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Miriam Makeba: Afrikas  Stimme  verstummt

Es war ein Auftritt für einen bedrohten Schriftsteller. Dass er der letzte ihres Lebens wurde, war niemandem klar. Die Jazz-Sängerin Miriam Makeba starb nach einem Konzert in Italien an einem Herzinfarkt. Ein Porträt.

Von Andrea Ege

Mama Afrika, so lautete ihr zweiter Name, galt als die berühmteste und wichtigste Stimme des Schwarzen Kontinents. Am 4. März 1932 erblickte Miriam Makeba in Johannesburg das Licht der Welt. In den 50er-Jahren wurde sie als Jazz-Sängerin bekannt. Doch sie war weit mehr als das. Sie gab der Anti-Apartheidbewegung Südafrikas eine Stimme und ein Gesicht. Denn sie hasste ihre Heimat für die dort herrschende Apartheid-Politik.

Nelson Mandela bittet sie zurück

"Pata, Pata" - dieser Titel verhalf ihr zum internationalen Durchbruch und katapultierte sie als erste afrikanische Sängerin in die Top Ten der Charts in den USA. Für die gegen die Apartheid engagierte Sängerin eine großartige Position. So erreichte sie viel mehr Zuhörer für ihre Kritik am südafrikanischen Regime. Mit der entsprechenden Konsequenz: Ab 1960 durfte sie wegen ihres politischen Engagements über drei Jahrzehnte lang nicht mehr nach Südafrika zurück.

Ihr Exil verbrachte sie in England und in den USA. Doch auch dort setzte die Power-Frau sich politisch massiv ein: In diesem Fall, indem sie 1968 den "Black Power"-Aktivisten Stokely Carmichael heiratete. Was wiederum dazu führte, dass sie aus dem Land verwiesen wurde. Ihre nächste Wahlheimat wurde dann Guinea. Dort blieb sie bis 1990, als Nelson Mandela die Sängerin wieder nach Südafrika einlud. In dieser Zeit wurde sie zu einer festen Größe der internationalen Musik. Und Mutter einer Tochter, die 1985 im Alter von 34 Jahren starb.

Offizieller Abschied

Glücklicherweise nahm ihr der Tod ihrer Tochter nicht die Kraft, weiter zu singen. Sie trat international auf und wurde immer berühmter. Vor drei Jahren jedoch gab Miriam Makeba ihren offiziellen Abschied bei einer internationalen Tour bekannt. Und doch machte sie ab und zu weiter. Mit immer wieder kommenden Auftritten. Schon bei ihrer Abschiedstournee hatte sie erwähnt, dass es eigentlich eher eine "Ich-gehe-in-Pension"-Tour sei. Dass sie danach tatsächlich bis zu ihrem Tod weiter auftreten würde, war damals allerdings noch nicht klar.

Schon während des Auftritts in der italienischen Stadt Castel Volturno klagte die Sängerin über Unwohlsein. Es war ein Konzert zugunsten eines von der Mafia bedrohten Schriftstellers. Plötzlich wurde ihr auf der Bühne schlecht. Sofort wurde sie ins Spital gebracht. Zu spät. Der Herzinfarkt war zu weit fortgeschritten. Die Ärzte hatten keine Chance, sie zu retten.

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