The Doors: "Ich bin noch nicht tot!"
Ruhig ist es um die Doors nie geworden. Vierzig Jahre nach der Gründung der Band pilgern noch immer Millionen von Fans Jahr für Jahr an Jim Morrisons Grab in Paris, Hits wie "Break On Through" oder "This Is The End" sind beliebt wie in den Sechzigern. Ein Ende des Hypes ist nicht in Sicht. MAX sprach mit John Densmore, Schlagzeuger von The Doors, über erfüllte Träume, zeitlose Musik und einem möglichen gemeinsamen Auftritt der zerstrittenen Band.
Interview von Markus Weiß
MAX: Doors-Fans müssen denken, es ist schon Weihnachten. Alle eure Alben werden neu herausgebracht, ihr habt eine Ausstellung in Cleveland ...
CD: Pop
The Very Best Of The Doors
The Doors
Label: Warner Music
VÖ: 23.03.2007
Tracks: 34
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Bewertung: ![]()
John Densmore: Bezüglich der Doors ist gerade für jede Generation Weihnachten. Irgendwie scheinen wir jeder Altersgruppe auf ihre Weise zu helfen, die eigene Nabelschnur durchzuschneiden und werden so immer wieder entdeckt.
MAX: Schaut so aus, schließlich sind rund ein Drittel der Käufer von euren CDs jünger als dreißig Jahre ...
John Densmore: Genau das meinte ich. The Doors werden von jeder Generation wiederentdeckt, nein, neu entdeckt. Und die älteren Jahrgänge, die Teenager waren, als wir gespielt haben, sind auch immer noch interessiert.
MAX: Es gibt Musikstile, die werden fünf Jahre gespielt, danach möchte sie keiner mehr hören. Meinst du, ihr habt mit dem Sound der Doors etwas Zeitloses erschaffen?
John Densmore: Scheint so, obwohl für einen Drummer das Timing eigentlich sehr wichtig ist (lacht). Vielleicht hatten wir in jedem Jahrzehnt gutes Timing.
MAX: Was ist das Besondere an "The Very Best Of The Doors"? Es ist schließlich nicht das erste Greatest-Hits-Album der Band.
John Densmore: Unser langjähriger Toningenieur Bruce Botnick hat das Mischen übernommen. Er war bei den Originalaufnahmen dabei und kennt jeden Song, jede Note, jedes Klimpern auf dem Piano, und er hat einen wirklich guten Job gemacht. Wir selbst hatten auch großen Einfluss auf das Ergebnis.
MAX: Was ist das Geheimnis von The Doors? Wie habt ihr es geschafft, so viel Material so gekonnt zu vertonen?
John Densmore: The Doors, das war eine magische Vereinigung von vier Leuten mit unterschiedlichen Talenten. Jim war ein echter Liebhaber der Worte und wir anderen drei konnten unseren individuellen Sound einbringen. Als wir das alles verbunden haben, kam etwas heraus, das größer war, als wir vier einzeln es je geschafft hätten.
MAX: Ihr habt bei den diesjährigen Grammys einen Preis für das Lebenswerk erhalten. Wie fühlst du dich damit? Viele, die so eine Auszeichnung erhalten, denken: Ok, das wars. Was soll jetzt noch kommen?
John Densmore: Also ich bin doch nicht tot. (lacht) Ich bin stolz auf die Vergangenheit, aber noch gespannter darauf, was die Zukunft bringt. Gerade vor ein paar Minuten habe ich mit einem Radiomoderator in Iran gesprochen, das war sehr aufregend für mich. Du musst wissen, derzeit mache ich Jazz mit einem Iraner. Unsere beiden Länder drohen damit, sich zu bombardieren und wir versuchen, unsere Kulturen zu teilen. Nichts ist spannender als das.
MAX: Was bedeutet Jazz für dich? Ist das ein großer Unterschied zur Musik, die du mit den Doors gemacht hast?
John Densmore: Ich nähere mich der Musik auf die immer gleiche Weise, egal ob es Jazz, Blues oder Rock ist. Die Melodien und die Rhythmen sagen mir, wie ich es zu spielen habe. Früher habe ich John Coltrane und seinem Drummer Alvin Jones zugehört, das gab mir Ideen, wie ich Jim Morrison begleiten kann. Eigentlich war ich schon vor den Doors ein Jazz-Drummer, aber erst jetzt habe ich ein Jazz-Album gemacht.
MAX: Wie hast du die Arbeit mit den Doors empfunden?
John Densmore: Es war fantastisch mit Jim Morrison zu spielen. Das ist der Grund, warum ich an den Feierlichkeiten zum Doors-Jubiläum teilgenommen habe und teilnehmen werde, weil ich einige von Jims Gedichten vortragen kann.
MAX: Wie siehst du die Chancen, dass die noch lebenden Mitglieder der Doors noch einmal gemeinsam auftreten?
John Densmore: Ich würde es nicht ausschließen. Wir müssen natürlich erst einmal den Prozess um die Weiterverwendung des Namens beenden. Die erste Verhandlung habe ich gewonnen, aber die anderen Bandmitglieder akzeptieren meinen Sieg nicht und wollen Berufung einlegen.
MAX: Bist du über deinen Sieg trotzdem glücklich?
John Densmore: Natürlich bin ich es. Das bestätigt mir, was Jim und ich immer gesagt haben. Es braucht vier "Doors", hat man nur zwei Türen (Doors), ist man nur ein Coupé, erst mit vier Türen ist es eine Limousine.
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