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Madonna: Madonna  -  Chamäleon  der  Popmusik

Heilige, Hure, Punk-Girl, Disco-Queen: Seit 25 Jahren ist Madonna im Geschäft. Nach Adoptionsskandal, Film-Flops und Ehekrise machte die Unkaputtbare nun wieder mit Musik Schlagzeilen und singt von Weltverbesserung.

Von Markus Weiß

Auf ihrem neuem Album "Hard Candy" präsentiert sich Madonna als sexy Fast-Fünfzigerin, doch die Zeiten der lesbischen Küsse und des Provokant-Pops sind vorbei. Stattdessen singt sie mit fetten Beats von der Weltrettung. Ungewöhnlich? Nein, denn große Pläne sind für Madonna nichts Neues.

Aufstieg von ganz unten

Als Madonna Louise Veronica Ciccone 1979 in New York eintraf, wollte sie mit den 35 Dollar in ihrer Tasche die Welt erobern. Der Traum von der Tellerwäscherin zur Plattenmillionärin zu verwirklichen war für die Studienabbrecherin hart. Anfangs musste sie ihr Essen teils aus Mülltonnen fischen und sich mit Gelegenheitsjobs in Fast-Food-Restaurants über Wasser halten.

Es ist ihr nicht peinlich, darüber zu reden. Schließlich ist sie bekannt dafür, Dinge offen auszusprechen, die andere lieber totschweigen würden. "Wenn ich hungrig bin, dann esse ich. Wenn ich durstig bin, dann trinke ich. Und wenn mir danach ist, etwas auszusprechen, dann tue ich das." So simpel ist ihre Lebensweisheit. Der Gang nach New York war das Beste, was sie bisher gemacht hat, behauptet sie. Recht hat sie! Knapp dreißig Jahre nach diesem verregneten New Yorker Tag sind aus den 35 Dollar 850 Millionen geworden.

Vom Landei zur Stil-Ikone

Zum "Lucky Star" wurde Madonna 1981, als sie mit ihrem ersten Plattenvertrag bei Sire Records durchstarten konnte. Von da an ging es steil bergauf und binnen kurzer Zeit wurde das Mädchen aus Bay City, Detroit, zur Chartstürmerin und Stil-Ikone. Tausende kopierten ihren Look mit nabelfreien T-Shirts, Unmengen von Haarreifen und Kruzifixen um den Hals. So war es auch später mit den Henna-Tattoos, den Western-Hemden und dem Monroe-Look. Sie trug es, die Masse folgte.

Genau das machte es für Madonna jedoch uninteressant, denn massenkompatibel, das ist nicht ihr Ding. Vielmehr ist der ständige Wandel ein Versuch, Individualität zu bewahren. Punk-Girl, Diva, Heilige, Hure, Disco-Queen - kein neues Album, für das sie nicht ihr Image komplett gewechselt hat. Das können viele. Einfach ist es deswegen noch lange nicht. Mit beinahe 50 Jahren wird es für Madonna trotz Traumkörper jedoch immer schwieriger geschnürte Stilettos, Korsage und Hotpants gut zu verkaufen.

Madonna lässt nachhelfen

Glaubt man der Presse hilft Madonna schon länger nicht mehr nur mit viel Sport, Yoga und guter Ernährung nach. Auch der eine oder andere Chirurg soll bereits das Messer gezückt haben, damit sie die Frau bleibt, mit denen zwar die Mittdreißiger groß geworden sind, deren Poster sich aber auch die Teenager übers Bett hängen. Ein Leben im Hintergrund? Dafür scheint die "Göttliche" nicht geschaffen zu sein. Sie gehört ins Rampenlicht.

Beständig ist Madonna eigentlich nur im Eheleben. Als ihr guter Freund Sting sie bei einem gemeinsamen Essen dem britischen Regisseur Guy Ritchie vorstellte, hätte es eine weitere der vielen Liaisons werden können, die Madonna bis dahin hatte. Wer ein wenig recherchiert, stellt schnell fest: Wirklich alleine war Madonna in ihren wilden Jahren vermutlich selten. Außer mit Carlos Leon soll sie mit Anthony Kiedis, Lenny Kravitz, Warren Beatty, Roseanna Arquette und Ingrid Casares innige Beziehungen geführt haben. Doch seit mittlerweile neun Jahren ist sie mit Ritchie zusammen und führt ein Eheleben mit Höhen, Tiefen und drei Kindern.

