den zwei Kindern pflegte.

Immerhin fünf Jahre blieben Kahn und Kerth zusammen. Doch als der Keeper sich am Ende seiner sportlichen Karriere einer Lebens-Zwischenbilanz widmete und an seinem Buch "Ich. Erfolg kommt von innen" arbeitete, erschien ihm offenbar die alte Liebe zu Simone bedeutender als die neue Liebe zu Verena. Er trennte sich von seiner Kerth, die inzwischen mit Martin Krug, dem Ex von Schauspielerin Veronica Ferres, liiert ist. Bei seinem Abschiedsspiel im September 2008 zeigten sich Simone und Oliver Kahn schon wieder gemeinsam. "Ohne sie wäre alles, was ich in meiner sportlichen Laufbahn erreicht habe, nicht möglich gewesen", sagte er damals. In einem Interview der Zeitschrift "Bunte" sagte Kahn im Sommer 2008, er sei seiner Frau sehr dankbar: "Simone hat mich immer total unterstützt, mir den Rücken freigehalten, ohne sich dabei selbst aufzugeben."

Doch der Ausnahme-Fußballer und seine Frau wurden am Ende offenbar von einem Problem eingeholt, das Eheberater zur Genüge kennen. "Die alte Liebe aufwärmen, geht das gut?" ist eine Frage, die immer wieder gestellt wird. Die landläufige Meinung, dass es nicht gut geht, wollen Experten pauschal nicht teilen. Sie verweisen vielmehr auf die nötige Bereitschaft beider Partner, aus den alten Fehlern Lehren zu ziehen. Beim Ehepaar Kahn hat es zwar mit der Liebe nicht mehr geklappt. Aber immerhin scheint die Lehre aus ihrer ersten Trennung zu sein, dass sie sich keine Schlammschlacht liefern wollen.



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