HomeCityguidePopkulturLifestyleShop

 

dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH George Harrison

 

Musik-News: Beatle  mit  weinender  Gitarre:  George  Harrison  würde  70

London (dpa) - John Lennon war der unbequeme, Paul McCartney der umtriebigste Beatle, Ringo Starr der Witzbold.

Der vierte im Bunde, George Harrison, war der stillste der Pilzköpfe, der sich oft im Hintergrund hielt; der, den man am schlechtesten einschätzen konnte. Obwohl er, schrieb der «Guardian» einmal, Journalisten dann und wann mit einer kernigen und verrückten Antwort überraschte. Am Montag hätte Harrison, der 2001 an Krebs starb, seinen 70. Geburtstag gefeiert.

Geboren wurde der jüngste und schönste der Fab Four 1943 in einem Vorort der nordenglischen Hafenstadt Liverpool. Er ging auf dieselbe Grundschule wie John Lennon, wechselte später auf das Liverpool Institute, das auch Paul McCartney besuchte. Die beiden lernten sich im Schulbus kennen und freundeten sich an, als sie ihr gemeinsames Interesse für Musik entdeckten. Seine erste Gitarre hatte sich Harrison bereits mit 13 gekauft.

Über McCartney stieß er zu dessen Band mit John Lennon. Dieser wollte den erst 14-Jährigen Teddy mit langer Anzugsjacke, engen Hosen und Elvis-Tolle zuerst nicht dabeihaben - bis er den Jungen mit dem schmalen Gesicht und dem Liverpooler Akzent spielen hörte. Ab 1960 trat die Gruppe als Beatles auf, Schlagzeuger Ringo Starr machte die Fab Four komplett.

Obwohl die Musik der Pilzköpfe vor allem von Lennon und McCartney dominiert wurde und sich der stille Harrison oft ihrem Willen beugte, stammen einige der bekanntesten Titel der Band aus seiner Feder: Die Ballade «While My Guitar Gently Weeps» und das Lied «Here Comes the Sun» zum Beispiel. Harrisons Frau Olivia sagte einmal über ihn, er sei beides gewesen: Mal still und schweigsam, mal komisch und lebendig.

In den 1960-er Jahren konvertierte Harrison zum Hinduismus. Er war es, der die Band nach Indien brachte und indische Klänge auf manche Alben. Nach der Trennung der Fab Four 1970 war Harrison als Solo-Künstler mit dem Hare-Krishna-Superhit «My Sweet Lord» erfolgreich. Später stand er zusammen mit Bob Dylan, Tom Petty, Jeff Lynne und Roy Orbison als «Traveling Wilburys» auf der Bühne.

1999 überlebte Harrison knapp die Messerattacke eines Attentäters. Am 29. November 2001 starb der Beatle mit der weinenden Gitarre nach langer Krebskrankheit in Los Angeles mit 58 Jahren. Vor den Londoner Abbey Road Studios, wo die Pilzköpfe fast alle Alben aufgenommen haben, legten Fans Blumen nieder. Vor dem Buckingham Palast spielte die Militärband während des Wachwechsels statt Marschmusik ein Beatles-Medley. Und Paul McCartney sagte nach den Tod seines Freundes: «Er war wie mein kleiner Bruder und wird mir sehr fehlen.»

PASSENDES IM NETZ
Leser-Kommentare
BEITRAG SCHREIBEN

Überschrift

Name


Ihr Kommentar 
AGB

Beitrag abschicken