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Jazz: Lyambiko: Gershwins  Jazz  lebt

Lyambikos Stimme entführt uns auf eine Zeitreise und gibt Gershwins Jazz-Stücken neues Leben. Der persönliche Stil der Sängerin bleibt bei über der Ehrerbietung vor den Meisterstücken aber im Hintergrund.

Von Martin Haldenmair

Die CD rutscht in den Schlitz des modernen, schlichten designten Geräts. Doch was ist das, was passiert mit meinem modernen, hellen Wohnzimmer? Die Lichter werden dunkel, Zigarettenrauch liegt in der Luft. Mein Fuß beginnt zu wippen, ich sitze am Tresen, ein klassischer Drink materialisiert in meiner Hand (das passiert mir allerdings auch sonst überraschend oft). Ich schaue an ins Innere der Bar: An einem Klavier lehnt Lymabiko und singt "'S Wonderful". Sie war es also, die mich durch die Zeit reisen ließ. Sie singt Gershwin, klassischen Jazz. So steht es auch auf dem Cover ihrer neuen CD: "Lyambiko Sings Gershwin"

CD: Rock

Lyambiko Sings Gershwin

Lyambiko

VÖ: 3. Februar 2012

Tracks: 15

Label: Sony Classical (Sony Music)

Beschreibung: Die Sängerin Lyambiko reproduziert Gershwins Jazz-Klassiker sehr nahe am Original mit einer persönlichen Note.

Bewertung:


Die Sängerin mit dem eigenartigen Namen Lyambiko kommt ursprünglich aus Thüringen - was mal wieder bewahrheitet, dass im Jazz immer etwas Überraschendes liegt. Vater und Großvater sangen und spielten Jazz und sie führt die Liebe mit viel Talent weiter. Ihre erste Band - sie fing mit 17 als Frontfrau an - war noch mehr Folk und Blues, aber sie näherte sich bald wieder dem Jazz an. In ihrer CD "Something Like Reality" brachte sie Pop und Soul und kräftige Bläser in den Jazz. Für das Album wurde sie mit dem ersten Echo Jazz ausgezeichnet.

Ganz andere Wege geht sie auf ihrer Gershwin-CD. Leise ist die Begleitmusik, Marque Lowenthal am Klavier, Robin Draganic am Bass und Heinrich Koebberling am Schlagzeug umspielen ihre feine, kraftvolle Stimme. Denn auch bei munteren Stücken wie "Let's Call the Whole Thing Off" wirkt sie in sich gekehrt, als sei sie auf der Suche nach etwas, sie geht nie ganz aus sich heraus. Es ist wohl ihr Wunsch, zugleich die klassischen Stücke möglichst genau nachzuspielen - und tatsächlich, manchmal fehlt nur ein Rauschen auf dem Lautsprecher und es könnte als alte Schallplattenaufnahme durchgehen - und ihre persönlich Note mit einfließen zu lassen. Hier wird das Album etwas verkopfter als es hätte sein müssen.

"I'll play it first and tell you what it is later," erklärte einmal Miles Davis den Jazz. Bei "Lyambiko Sings Gershwin" wissen wir schon vorher, was es ist - eine präzise Hommage an Gershwin, die den Zuhörer in der Zeit zurückversetzt. Etwas mehr Mut zu persönlichen Varianten hätte das Album allerdings wirklich zeitlos gemacht.

Mehr von Lyambiko sehen Sie in unserer Bildergalerie. Wie das Album entstanden ist, können Sie im Video zu "Lyambiko Sings Gershwin"sehen

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