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Reuters Echo 2012

 

Echo 2012: Steifer  Kuss,  Rüpeleien  und  laue  Quote

Zwei Frauen küssen sich. Was war das nicht eine Schlagzeile ... im Jahr 2003. Damals stahl bei den MTV-Music-Awards Madonna allen die Show. Sie küsste Britney Spears und Christina Aguilera. Neun Jahre später ist das verruchte Treiben auch bei der ARD angekommen. "Zeigen wir den Zuschauern, was sie erwartet," sagte

Ina Müller und Barbara Schnöneberger gaben zum Anfang des Echo 2012 dir großen Conferenciers und mühten sich an leicht gewagten Sprüchen ab. "Was erwartet der deutsche GEZ-Zahler an dieser Stelle?" fragte schließlich Ina Müller. Eine Kunstpause verstrich, dann gaben sich die beiden einen langen, etwas unbeholfenen Kuss und schritten Arm im Arm von der Bühne. Ein merkwürdiger Einstieg, komisch gemeint, aber musste er wirklich so verdammt eckig durchgeführt werden? Unbeholfen wirkte die ganze Geschichte am Ende, irgendwo zwischen versuchtem Skandälchen und Satire auf das Skandälchenverursachen anzusiedeln. Ein echtes Skandälchen versuchten später Raper Bushido und Sido zu verursachen: Sie alberten mit ihrer länglichen, leicht gekrümmten (Sie sehen, worauf das hinausläuft?) Echostatue herum, indem sie sie zum Beispiel als Riesenpenise an ihre Hosen hielten. Die großen, starken, männlichen, von der Straße gestählten, schlauen Rapper machten das, was jedem gelangweilten Schuljungen eingefallen wäre. Hinweis: Wenn es euch so langweilt, geht doch weg, bevor ihr aufgerufen werdet und schmeißt eine Party in der nächsten Kneipe. Das wäre wenigstens eine Aussage. Die ganze Show litt an solchen halbfertigen komisch gemeinten Nummern.

Die Quote der Show war trotz zahlreicher Showeinlagen alles andere als großartig: Knappe 2,6 Millionen Zuschauer schalteten zur Echo-Verleihung auf ARD ein. In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen waren es sogar nur knappe 1,2 Millionen. Das ist die schlechteste Quote seit 1997 - eine schlechtere ist auch nicht möglich, denn seit diesem Jahr wird die Sendung überhaupt ausgestrahlt. Selbst die Wiederholung einer alten Tatort-Folge auf dem WDR lockte da mehr Zuschauer vors Gerät. Skandale oder Selbstironie - eines der beiden Elemente muss besser werden (oder beide sollten verschwinden), um mehr Zuschauer heranzuziehen.

Die Preisträger des Echos 2012

Album des Jahres: Adele
Künstler Rock/ Pop National: Udo Lindenberg
Künstler Rock/ Pop International: Bruno Mars
Künstlerin Rock/ Pop National: Ina Müller
Künstlerin Rock/ Pop International: Adele
Gruppe Rock/ Pop National: Rosenstolz
Gruppe Rock/ Pop International: Coldplay
Deutschsprachiger Schlager: Helene Fischer
Volkstümliche Musik: Andreas Gabalier
Hip-Hop/ Urban National/ International: Casper
Club/ Dance National/ International: David Guetta
Rock/ Alternative National: Rammstein
Rock/ Alternative International: Red Hot Chili Peppers
Crossover National/ International: Michael Bublé
Newcomer National: Tim Bendzko
Newcomer International: Caro Emerald
Hit des Jahres: Gotye featuring Kimbra
Erfolgreichster nationaler Act im Ausland: Rammstein
Musik-DVD-Produktion national: Udo Lindenberg
Live-Act national: Herbert Grönemeyer
Bestes Video National: 23 (Sido und Bushido)
Radio Echo: Jupiter Jones
Medienpartner des Jahres: Redaktion "Inas Nacht"
Handelspartner des Jahres: Aktiv Musik Marketing (AMM) für die Plattenladenwoche
Produzent/ Produzentin National: Andreas Herbig, Henrik Menzel, Peter "Jem" Seifert für Udo Lindenberg und Andreas Bourani
Würdigung des Lebenswerkes: Wolfgang Niedecken
Kritikerpreis National: Modeselektor
Ehrenecho für soziales Engagement: Unheilig

Mehr von der Show und ihren Preisträgern sehen Sie in unserer Bildergalerie.


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PASSENDES IM NETZ
Leser-Kommentare (2)
lena (20.03.07 - 20:45)
Ich liebe Bill

Tokio Hotel bekommen den echo weil es einfach die geilsten jungs im ganzen universum sind sie sind sooooooooooooooo geil die müssen den bekommen die anderen künstler sind sowas von scheiߟe th for ever ich liebe euch

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