fun: Finstre Nächte und klare Stimmen
"We Are Young" ist der infektiöseste Song des jungen Jahres. Es ist kaum möglich, ihn nur einmal hören zu wohlen. Und dann möchte man ihn weitergeben. Auf dem zugehörigen Album "Some Nights" zeigt die Indie-Pop-Band fun., was sie sonst noch drauf hat.
Von Martin Haldenmair
"Some Nights" ist eines der Alben, auf denen jeder einen Song finden wird, den er abgrundtief hasst. Die gute Nachricht: Er wird auch einen Song finden, den er uneingeschränkt liebt. In den meisten Fällen wird das "We Are Young" sein, eine überschäumende Hymne, mit der die junge Indie-Pop-Band fun. bekannt wurde. "Some Nights" ist ihr zweites Album und enthält den Song "We Are Young" sowie zehn weitere Variationen ihres aufgekratzten und verspielten Sounds.
CD: Pop
Some Nights
fun.
Veröffentlichtung: 26. Mai 2012
Tracks: 11
Label: Atlantic (Warner)
Bewertung: ![]()
Aufgekratzt, experimentierfreudig, humorvoll
"fun." schreiben sie sich, mit Punkt am Ende. Spaß - Punkt. Subtil ist bei der Band nichts, extrovertiert alles und dazu kommt ein schräger Humor. Beispiel: "Some nights I rule the world/ but most nights I stay straight and think about my mom". Recht finstre Nächte scheint die Band da zu erleben. Bevor wir auf dem Album zum berühmten "We Are Young" kommen, werden wir durch zwei komplett unterschiedliche Ouvertüren durchgeführt: Das abgedrehte Intro zu "Some Nights", in dem Klavier und Sänger gegen eine immer merkwürdigere Tonkulisse ankämpfen ("Tea Parties and twitter/ I've never been so bitter ...") und den Chor "Some Nights", in dem alle Bandmitglieder zeigen können, was sie für Stimmen haben. Die beste gehört hier klar Nate Ruess.
Hütet euch vor Auto-Tunes, Kinder!
Lead-Sänger Nate Ruess hat eine klare, vibrierende, hohe Stimme. Sie durchs Auto-Tune zu jagen ist im Grunde ein Verbrechen. Es gibt Songs, wie "All Right", wo das funktioniert, weil es sehr geschickt verwendet wurde, um die Stimme stärker zum Vibrieren zu bringen und das Ganze mit dem verzerrten Bass korrespondiert. Es gibt Songs wie "It Gets Better", wo es schlicht zu viel des Auto-Tunes ist, aber der schnelle Rhythmus und der witzige Text über den unnötig beschnittenen Klang hinweghilft. Und es gibt Songs wie "Stars", die im Auto-Tunes absaufen. Das ist das schon erwähnte Lied, das wir hassen, aber vielleicht gibt es ja da draußen jemand, der es lieb hat, denn die Effekte sind wohl ganz bewusst ausgewählt worden. fun. experimentiert noch mit seinem Sound. Manche Experimente funktionieren, manche nicht.
Eines beweist das Album: fun. ist kein One-Hit-Wonder. An ihren aktuellen Hit "We Are Young" kommt zwar kein anderer Song ran, doch dafür zeigen diese Songs, dass Fun noch mehr in petto haben, was Texte, Klänge und Melodien betrifft. Manchmal verstolpern sie sich und klatschen zu viele Effekte auf die Spuren (Auto-Tunes ...), aber ganz ehrlich: Wir können einer Band nicht böse sein, die dichtet: "You never looked so bored/ Can you feel my fingernails?/ They've never been so short."
Mehr von der Band sehen Sie in unserer Bildergalerie zu Fun.
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