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Sabi Shoot The Parlotones Journey Through the Shadows

 

The Parlotones: Epische  Reise  in  den  amerikanischen  Rock

"The Parlotones" ist eine der spannendsten, hiezulande unbekanten Bands: 2010 schickten sie mit der Fußballhymne "Come Back As Heroes" die deutsche Mannschaft in den kampf, in den USA spielten sie vor Coldplay, in ihrer Heimat Südafrika überholen sie Coldplay.

Von Martin Haldenmair

"Ask Your Creator about the Meaning of Live" - das ist ein typischer "Parlotones"-Text. Auf der Oberfläche eine "Wenn kümmert's"-Fröhlichkeit, unter der eine leichte Melancholie mitschwingt. In ihrer südafrikanischen Heimat gehören sie zu den ganz Großen, die in einem Atemzug mit Coldplay genannt werden, auch schon mal Weine mit dem Namen ihrer Songs herausbringen und sich daneben karitattiv engagieren. In Deutschland konnten wir sie 2010 sehr oft hören, denn sie interpretierten die ARD-WM-Hymne "Come Back as Heroes" - die im Grunde nicht ihr typisches Metier war, der sie aber geschickt ihren typischen Sound aufdrückten. In Europa ist es seither etwas still um sie geworden. Zu unrecht. Ihr neues Album heißt "Journey Through the Shadows". Es ist, trotz des gar finstren Titels, das bisher aufgekratzteste der vier Jungs aus Johannesburg.

CD: Rock

Journey Through the Shadows

The Parlotones

Veröffentlichtung: 04. Mai 2012
Tracks: 12

Label: earMusic

Bewertung:


Der gläserne Ton für die große Arena

Die auf dem Albumcover beschworene Reise aber verändert den Stil der vier Südafrikaner. Amerikanischer wirken die nachschwingenden Gitarrentöne, die bisher eher knapp und trocken waren. Der ganze Sound geht stärker in die Breite und ist klar auf die Kulisse ausgelegt, in der "The Parlotones" mittlerweile auftreten: große Arenen und Stadien, vorbei die Zeit der kleinen Bars, in denen die Band ihre Anfang nahm, vorbei daher auch dei zeit der intimen Klänge. Raus will er stattdessen, der Klang der Parlotones, allen voran die Stimme ihres Leadsängers Kahn Morbee. Wer mit dem dunkelhaarigen Kerl spricht, wird nur einen mittelstarken Bariton hören, beim Singen aber schraubt der sich in fantastische Höhen, ohne jemals auszufransen. Je höher, desto gläserner wird sein Ton.

Dies demonstriert er in "Bitter Like the Devil", dem sechsten Song auf dem Album. Zart und fein beginnt Kahn den Song und trägt die Melodie in die Höhe. Wenn der Song gerade in eine ähterische Hymne überzugehen scheint, schlagen die Gitarren zu und Drummer Neil Pauw wummert den Rhythmus dem Zuhörer in die Knochen. Zu pathetisch wird das allerdings in "I Am Alive", das nach einem vielversprechenden Anfang (ähnlich wie bei "Bitter Like the Devil") in eher uninteressante Wiederholungen mündet. Jedes "Parlotones"-Album hat einen leicht kitschigen Song, aber das ist ein wenig zuviel des Sentiments.Wenigstens fordern sie uns nicht auf, in die Hände zu klatschen - dann wären sie endgültig amerikanisiert.

Ein neuer Sound zum Mitwippen

Der nächste Song "Dream Lover" versöhnt dafür wieder vollständig mit der Band. Er greift den Anfang des ersten Songs "Freak Show auf", in dem die Band sich ohne Instrumente vorstellte und um Kahns Stimme harmonisierte. In diesem Song sind es die Gitarren der Hodgsons, die um Kahns herumspielen und kleine unerwartete Varianten einbringen. Das Album könnte eigentlich zu Ende sein, doch dann bietet uns die Band als Rausschmeißer einen Ausflug in ein neues Genre, nämlich den Folk. Mit einem ungewohnt aufgekratzt schnuckeligem Liebeslied verabschiedet uns die Band von ihrer "Reise durch die Schatten".

"Journey Through the Shadows" ist voller Songs, bei denen der Fuß automatisch mitzwippen beginnt. The Parlotones reisen darin von ihren Brit-Pop-Wurzeln zu einem wärmeren, amerikanischen Rock ("Honey" beispielsweise klingt am Anfang so, als käme der Song aus einem amerikanischen Piratensender der 50er). Sie erhalten sich dabei ihren eigenen Sound, drehen dabei lediglich ihren melancholischen Unterton zurück. Schatten gibt es also kaum zu finden auf der Scheibe, dafür eine Menge spaßiger Songs, die nicht unter den drohenden Schatten der Beliebigkeit fallen.

Mehr von der Band sehen Sie in unsererBildergalerie von The Parlotones.

Weiterführender Link: Homepage der Band The Parlotones

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