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Secretly Canadian Jens Lekman

 

Jens Lekman: Ach  ja,  die  Liebe  ...

Jens Lekman meldet sich mit ganz Indie-Pop über die Liebe zurück. Seine erstes Album seit fünf Jahren ist gefühlsvoll bis zur Grenze der Kitschigkeit. Doch vielleicht ist das auch schwedischer Humor.

Von Martin Haldenmair

Wie gut, dass das mit der Liebe nicht so einfach ist. So gibt sie uns den Rock für diejenigen, die ihr heißblütig hinterherlaufen, den Jazz für diejenigen, die bei einem Drink darüber sinnieren und alle Genres für diejenigen, die gerade dabei sind, ihr Scherben aufzukehren. Jens Lekman widmet sein neues Album ganz diesem Thema. Gefühlvoller Indiepop mit viel, vollem Gitarrensound begleiten seine kleine Geschichten über die Unmöglichkeiten der Beziehungen.

CD: Pop

I Know What Love Isn't

Jens Lekman

Veröffentlichtung: 30. August 2012
Tracks: 10

Label: Secretly Canadian (Cargo Records)

Bewertung:


"Argument with Myself" hieß die letzte EP von Jens Lekman 2011. Das letzte Album liegt noch weiter zurück, über fünf Jahre nämlich. Jens Lekman ist mehr ein Mann für ein Live-Auftritte, auf denen die Kombination aus seinem schulterzuckend normalen Auftreten, seinem tiefen Virbato in der Stimme und seinen leicht überbrodenen Arrangements ideal aufgeht. Auf Scheibe gepresst ist Lekman immer ein etwas anderes Erlebnis.

Auf der EP "Argument with Myself" beispielsweise war seine Stimme so flauschig, dass man sich darin hätte einwickeln können. Dass jemand, der so nonchalant weltfern schauen kann wie Lekman dessen Produzent sein sollte, erschien geradezu absurd. "I Know What Love Isn't", sein neues Album, hat - passend zum Thema - eine ganz anderen Charakteristik, eine schon fast blecherne, sehr angenehme Klarheit.

So wandert Lekman durch Geschichten über gescheiterte Beziehungen, wirft die Mädchennamen links und rechts in den Raum und ist bei der ganzen Zerknirschung und Verzweiflung vielleicht auch ein kleines bisschen selbstironisch. Manche Texte wie "I wish I never met you, like I wish I'd never tasted wine or tasted it from lips that weren't mine" sind vielleicht auch einfach übertrieben.

"Every Little Hair Knows Your Name" öffnet und schließt das Album. Das erste Mal als wortloses Textstück, das zweite Mal als fast dreimal so lange Ballade mit Gitarrenballade. Dieser Bogen mit Wiederholungen und Variationen zeigt Lekmans Geschick im musikalischen Erzählen. Innerhalb dieses einfachen Rahmens bewegen sich die acht weiteren Songs des Albums.

Gelegentlich ergänzen Blasinstrumente die Kulisse aus Gitarre, Bass, Klavier und Schlagzeug: Flöten unterstreichen mit geisterhaften Tönen den Entliebungssong "Some Dandruff on Your Shoulder", in dessen Mitte sich eine herausragende Saxophonbrücke befindet. Das trotz der deprimierten Verse sehr fröhlich dahinklimpernde "Become Someone Else's wird gegen Ende von einer Posaune athmosphärisch auf den Kopf gestellt.

Ähnlich Ideenreich ist der titelgebende Song "I Know What Love Isn't". Andere Nummern wie " She Just Don't Want To Be With You Anymore" wiederholen sich nach einer Zeit. Vielleich ware es wieder besser gewesen, statt eines Albums eine EP herauszubringen, die sein Potential ganz konzentriert zum Tragen bringt.

Mehr vom Künstler sehen Sie in der Bildergalerie zu Jens Lekman.

Weiterführender Link: Homepage von Jens Lekman
Facebook-Seite von Jens Lekman
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