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Clive Barda Sting

 

Sting: Rock-Klassik

Sting ist zurück. Mit "Symphonicities" begibt er sich in ungewöhnliche Sphären. Gelingt das Experiment?

Von Julian Rohrer

Er ist der Godfather of Rock'n'Roll. Naja, gut, Elvis mag da vielleicht noch drüber stehen, doch Sting ist und bleibt einer der wichtigsten gemäßigten Rockkünstler unserer Zeit. Und somit hat er sich diesen im ersten Moment etwas unpassenden Status durchaus verdient. Und wie es sich für einen Kreativkopf gehört, bleibt man nicht bei seinen Leisten, sondern wendet sich Gefilden zu: der Klassik.

CD: Rock

Symphoncities

Sting

VÖ: 13. Juli 2010

Tracks: 12

Bewertung:


Mehrere Jahrzehnte Sting

Wem Sting kein Begriff ist, der wird sich in den letzten vierzig Jahren tief in seinem Keller eingeschlossen haben oder lief jahrelang in grellen Signalfarben auf Drogen-vertieften Technoveranstaltungen herum. Denn mit einer gewissen Offenheit gesegnet zu sein, das ist die Voraussetzung, wenn man sich mit dem mehrere Jahrzehnte umfassenden Schaffen des Ausnahmekünstlers beschäftigen will. Und dabei fordert Sting von sich selbst nicht weniger als von seinen Fans. Und so war es schon von vornherein klar: Die Sting meets Klassik Kooperation sollte etwas Besonderes und Einzigartiges werden. Schließlich haben sich viel zu viele an so etwas versucht - und sind grandios gescheitert.

Mit dem Geist der Beatles

Wie ein Fremder nähert sich Sting mit einem eigentümlichen Raumschiff dem Sonnensystem seiner unglaublich erfolgreichen Studioalben, um es für sich und seine Fans neu zu entdecken. Und das gelingt ganz famos. Das in den legendären Abbey-Road-Studios aufgenommene Album verzichtet völlig auf den häufig durch diese Kombination erzwungen Pseudo-Pomp und zeichnet in häufig zarten, manchmal unglaublich groovigen Arrangements das Älterwerden eines musikalischen Chamäleons nach. Doch das darf nicht missverstanden werden - Sting ist definitiv zu ruhig, um damit sein abschließendes Meisterstück abzuliefern. Aber es ist ein Ruhepunkt in einer langen Reise, in der der Entdecker Sting kurz verharrt, sich auf seine Gitarre lehnt und zurück blickt - und seine Fans dazu einlädt, ebenso innezuhalten.

Zurück in die Zukunft

Deshalb überrascht es kaum, dass der Albumtitel "Symphonicities" direkt auf den Beginn der Solokarriere des Briten verweist: Mit "Synchronicity" (1983) beendete Stings erste Band "The Police" ihr gemeinsames Schaffen und legte den Grundstein für den Künstler Sting. Elf Studioalben später, nach unzähligen Projekten, Leistungen verschiedenster Art und gigantischen Welttourneen erhalten zwölf Songs des Meisters ein neues Gewand. Sei es das ruhige "Roxanne", das swingende "Englishman In New York" oder das rockende "Next To You" - Gewohntes klingt neu, Ungewohntes seltsam vertraut. Und das ist genau das Ziel, das Sting erreichen wollte. Er hat es geschafft. Denn diese Magie, die durch die Verbindung eines Orchesters mit Stings Stimme geschaffen wurde, ist phänomenal.

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