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Bärbel Miebach Sandra

 

Sandra: Da  Capo!

"Maria Magdalena" war Sandras größter Hit in den achtziger Jahren. Obwohl sie regelmäßig neue Alben herausbrachte, kam sie an diesen Erfolg nicht mehr heran. Mit "The Art Of Love" wagt die 44-Jährige einen weiteren Versuch.

MAX: Du hattest einige Hits, bist fester Bestandteil einer bestimmten Musik-Ära ... Was treibt einen in so einer Situation dazu, noch ein Album zu machen?

Sandra: Irgendwann kam mein Manager zu mir und sagte, wir hätten so viele Anfragen übers Internet. Er meinte: 'Du hast immer noch eine Fanpage im Internet, das ist unglaublich. Schau dir das mal an!' Das hat mich überzeugt. Ich habe mir gedacht: 'Wenn ich das mache, dann mache ich mal mein eigenes Ding, produziere und schreibe meine Texte selber.'

MAX: Ein wenig Hilfe hast du ja doch gehabt. Wie war die Zusammenarbeit mit Jens Gad?

Sandra: Ich habe mich für Jens entschieden, weil er schon jahrelang mit meinem Ehemann Michael Cretu und auch mit mir zusammengearbeitet hat. Er ist wie ein Bruder für mich, und sein Studio ist nur zehn Minuten von meinem Haus entfernt.

MAX: Das sind natürlich optimale Bedingungen...

Sandra: (lacht) Ja! Lustig war, dass er mich anrief, bevor ich mit ihm über meine Pläne sprechen konnte. Er wollte gerne mal ein Album mit mir machen. Da ist er mir zuvorgekommen.

MAX: War der Wunsch, endlich eigene Ideen durchzusetzen und die "wahre" Sandra zu zeigen, der Hauptgrund für ein neues Album?

Sandra: Oh nein, das war es nicht. Das hat sich so ergeben. Ich hatte einfach meine eigenen Ideen, das hat auch Jens sehr inspiriert. Oft habe ich einfach am Mikrofon gestanden und ihm erklärt, wie ich den Song höre, was ich dabei empfinde.

MAX: Herausgekommen sind Songs, wie man sie von Sandra nicht unbedingt erwartet hätte.

Sandra: Es ist ein sehr persönliches Album geworden und aus meinem Herzen geschrieben. Meine Kindheit war nicht unbedingt die Schönste, und dieses Album hat mir die Seele freigesprochen ...

MAX: Dieses Album? War Musik für dich vorher kein Ventil, um Gefühle freizulassen?

Sandra: Bei Sandra hieß es immer: alles Friede, Freude, Eierkuchen. Es war damals nicht drin, was Negatives zu sagen, obwohl auch ich schlechte Zeiten hinter mir habe. Jetzt dachte ich mir, ich will einfach nur ehrlich sein. Wenn ich etwas Neues mache, dann schreibe ich mir das alles vom Herzen.

MAX: Hat es funktioniert?

Sandra: Für mich sind das Thema Kindheit und all die Dinge, die mich bis heute verfolgen, mit der Veröffentlichung abgehakt. An dem Tag werde ich feiern und schaue nur noch in die Zukunft.

MAX: Schauen wir doch vorher in die Vergangenheit: Du warst 23 Jahre alt, als dein großer Solo-Hit "Maria Magdalena" erschien. Das ist jetzt über zwanzig Jahre her. Stört es dich, dass man die Person Sandra nach wie vor über diesen einen Song definiert?

Sandra: Man setzt mich letztendlich immer nur in Verbindung mit den achtziger Jahren, dabei habe ich so viele schöne Alben gemacht, worüber kaum gesprochen wird - immer nur über "Maria Magdalena".

MAX: Es ist einfach eine der Hymnen aus der Zeit ...

Sandra: Ja, ich werde den Song auch immer auf der Bühne präsentieren, weil er einfach zu mir gehört. Es gibt aber auch andere Seiten an mir, und der Fan hat ein Recht, die ebenfalls zu hören.


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Leser-Kommentare (4)
fredy (06.09.10 - 11:57)
Sandra cretu

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