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Of the Records Janosch Moldau

 

Janosch Moldau: Melancholische  Synths  über  die  Liebe

Schluss mit Herzschmerz und Kampf dem Kitsch: Janosch Moldau hypnotisiert auf seinem drittem Album mit klaren Elektro-Klangbildern. Düster sind sie, denn Janosch singt über die Unmöglichkeit der Liebe.

Von Martin Haldenmair

Die Liebe ist eine verzwickte Sache. So ein Glück! Könnten wir uns nicht daran abarbeiten, wie sie uns in Feuerringe fallen lässt, oder zum Fliegen bringt oder wie sie spontan Flugzeuge in unsere Eigenweide transportiert, wo wären dann 45 Prozent all unserer Songs? Die anderen 45 Prozent sind Songs darüber, dass es mit der Liebe nicht mehr geklappt hat oder nicht klappt oder gar nicht klappen kann. Der Rest ... wahrscheinlich Werbejingles. Janosch Moldaus Songs gehören alle zur Kategorie "Mit der Liebe kann es gar nicht klappen". Also CD einlegen, Regen vor dem Fenster einschalten und Kopfkissen umarmen? Nein, denn Moldau findet einen interessanten Weg: Melancholisch, aber nicht weinerlich, emotional, aber distanziert. Die kühle, elektronische Begleitung sorgt für die Balance.

CD: Alternativ

Lovestar

Janosch Moldau

Veröffentlichtung: 2. November 2012
Tracks: 14

Label: Rent a Record Company (rough trade)

Bewertung:


Als Vorprogramm zu De/Vision, Project Pitchfork, Mesh und Nitzer Ebb hat sich Janosch Moldau in der Szene des Synthie Pop einen Namen gemacht. Seit 2005 ist er aktiv und hat einen wiedererkennbaren Sound entwickelt und die melancholische Seite der Synthies für sich entdeckt. Um die düstere Seite der Romantik geht es bei ihm meist, gelegentlich auch um religiöse, leicht obsessive Gefühle. Auf seinem dritten Album "Lovestar" bleibt er sich damit treu.

"Lovestar" heißt das Album und auch der erste Song. Gewisse Ähnlichkeiten mit Depeche Mode scheinen anzuklingen, allerdings ist der Sound ruhiger und etwas einfacher gebaut. Das Prinzip der 14 Songs auf dem Album ist einfach: Der Synthesizer setzt eine düstere Atmosphäre, dazu kommen dunkle Beats und über all dem setzt sich die markante Stimme Moldaus, der hoch und klar von dunklen Themen singt. Als Kontrapunkt kommen gelegentliche andere Töne durch, wie die einer Gitarre. Interessanterweise klingen die in dem Zusammenklang fremdartiger als die Synthesizer. So kann Moldau beispielsweise in "Enough" auf die schnell-rhythmische, tanzbare Atmosphäre auch mal eine Klaviermelodie setzen, die alleine stehend unerträglich kitschig wäre. Das unbeeindruckte Verticken der Elektor-Rhythmen schafft die Balance.

Im Grunde sind in dieser Idee sehr viel weniger Songs drin, als auf dem Album angekommen sind. So ähneln sich die Stücke vor allem im Mittelteil stark, wie beispielsweise "In Another World" und "Open Wounds", was vor allem bei letzterem schade ist, denn der kreative Anfang lässt auf mehr hoffen. Erst gegen Ende wird Moldau mutiger und experimenteller, löst die durchgehende Klangwand auf und lässt eine abwechslungsreichere Struktur zu wie in "No Gender" und "Abraham". Größere Dynamik ist der Lohn für diese Experimentierfreude.

"Lovestar" lädt zu einer hypnotischen, herbstlichen Reise durch elektronische Klänge und sehr menschliche Depressionen ein.

Mehr vom der Künstler sehen Sie in unserer Bildergalerie zu Janosch Moldau.

Weiterführender Link: Homepage von Janosch Moldau
Facebook-Seite von Janosch Moldau
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