HomeCityguidePopkulturLifestyleShop

 

Universal Diana Krall

 

Diana Krall: "Wir  durften  verrückt  spielen"

Jazz-Nummern aus den 20ern im neuen Gewand präsentiert Diana Krall auf ihrer aktuellen Toru durch Europa. Wir sprechen mit ihr über Jam-Sessions in der Musikindustrie - und was es mit den lasziven Outfits auf dem Cover zum neuen Album auf sich hat.

Von Martin Haldenmair

MAX Online: Das erste, was mir bei "Glad Rag Doll" auffällt, ist das Cover. Ganz schön gewagt für eine CD mit Songs aus den 20ern.

Diana Krall: Ach, im Vergleich zu Fotos aus den 20ern überhaupt nicht. Schauen Sie sich mal Fotos von Alfred Cheney Johnston und den Girls des Zigfield Theaters an! Die waren sehr provokativ. Das war noch bevor es Zensur gab. Meine sind weit nicht so provokativ und weit weniger skandalös.

Die Ziegfield Girls sind Klassiker, ja. Aber auch auf dem Cover?

Krall:Doch ja, auch auf dem Cover! Auf den Covers der Notenblätter. Das waren ziemlich provokative Notenblätter. Einzelausgaben von Notenblätter waren die Album-Cover der damaligen Zeit.

Erzählen Sie mal was von dem Shooting. Sie hatten Fotograf Mark Seliger dabei und einen ganz Schrank voll Kostüme.

Krall:Die Kostüme sind von Colleen Atwood. Sie machte die Kostüme für "Snow White and the Huntsman", "The Tourist", "Die Geisha", "Chicago" und "Alice im Wunderland" - für die letzten drei hat sie Oscars gewonnen. Wir haben zusammengearbeitet, als ich einen Gastauftritt bei "Public Enemies" hatte. Sie ist ein unglaublicher Mensch. Sie hörte sich die Aufnahme an und erstellte die passenden Kostüme. Mark Seliger hat mich schon mal für ein Buch fotografiert und für das Cover von "The Girl in the Other Room". Und ich dachte mir, dass er perfekt für diese Fotos sein würde.

Welche der Outfits mochten Sie am liebsten?

Krall: Das wäre schwer auszuwählen. Ich mochte das goldene Jackett. Und die Strumpfhosen, die Schuhe - ach! Ich habe die alle geliebt.

Wie fühlte es sich an, eine laszivere Seite auszuspielen?

Krall:Es hat Spaß gemacht, sich zu verkleiden, so zu tun, als wäre man in einem Film. Großen Spaß. Es war ziemlich theatralisch, also habe ich mich in eine Figur versetzt, so getan, als würde ich jemanden spielen.

Finden wir diese Figur auch in der Musik?

Krall:Ja. Sicher. Wenn Sie sich den Text von "Glad Rag Dolls" anhören, der ist sehr theatralisch.

Der Song "Glad Rag Doll" ist wie fast alle anderen auf dem Album ein Klassiker aus den späten 20ern. Wie haben Sie die Songs ausgewählt?

Krall: Ich hörte mich durch alte Plattensammlungen, die meines Vaters, und CDs, die ich selbst habe und blätterte durch Original-Notenblätter. Es dauerte eine Weile, bis ich die alle ausgewählt hatte, weil ich zwar Musik aus den 20ern aber nicht im Stil der 20er machen wollte.

Wie haben Sie den Stil für die Neuinterpretation gefunden?

Krall: Wir haben einfach nur gespielt und haben gar nicht erst versucht, auf Charleston oder Swing zurückzuverweisen. Für das Projekt hatten wir Musiker, die eine große Bandbreite von Musik abdecken von ProgRock zu mehr traditionellen Settings. Und in der Kombination ist das ziemlich einzigartig.

Würden Sie sagen, das ist noch Jazz?

Krall:Ich würde nicht sagen, es ist Jazz und ich würde nicht sagen, es ist nicht Jazz.

Der Spruch ist gut. Was ist es dann?

Krall:Ich weiß nicht. Es ist ein großes Durcheinander guter Sachen.

Ist es ein Versuch, Jazz poppiger zu machen, so dass ihn mehr Leute hören?

Krall: Ich denke über solche Projekte nicht so sehr nach, sondern gehe aus dem Bauch heraus. Nein, die Idee war, zusammen herumzusitzen, sich die alten Aufnahmen anzuhören, sich inspirieren zu lassen und dann Musik zu machen. Spaß haben, gemeinsam Musik zu machen - das war die Agenda.