Englischer Landsitz, Tweedkostüm ... Kurz nach der Hochzeit wurde Madonna zur Vorzeigemutter. Die Frau, die noch wenige Jahre zuvor oben ohne den roten Teppich unsicher machte und Beziehungen mit Frauen hatte, veröffentlicht auf einmal Kinderbücher und nimmt Reitunterricht. Einen solchen Spagat schafft nicht jeder Künstler.

Der ewige Popstar

"Ich bin wie eine Kakerlake, man wird mich nicht los", sagt Madonna über sich selbst. Und so wundert es nicht, dass sie auch nach 25 Jahren noch gut im Geschäft ist. Für ihre Alben holt sie sich die hippsten Produzenten, die es immer wieder aufs Neue schaffen, der in die Jahre gekommenen Grand Dame des Pop ein neues Kostüm überzustülpen. Bei "Ray Of Light" war es William Orbit, bei "Music" Mirwais Ahmadzai und bei ihrer neuesten Schöpfung, dem Album "Hard Candy", Musik-Gott Timbaland.

Die Kombination bringt den Erfolg. Timbaland liefert den Beat, Timberlake das junge Publikum und die Queen of Pop sich selbst. Böse Zungen könnten nun behaupten, dass Madonna von der Trend-Setterin längst zur Mitläuferin geworden ist. Was auch immer das Geheimnis ihres Erfolges ist, das Prinzip Madonna funktioniert sehr gut. Selbst in Indien kann sie nicht mehr unerkannt auf die Straße gehen und nur an die Gottesmutter denken beim Namen "Madonna" sicherlich nur streng Gläubige ohne CD-Player. Innerhalb von 25 Jahren ist Madonna zu etwas geworden, das bares Geld wert ist - zumindest in der Musik.

An Aufhören denkt sie nicht

Die ist und bleibt wohl auch Madonnas Aushängeschild, das musste sie immer wieder erfahren. So sehr sie sich auch eine Karriere im Filmgeschäft gewünscht hätte. "Swept Away", "The Next Best Thing" - bis auf das Musical-Epos "Evita" hat Madonna in der Filmkarriere eher Flops zu verbuchen. Umso mehr freut es die Multi-Millionärin, dass ihre Single "Four Minutes To Save The World" direkt auf Platz eins der internationalen Charts eingestiegen ist. Und wer Madonna kennt, weiß: Nach 26 Grammy-Nominierungen, 25 goldenen Schallplatten, 12 Mehrfach-Platin-Alben, fünf Nennungen im Guinness-Buch der Rekorde und 36 Top-Ten-Singles in den USA ist Aufhören sicherlich das Letzte, an das sie denkt.


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Leser-Kommentare (5)
Stephanie Pallien (30.03.09 - 23:37)
Die Rechte meines Kindes sind 250.000 Euro wert

Ach, misst man mal nach deutschen Verhältnissen, dann ist doch Madonna in bester Gesellschaft den Kinder rauben oder noch besser und zutreffender klauen ist ja in Deutschland an der Tagesordnung. Da interessiert herzlich wenig, wenn Angehörige ein Kind selbst versorgen wollen. Hat man ein vorzeigbares, wohlerzogenes Kind, welches unkompliziert ist, hat das örtliche Jugendamt größtes Interesse, dieses Kind kostenpflichtig und den eigenen Arbeitsplatz erhaltend fremdunterzubringen. Irgend ein käuflicher Gutachter wird die Psychiatrisierung schon erfolgreich vornehmen, denn auch der braucht ja - nach Möglichkeit - ein geregeltes Einkommen. Ob nun im Ausland oder in Deutschland, ob heute, in der Nazizeit oder noch früher: Kinder wurden schon immer mannigfaltig missbraucht, sei es, um eigene Bedürfnisse, wie etwa der unerfüllte Kinderwunsch zu befriedigen, Machtspielchen zu treiben oder aufgrund finanzieller Vorteilnahme. Ist auch kein Geheimnis mehr, dass kinderlose Politiker gern mal schnell ein Kind aus dem Ausland adoptieren, um die politische Karriere zu protegieren. Wen wundert es also, dass die ehemals A- und heute B- bis C-Promis sicher gleicher Methoden bedienen, um im Alphabet wieder nach oben zu steigen. Denn: eine Headline bringt ein solches Ereignis auf alle Fälle. Wie dieses kriminelle Geschäft mit Kindern funktioniert, kann man z. B. nachlesen auf meiner 250.000-Euro-Website: www.kinderklau-der-ganz-normale-wahnsinn.de Stephanie Pallien

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