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Trumpet Ellen & Bernd Marquart

 

Ellen & Bernd Marquart: Jazz  mit  einem  Hauch  Inspiration

Seit 1991 musizieren Ellen und Bernd Marquart gemeinsam. Nach Weihnachtsliedern, deutschen Liedern und Liebesliedern haben sie auf ihrer elften CD diverse Jazzgrößen interpretiert. Aber der musikalischen Ehe fehlt leider der Pepp.

Von Philip Artelt

Es ist das Fragezeichen, das bleibt. Dabei sollte eine CD eigentlich nicht fragen, sie sollte gefallen. Nun möchten wir Ellen und Bernd Marquart sicher nicht unterstellen, dass sie nicht gefallen möchten. Auf ihrer CD Groove geben sie sich sicher redlich Mühe, den Zuhörer zu erfreuen. Aber vielleicht ist es ein bisschen zu viel Gefallenwollen, ein bisschen zu viel "Smoothness", die den Groove des Titels verdrängt und die CD zu einem durchhörbaren Stück Jazzmusik macht, von der am Ende aber wenig im Kopf bleibt.

Groove

Ellen & Bernd Marquart

VÖ: Oktober 2011

Tracks: 12


Wo ist die Interpretation?

Dabei liegt es sicher nicht an der Musikauswahl. Die ist durchaus vielversprechend: Von Clifford Brown über Blue Mitchell bis George Gershwin haben Bernd Marquart auf der Trompete und dem Flügelhorn und die Amerikanerin Ellen Marquart am Piano und dem Gesangsmikrofon große Namen des Jazz' interpretiert. Dazu gesellen sich zwei Eigenkompositionen der beiden Musiker. Aber schon beim ersten Stück, "Funji Mama" von Blue Mitchell, fehlt es an etwas, das gerade im Jazz so enorm wichtig ist: an der Interpretation. Das flotte Instrumentalstück ist durchgehend gut hörbar, kommt aber nicht über das Dahinplätschern hinweg. Im darauffolgenden "Telephone Song" ergibt sich ein ähnliches Bild: Die Musik und der Gesang bleiben aalglatt, aber uninspiriert. Akzente in Lautstärke, Spiel und Stimme suchen wir vergebens.

Umgekehrt bei den sanften Liedern. "Easy Living" von Ralph Rainger und Leo Robin interpretiert Ellen Marquart mit gleichförmiger Stimme, auch hier fehlen die Akzente, das Besondere, die diese Ballade zu einem wahrhaft sanften und emotionalen Stück Musik werden ließen. Der leichte Hall auf der Stimme tut sein Übriges: Er ist überflüssig und einer an sich so angenehmen Stimme wie der von Ellen Marquart nicht würdig.

Durch Gershwins "I Got Rhythm" marschieren die Beiden durch, als wäre es nichts, als wäre Gershwins schon im Titel besungener Rhythmus austauschbar. Dass die Künstler das Stück schnell hinter sich bringen wollten, sei hier nicht unterstellt, aber angesichts der inspirationslosen Umsetzung wäre auch das kein großer Schaden.

Phantasie und Mut bei den Eigenkompositionen

Kleine Lichtblicke sind die Eigenkompositionen der Marquarts. "Uncle Shreddie" ist ein flottes Piano- und Bläserinstrumental, das durchaus gefällt. Und in "Hello Venus Goodbye Mars" besingt Ellen Marquart die Liebe mit Metaphern des Himmelsfirmaments. Ein ansprechender Text und inspirierter Rhythmus - und vielleicht sogar eine engagiertere Umsetzung als die anderen Lieder - zeichnen diese selbstgemachte Liebesgeschichte aus. Das Lied endet mit den Flitterwochen irgendwo zwischen Milchstraße und Mond. Wenn sich die Beiden doch häufiger so mutig und kreativ gezeigt hätten!

Mehr von den Musikern sehen Sie in unserer Bildergalerie.

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