Ein Song steht aus der Sammlung heraus. "Lonely Avenue", Ray Charles' großer Song ...

Krall: Ja. Wir gingen in die Richtung Miles Davis/ Jack Johnson bei dem. Bei dem wollten wir gar nicht in das 21. Jahrhundert gehen, sondern Musik spielen, die sich an den Kontext anpasste. Wir saßen zusammen und haben gejammt. Wir durften verrücktspielen. Jeder durfte sein Ding machen.

Für solche Experimente ist also tatsächlich Platz in der modernen Musikindustrie?

Krall:Offenbar.

Das war jetzt wohl eine dumme Frage.

Krall: Nein, nein, überhaupt nicht! Es ist eine wichtige Frage, denn sehr oft hat man dafür eben keine Zeit. Es kommt so oft vor, dass noch bearbeitet werden muss, dass ein Song genau vier oder Minuten lang sein muss, also gekürzt oder ausgeblendet wird. Das Schöne an dieser Aufnahme war, wir haben einfach gespielt und nichts wurde bearbeitet. Was du auf der CD hörst, ist genau das, was wir im Studio gespielt haben. So ziemlich alles, was wir gespielt haben, ist auch auf der CD.

Wie kam's dazu?

Krall: Nun, ich kenne T Bone Burnett schon seit Langem und ich wollte mal etwas anderes machen. Und er schien für dieses Projekt die beste Wahl als Produzent. Ich dachte mir, dass er verstehen würde, was wir mit den Songs vorhatten. Das wir was Originales machen wollten. Ich hatte die Idee, etwas Anderes zu machen, nichts Neues, aber was Anderes.

Warum?

Krall: Um mir eine Herausforderung zu stellen. Das hält einen frisch, man denkt jung, es ist aufregend. Damit sind die Dinge künstlerisch gesehen neu und frisch. Und herausfordernd. Kommt mehr in dieser Richtung?

Krall: Aktuell toure ich in Europa, und wir werden sehen, wie es läuft. So oder so habe ich nun eine weitere kreative Richtung, aus der ich wählen kann.

MAX Online: Das erste, was mir bei "Glad Rag Doll" auffällt, ist das Cover. Ganz schön gewagt für eine CD mit Songs aus den 20ern.

Diana Krall: Ach, im Vergleich zu Fotos aus den 20ern überhaupt nicht. Schauen Sie sich mal Fotos von Alfred Cheney Johnston an und den Girls des Zigfield Theaters an! Die waren sehr provokativ. Das war noch bevor es Zensur gab. Meine sind weit nicht so provokativ und weit weniger skandalös.

Die Ziegfield Girls sind Klassiker, ja. Aber auch auf dem Cover?

Krall:Doch ja, auch auf dem Cover! Auf den Covers der Notenblätter. Das waren ziemlich provokative Notenblätter. Einzelausgaben von Notenblätter waren die Album-Cover der damaligen Zeit.

Erzählen Sie mal was von dem Shooting. Sie hatten Fotograf Mark Seliger dabei und einen ganz Schrank voll Kostüme.

Krall:Die Kostüme sind von Colleen Atwood. Sie machte die Kostüme für "Snow White and the Huntsman", "The Tourist", "Die Geisha", "Chicago" und "Alice im Wunderland" - für die letzten drei hat sie Oscars gewonnen. Wir haben zusammengearbeitet, als ich einen Gastauftritt bei "Public Enemies" hatte. Sie ist ein unglaublicher Mensch. Sie hörte sich die Aufnahme an und erstellte die passenden Kostüme. Mark Seliger hat mich schon mal für ein Buch fotografiert und für das Cover von "The Girl in the Other Room". Und ich dachte mir, dass er perfekt für diese Fotos sein würde.

Welche der Outfits mochten Sie am liebsten?

Krall: Das wäre schwer auszuwählen. Ich mochte das goldene Jackett. Und die Strumpfhosen, die Schuhe - ach! Ich habe die alle geliebt.

Wie fühlte es sich an, eine laszivere Seite auszuspielen?

Krall:Es hat Spaß gemacht, sich zu verkleiden, so zu tun, als wäre man in einem Film. Großen Spaß. Es war ziemlich theatralisch, also habe ich mich in eine Figur versetzt, so getan, als würde ich jemanden spielen.

Finden wir diese Figur auch in der Musik?

Krall:Ja. Sicher. Wenn Sie sich den Text von "Glad Rag Dolls" anhören, der ist sehr theatralisch.

