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Dominik Asbach Reamonn

 

Reamonn: Weitergehen,  Herr  Reamonn

"In Deutschland muss man auf einem roten Teppich stehen, damit die Leute einen als Star akzeptieren"

Dann stürmt plöztlich ein Kellner aus dem Restaurant. Auch sein Lächeln könnte jetzt töten. "Bitte!", befiehlt er. "Sie können hier keine Musik machen. Gehen Sie bitte weiter!" Rea kann sich ein Grinsen nur schwer verkneifen, entschuldigt sich, schüttelt dem Kellner die Hand und legt die Gitarre zurück in den Koffer. "Das ist wirklich authentisch", sagt er. "Die gleiche Erfahrung habe ich früher auch gemacht. Egal wie gut oder schlecht du spielst - irgendwann wirst du immer weitergeschickt."

Und der Kellner? Hat er Rea erkannt? "Ja, schon. Das war doch der Herr Ra - oder wie heißt er?" Und wird plötzlich unsicher. "War der das jetzt wirklich oder war das ein Double? Es tut mir ja leid. Aber ich mache nur meinen Job. Ich bekomme sonst Ärger mit meinem Chef." Superstar hin oder her. Irgendwann hört auch in Heidelberg der Spaß auf. Und außerdem: Da könnte ja jeder kommen und behaupten er sei der Herr Reamonn20 Meter weiter, noch einmal der letzte, große Hit "Tonight". Sofort bekommt Rea von einem rastagelockten Girlie eine Spende. Warum? "Weil der gute Mucke macht. Der kann das!" Schon einmal von Reamonn gehört? "Wer? Nee, noch nie!" Die Passanten, die Rea erkennen, sind auffällig schüchtern. Sie drücken sich ängstlich an die Hauswand der gegenüberliegenden Straßenseite und beobachten ihn. Dabei liegen seine Autogrammkarten griffbereit im Gitarrenkoffer. Aber niemand fragt danach.

Und eigentlich ist Rea auch ganz froh darüber, dass seine Fans nicht hysterisch sind und ihn mit Schlüpfern bewerfen. Einen Song später sind die 30 Minuten um - und Rea ist um 6,54 Euro reicher. "Es ist schwer", sagt er. "Die Leute finden heute das, was im Fernsehen läuft, interessanter als das, was auf der Straße passiert. Und in Deutschland muss man auf einem roten Teppich stehen, damit die Leute einen als Star akzeptieren. Ich vergesse nicht, wo ich herkomme, aber ich möchte da auch nicht unbedingt zurück."


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PASSENDES IM NETZ
Leser-Kommentare (3)
Michael P. (26.04.07 - 13:44)
Tolle Idee

Gratulation der Redaktion zu der tollen Idee. Kein Wunder, dass Paul gewonnen hat. Der singt einfach besser, sorry Rea.

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