Whitney Houston: Ehrung für die letzte Pop-Diva
Die Veranstalter der Grammys ehren die verstorbene Sängerin Whitney Houston mit einem musikalischen Tribut, den Jennifer Hudson auftreten singen wird. Houston war am Samstagnachmittag in Beverly Hills tot in ihrem Hotelzimmer aufgefunden worden.
Von Martin Haldenmair
"Diva", der Begriff ist Klischee geworden. Jede Sängerin, die in einem Genre mehr als eine große Show hinlegt, wird flugs als "Diva" bezeichnet. Es ist ein tolles Wort, es glänzt würdevoll und verspricht Klasse. Bei Whitney Houston passte der Titel. Sie war eine Pop-Diva, und vielleicht die letzte. Die Musik - seien wir ehrlich - war eher banal, und die Texte nicht gerade tiefgründig. Doch die Stimme Whintey Houstons war mächtig und kräftig und ging ins Herz. Ihre Shows waren handwerklich genau durchgeführt. Sie selbst war bei allen Auftritten perfekt, aber unaufdringlich gestylt und sie war einer der wenigen Frauen auf der Welt, die eine Goldkleid tragen konnte ohne billig zu wirken. Ihr Auftreten, ihre Professionalität und eben ihre Stimme adelten die Songs. Sie sang nicht nur, sie verschenkte großartige Momente.
Sie hat den Titel "Diva" verdient, genauso wie einen Abschied in Würde, den ihr nun die Veranstalter der Grammy-Verleihung geben wollen. Ein musikalischer Tribut wurde ins Programm der 54. Grammy-Verleihung aufgenommen. Jennifer Hudson wird ihn bestreiten. "Heute ist ein Licht in der Musikszene verblasst", sagte Neil Portnow, Präsident der Recording Academy, die den Preis ausrichtet.
Liebeshymne eines Jahrzehnts
"The Voice" nannte man Whitney Houston respektvoll, wegen ihrer kraftvollen Stimme, die man mit dem ganzen Körper wahrnehmen konnte. Eben diese Stimme hatte sie in den letzten Jahren verlassen. Der Titel "Diva" bringt auch negative Klischees mit sich - und Houston erfüllte auch diese. Ihre große Zeit waren die späten 80er und die 90er Jahre. Ihr Song "I Will Forever Love You" aus dem Film "Bodyguard" (gleichzeitig ihrem Debut als Schauspielerin) wurde zur Liebeshymne eines ganzen Jahrzehnts. Für ihn konnte sie 1993 drei Grammys mit nach Hause nehmen: als beste Sängerin, für das beste Album und den besten Song. Wann genau ihr Abstieg begann, ist schwer auszumachen, doch - wie es das Klischee eben will -, waren Drogen und Alkohol im Spiel, die sie und ihr Mann Bobby Brown wohl exzessiv konsumierte.
Selbstverbareichtes Karrieregift
Anfang der 200er hatte ihr Sauberfrau-Image große Sprünge abbekommen und sie wurde zusehends unzuverlässiger, was Termine betraf. Alles sich langsam aufbauende Karieregift. Ihr siebtes Studioalbum 2009 "I Look to You" zeigte den Verfall deutlich: Die Stimme war noch da, jedoch weit entfernt von ihrer alten Klasse. Noch deutlicher wurde dies auf ihren Live-Shows. Unbeholfen wirkte ihr Auftritt und ohne technische Hilfe war ihre Stimme die meiste Zeit über einfach gar nicht mehr da.
Als Diva blieb sie aber weiter gern gesehener Gast bei den Terminen, auf denen sich doe Branche selbst feiert. Das größte Fest ist die Verleihung der Grammys, zu denen schon vorher zahlreiche Partys steigen. Houston wäre auch diesmal wieder eingeladen gewesen. Sie starb inmitten der in Feierlaune schwelgenden Stadt Beverly Hills allein in ihrem Hotelzimmer. Ein trauriges Ende für die letzte Pop-Diva. Im August wird sie noch einmal zu sehen sein: Dann kommt ihr Film "Sparkles" in die Kinos, in den sie zuletzt große Hoffnungen gesetzt hatte, dass er ihre Karriere wieder in Schwung bringen könnte.
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Leser-Kommentare (1)
pop-diva
Die letzte Pop-Diva war Amy. Whitney war vielleicht die letzte Soulsängerin, die mehr als nur säuseln konnte.
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