Grammy Awards: 2008: Fünf Grammys für Amy
Bestes Pop-Album, bester Song, beste Newcomerin, bester Gesang und Album des Jahres: Amy Winehouse räumte via Satellit das Trophäenregal bei den diesjährigen Grammy Awards leer. Selbst Kanye West konnte das nicht toppen.
Nach ihrer Krise wegen Drogenproblemen hat sich die britische Soul-Sängerin Amy Winehouse bei der 50. Grammy-Verleihung mit gleich fünf Auszeichnungen eindrucksvoll zurückgemeldet. Die 24-Jährige wurde bei der Gala am Sonntag (Ortszeit) in Los Angeles unter anderem für die CD und den Song des Jahres geehrt. Winehouse war allerdings nicht angereist, sondern meldete sich nur per Satellitenschaltung zu Wort. Der achtfach nominierte US-Rapper Kanye West durfte drei Trophäen mit nach Hause nehmen. Den Hauptpreis für das beste Album erhielt der Jazz-Pianist Herbie Hancock. Mit der Auszeichnung des Rundfunkchors Berlin ging ein Grammy nach Deutschland.
Kerker-Blake ist schuld an Amys Erfolg
Winehouses Album "Back to Black" wurde als "CD des Jahres" ausgezeichnet, der dazugehörige Hit "Rehab" als "Song des Jahres". Weitere Grammys bekam die Britin, die in den vergangenen Wochen vor allem wegen ihrer Drogenprobleme Schlagzeilen gemacht hatte, als "Beste neue Künstlerin", für das beste Pop-Album und für ihren Gesang bei "Rehab". Winehouse, die via Satellit zugeschaltet wurde, widmete ihren Erfolg ihrem Mann Blake Fielder-Civil, der derzeit im Gefängnis auf seinen Prozess wartet, "meinem eingekerkerten Blake und London, das ist für London".
Grammys 2008: Tina, Alicia und Amy, Amy, Amy
Hancock zeigte sich ergriffen, dass er in der Königskategorie der Grammys die Konkurrenz aus Pop und Rock ausstach. "Es hat 43 Jahre gedauert, bis ein Jazz-Künstler mit dem Preis für das Album des Jahres ausgezeichnet wurde", sagte er. Der Grammy für sein Album "River: The Joni Letters" zeige, dass das Unmögliche möglich werden könne, jubelte Hancock unter lautem Applaus.
Nur vier Preise für Kanye West
Kanye West, der mit acht Nominierungen als Favorit der Grammys galt, gewann vier Preise, unter anderem in der Kategorie "Bester Rap-Song" für seinen Hit "Good Life" und für das beste Rap-Album ("Graduation"). "Mama, alles was ich tun werde, ist, Dich weiter stolz zu machen", sagte er in Erinnerung an seine Mutter Donda, die im vergangenen Jahr nach einer Schönheitsoperation gestorben war.
Für die beste Chor-Darbietung wurde der Berliner Rundfunkchor ausgezeichnet. Geleitet von Simon Halsey hatte er mit dem deutschen Bassbariton und Grammy-Gewinner Thomas Quasthoff und der Sopranistin Dorothea Röschmann "Ein deutsches Requiem" von Johannes Brahms aufgenommen. Für den besten Pop-Gesang wurde Justin Timberlake ausgezeichnet. Die Band Foo Fighters bekam für "Echoes, Silence, Patience, Grace" den Grammy für das beste Rock-Album.
Obama hört man gerne zu
Auch der US-Präsidentschaftsanwärter Barack Obama wurde ausgezeichnet. Für die Hörbuchfassung seines Buchs "The Audacity of Hope: Thoughts on Reclaiming the American Dream", das in Deutschland unter dem Titel "Hoffnung wagen - Gedanken zur Rückbesinnung auf den American Dream" erschien, gewann er den Grammy in der Kategorie "Gesprochenes Wort". Damit stach der Senator von Illinois gleich zwei frühere US-Präsidenten aus, denn Bill Clinton, der Mann von Obamas parteiinterner Rivalin Hillary Clinton, und Jimmy Carter waren ebenfalls in dieser Kategorie nominiert. Für Obama war es bereits der zweite Grammy.
In insgesamt 110 Kategorien wurden Preise vergeben. Musik-Legenden wie Prince, Stevie Wonder und Ringo Starr überreichten die Trophäen. Unterhalten wurden die Gäste der Grammy-Gala mit einem bunt gemischten Programm mit Auftritten der Foo Fighters, des Blues-Rockers John Mayer sowie von Kanye West und dem Opernsänger Andrea Bocelli. Rockröhre Tina Turner und Pop-Star Beyonce sangen im Duett. (AFP)
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