Der Song "Glad Rag Doll" ist wie fast alle anderen auf dem Album ein Klassiker aus den späten 20ern. Wie haben Sie die Songs ausgewählt?

Krall: Ich hörte mich durch alte Plattensammlungen, die meines Vaters, und CDs, die ich selbst habe und blätterte durch Original-Notenblätter. Es dauerte eine Weile, bis ich die alle ausgewählt hatte, weil ich zwar Musik aus den 20ern aber nicht im Stil der 20er machen wollte.

Wie haben Sie den Stil für die Neuinterpretation gefunden?

Krall: Wir haben einfach nur gespielt und haben gar nicht erst versucht, auf Charleston oder Swing zurückzuverweisen. Für das Projekt hatten wir Musiker, die eine große Bandbreite von Musik abdecken von ProgRock zu mehr traditionellen Settings. Und in der Kombination ist das ziemlich einzigartig.

Würden Sie sagen, das ist noch Jazz?

Krall:Ich würde nicht sagen, es ist Jazz und ich würde nicht sagen, es ist nicht Jazz.

Der Spruch ist gut. Was ist es dann?

Krall:Ich weiß nicht. Es ist ein großes Durcheinander guter Sachen.

Ist es ein Versuch, Jazz poppiger zu machen, so dass ihn mehr Leute hören?

Krall: Ich denke über solche Projekte nicht so sehr nach, sondern gehe aus dem Bauch heraus. Nein, die Idee war, zusammen herumzusitzen, sich die alten Aufnahmen anzuhören, sich inspirieren zu lassen und dann Musik zu machen. Spaß haben, gemeinsam Musik zu machen - das war die Agenda.

Ein Song steht aus der Sammlung heraus. "Lonely Avenue", Ray Charles' großer Song ...

Krall: Ja. Wir gingen in die Richtung Miles Davis/ Jack Johnson bei dem. Bei dem wollten wir gar nicht in das 21. Jahrhundert gehen, sondern Musik spielen, die sich an den Kontext anpasste. Wir saßen zusammen und haben gejammt. Wir durften verrücktspielen. Jeder durfte sein Ding machen.

Für solche Experimente ist also tatsächlich Platz in der modernen Musikindustrie?

Krall:Offenbar.

Das war jetzt wohl eine dumme Frage.

Krall: Nein, nein, überhaupt nicht! Es ist eine wichtige Frage, denn sehr oft hat man dafür eben keine Zeit. Es kommt so oft vor, dass noch bearbeitet werden muss, dass ein Song genau vier oder Minuten lang sein muss, also gekürzt oder ausgeblendet wird. Das Schöne an dieser Aufnahme war, wir haben einfach gespielt und nichts wurde bearbeitet. Was du auf der CD hörst, ist genau das, was wir im Studio gespielt haben. So ziemlich alles, was wir gespielt haben, ist auch auf der CD.

Wie kam's dazu?

Krall: Nun, ich kenne T Bone Burnett schon seit Langem und ich wollte mal etwas anderes machen. Und er schien für dieses Projekt die beste Wahl als Produzent. Ich dachte mir, dass er verstehen würde, was wir mit den Songs vorhatten. Das wir was Originales machen wollten. Ich hatte die Idee, etwas Anderes zu machen, nichts Neues, aber was Anderes.

Warum?

Krall: Um mir eine Herausforderung zu stellen. Das hält einen frisch, man denkt jung, es ist aufregend. Damit sind die Dinge künstlerisch gesehen neu und frisch. Und herausfordernd. Kommt mehr in dieser Richtung?

Krall: Aktuell toure ich in Europa, und wir werden sehen, wie es läuft. So oder so habe ich nun eine weitere kreative Richtung, aus der ich wählen kann.

Diana Krall tourt noch bis Ende November durch Europa, ihr Album - definitiv hörenswert - "Glad Rag Doll" ist seit 28. September im Handel.

Mehr von der Künstlerin sehen Sie in unserer Bildergalerie zu Diana Krall.

Mehr von der Künstlerin sehen Sie in unserer Bildergalerie zu Diana Krall.

Weiterführender Link: Homepage von DianaKrall
Facebook-Seite von Diana Krall
PASSENDES IM NETZ
Leser-Kommentare
BEITRAG SCHREIBEN

Überschrift

Name


Ihr Kommentar 
AGB

Beitrag abschicken
 

Zeit

Heute
Morgen
Dieses Wochenende

Kategorie

Konzerte & Nachtleben
Kunst & Schauspiel
Gesellschaft & Freizeit
ANZEIGE

Flo Mega

22. August 2014,
Stahlwerk

powered by openeventnetwork