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dapd Eurovision Song Contest 2011

 

ESC 2012: Victory

2010 war das Lena-Jahr. Welch ein furioses Ereignis, denn die hübsche Hannoveranerin verzauberte den gesamten Eurovision Song Contest. 2011 tritt sie erneut an - wir haben die Konkurrenz ausgecheckt.

Von Julian Rohrer

Manchmal braucht es einen zweiten Blick auf die Bühne, um den perfekten Klon vom Original zu unterscheiden. Kati Wolf tritt als eine 08/15-Madonna auf die Bühne des Eurovision Song Contest (ESC) und zeigt ein stimmgewaltiges Orkanstimmchen, aber für Titelambitionen ist diese Variante zu arm an echten Momenten. Ähnlich geht es den - ähm - Musikern aus England. Blue heißt die Boyband, per Zeitmaschine aus den Neunzigern in die Gegenwart gereist sind, weil man sie da schon nicht haben wollte. "I can" heißt der Song und kann... gar nichts. Aber da sind sie nicht die Einzigen, auch Spanien gibt sich mit wenig zufrieden. Ein luftige, nichtssagende Pop(p)-Strandnummer ohne Substanz und Talent wird sicherlich auf die hinteren Plätze verwiesen.

Sirtaki auf Gothic Pop

Deutlich dramatischer wird es mit dem jungen Mann mit der Stimmgewalt eines Donnergottes: Amaury Vassili. Er bringt nach dem ziellosen Discosong des letzten Jahres eine echte Hausmarke für Frankreich ins Feld. Der Tenor singt sich durch einen Song, der an den Glanz eines Vangelis erinnert. Seine dunklen Brüder kommen aus Griechenland. Loucas Yiorkas interpretiert den Sirtaki als eine Art Dark-Wave mit Gothic-Pop-Attitüde. Aber warum denn nicht? Soll der Nationaltanz doch in einer Kathedrale von untoten Vampiren getanzt werden! Untot weil zeitlos ist die Sixties-Eskapade aus Serbien. In einer ruhigen Variante der Austin Powers Hymnen wird viel Potential verschenkt, überaus artig kommt die gute Nina rüber. Andererseits hat dieser serbische LSD -Trip trotzdem das gewisse etwas. Ob das mit der hübschen Interpretin zusammenhängt...

Es ist mein Leben

Ladies and Gentlemen, kommen wir jetzt zu den musikalisch wirklich interessanten Künstlern. Zunächst wandert unser Blick zu unseren Freunden in den Süden: In der besten Tradition italienischer Liedermacher und Chansonsänger tritt Raphael Gualazzi die legitime Nachfolger von Ausnahmekünstlern wie Paolo Conte an. Toll! Anders, aber nicht weniger spannend ist der "Litauen trifft Disney Musical"-Hit "C'est ma vie" von der wunderbaren Sängerin Evelina Sašenko. Siegchancen? Wenig. Aber dafür wunder-, wunder-schön. Na, und wer zählt da jetzt zu den Favoriten des Eurovision Song Contest 2011? Der finnische Weltverbesserer Paradise Oskar etwa, der mit einem hingehauchten "Da Da Dam" die Erde retten will? Oder die georgische Antwort auf Linkin Park, die mit "One More Day" einen echten Rocker im Repertoire hat? Oder die großen Zdob Zi Zdub aus Moldawien, die das Feuer im Blut haben?

Und Lena? Naja...

Die schärfste Konkurrenz für unsere Lena kommt in diesem Jahr wohl aus der Schweiz. Anna Rossinelli ist die Überraschung schlechthin und bringt das Lena-Gefühl auf die Bühne, das wir im vergangenen Jahr hatten. Denn, bei aller Liebe, aber das muss erlaubt sein: "Taken by a stranger" mag ein interessanter Song sein, aber mit sowas gewinnt man keinen ESC, dann doch lieber Uwelena. Aber "halt!" mag da der aufmerksame ESC-Zuschauer entgegenhalten, denn "Wunder gibt es immer wieder". Richtig spannend wird es am Samstag, den 14. Mai, denn dann fällt die Entscheidung.

In unserer Bildergalerie sehen Sie die Bilder der spannendsten Kandidaten inklusive Favoritencheck.


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