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Universal Music Michel Teló

 

Michel Teló: Brasilianische  Ohrwürmer

Auf Youtube ist "Ai Se Eu Te Pego" von Michel Teló ein Hit. Was der Sänger noch kann zeigt er auf seinem Album "Na Balada". Wir haben reingehört, ob der portugiesische Charme für eine ganze CD hält

Von Martin Haldenmair

Schöne Frauen, heiße Rhythmen und Tänze mit unmissverständlichen Gesten - ach ja! Das ist das Brasilien unserer Träume. Das Video zu "Ai Se Eu Te Pego" bringt uns direkt dorthin. Der Song ist nicht neu, Michel Teló hat ihn gecovert - und ihn richtig bekannt gemacht. Auf den ersten Blick wirkt der nette dunkelblonde Junge auf der Bühne dabei mehr wie ein blasser Brite, würde er eine verschrammte Gitarre hervorholen, einen traurigen Liebessong klampfen, es würde uns auch nicht wundern. Doch aus seiner Stimme und Auftreten dringt aus Teló ganz klar lateinamerikanischer Charme (und ein wenig Macho-Gehabe). Na, kein Wunder, dass der Saal mittanzt. Hände links und rechts zur Brust, die Arme ausstrecken und dann an den Hüften vorbeisausen lassen. Wenn das eine ganze Partyhalle voller Frauen macht, ist das natürlich ein Hingucker.

CD: Pop

Na Balada

Michel Teló

VÖ: 10. Februar 2012

Tracks: 15

Label: B1 Recordings (Universal)

Bewertung:


Richtig bekannt wurden Song und Video über Youtube. Der brasilianische Fußballer Neymar tanzte letztes Jahr zu Telós Cover in der Kabine - das Video dazu landete auf Youtube und hat bis heute mehr als 13 Millionen Abrufe . Im November 2011 tanzte Ronaldo von Real Madrid nach einem Tor eine kleine Einlage mit den eindeutigen Gesten aus "Ai Se Eu Te Pego". Und Anfang dieses Jahres pfiff Aílton im "Dschungelcamp" den Song und schaukelte seine runden Hüften dazu.

Schmelz, Rhythmus und Akkordeon

Ist die ganze Geschichte ein typisches virales Phänomen? Ein Song wird über Youtube berühmt - vor allem wegen des Videos und nicht allein wegen Telós Chamre oder weil sein Drummer faszinierende Tattoos hat, sondern wegen - seien wir ehrlich! - der hübschen Frauen. Wir können es herausfinden auf "Na Balada", Michel neuem Album, das am 10. Februar bei uns erscheint.

Der Titel ist Programm. Partymusik wie "Ai Se Eu Te Pego" (der erste Track auf der Scheibe) ist in der Minderheit gegenüber langsameren Stücken, die Teló mit soviel Schmelz sinkt, dass wir ihn uns unwillkürlich mit viel Brillantine im Haar auf einem Kreuzfahrtschiff voller alter Damen vorsellten müssen. Manche Songs wie "Coincidência" geraten da etwas zu schmelzig, andere wie "Pensamento Bons" sind besser ausbalanciert, so dass die jugendliche Energie von Telós durchaus beahctlicher Stimme auch noch eine Chance hat. Besonders gut funktioniert er bei leiseren Stellen, wie dem Abschlussong "Vida Bela Vida", bei dem Teló zu feiner Klavierbegleitung für einen schönen Ausklang sorgt. Doch keine Sorge: Neben Herzergreifendem ist auch Tanzbares dabei wie der zweite Song "Humilde Residència" und Ohrwürmer wie das spaßige "Vamo Mexê".

Die meiste Energie aber hat der erste Song, eben "Ai Se Eu Te Pego", was daran liegt, dass wir auch die Reaktionen des Publikums zu hören bekommen - eine gute Idee für dieses Album. Denn solche Songs - ob schmalzig oder spaßig - machen am Ende doch nur zusammen mit Freunden richtig Freude.

Mehr von Michel Teló sehen Sie in unserer Bildergalerie.

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