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Serge Leblon Goldfrapp

 

Goldfrapp: Die  Disco  ist  geschlossen

Dank eingängiger Elektro-Hymnen, viel Seventies-Glamour und mehr als nur einer Prise Erotik haben sich Goldfrapp in den letzten Jahren einen Namen gemacht. Nach dem exzessiven Tanz unter der Disco-Kugel folgt mit "Seventh Tree" der große Chillout.

Von Markus Weiß

Psychedelisch, psychedelisch, psychedelisch! Mit diesem Wunsch setzten sich Alison Goldfrapp und Will Gregory an die Arbeit zu ihrem vierten Album. Keine perfekt durchgeplante Sound-Explosion unter der Glitzerkugel, keine Dancefloors, kein harter Beat wie beim Vorgänger "Supernature": Es musste sich was ändern. In einem einsamen Sechziger-Jahre-Bungalow stellten sie alles auf den Kopf, was Goldfrapp bisher bedeutet hatte. Herausgekommen ist ein sanfter musikalischer Flug auf den ausklingenden Rauschwellen der wilden Sechziger - ihr Album "Seventh Tree".

CD: Pop

Goldfrapp

Seventh Tree

Label: Mute Records
VÖ: 22.02.2008
Tracks: 10
Selber hören:
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Bewertung:


Auf der neuen Platte präsentieren sich Goldfrapp warm, sinnlich und schimmernd. Mit Liedern wie "A & E", "Eat Yourself" oder "Caravan Girl" hüllen sie den Hörer in ein akustisches Delirium ein und decken ihn mit kuscheliger Nonsens-Texterei zu. Dem typischen Goldfrapp-Fan könnte das eventuell nicht gefallen. Bisher haben die Liebhaber ihre Ikonen geradezu sklavisch verehrt, weil sie die Mischung aus Breitband-Elektro und hartem Beats mitriss. Melancholisch ruhige Klänge, von denen "Seventh Tree" viele hat, sind gerade für diese Gruppe eine harte Umstellung.

Schluss mit dem Krach

"Nach der Tour kam uns Supernature fast zu den Ohren heraus", erklärt Will Gregory. "Wir stellten uns vor, wie wunderbar es wäre, einfach einen herrlich leeren Raum zu haben. Ohne diese überdrehte musikalische Intensität." Gerade die kraftvolle Musik verhalf Goldfrapp in den Neunzigern jedoch zum großen Durchbruch. Keiner wollte mehr den Indie-Rock von Oasis hören - Elektro war das Stichwort. Alison und Will, die eine Vorliebe für das Avantgardistische teilen, trafen mit ihrer Musik den Puls der Zeit. Warum also sollten sie mittlerweile die Experimentierfreude verloren haben?

Sieben Jahre sind seit ihrem Debüt "Felt Mountain" vergangen. Im "verflixten siebten Jahr" kommt der Umschwung, und nach Tanz-Hymnen wie "Ooh La La" oder "Lovely Head" drohen Goldfrapp sich mit "Seventh Tree" ins Abseits zu säuseln. Ätherisch, ungewöhnlich und sinnlich sind die neuen Klänge. Nur massenkompatibel sind sie nicht, doch für die Selbstverwirklichung scheint dem Duo kein Preis zu hoch zu sein.

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