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WMG Neil Young vs. Eric Clapton

 

Clapton vs. Young: Opa-Rock?

"Slowhand" Clapton und "Hippie" Young. Zwei Größen der modernen Musik, wegweisend und Vorbilder ganzer Generationen. Eric Clapton und Neil Young, zwei Künstler und zwei Pole.

Von Julian Rohrer

1945. Der eine wird in einer südlichen Grafschaft in England, der andere in einer Metropole im waldreichen Kanada geboren. Eric Clapton ist Neil Young um wenige Monate voraus, als er im März des letzten Jahres des 2. Weltkriegs geboren wird. Neil Young erblickt im November desselben Jahres in Toronto das Licht der Welt. Die musikalische Karriere der Musiker führte beide über verschiedene Bands immer wieder in Solo-Veröffentlichungen, nun stehen sie beide mit einem neuen Album in den Läden, die unterschiedlicher nicht sein können.

Unnachahmlich angepasst?

Eric Clapton als angepasst zu bezeichnen, würde der Musik des nachdenklichen Mannes kaum gerecht werden. In den Siebzigern verfiel er der Heroinsucht und ließ sich deshalb immer wieder dagegen therapieren. Auch wenn er sich regelmäßig ein wenig in der Welt der Popularmusik umsah, ließ ihn seine Liebe zum Blues niemals los. Das neue Album des Mannes mit dem ernsten Blick, schlicht mit "Clapton" betitelt, zeigt, wo es Eric hingeführt hat: Es verbindet all jene Stärken, die seine Musik so unnachahmlich gemacht haben.

Straighter, vielleicht etwas glattgebügelter und gefälliger Blues, führen in seine gegenwärtige musikalische Welt ein. Überraschend wird es, wenn das Album Fahrt aufnimmt und sich dem New Orleans Jazz widmet. Clapton scheint sich als Vermittler musikalischer Tugenden zu verstehen und lässt Spuren einer gewissen ursprünglichen Rauheit in den musikalischen Mainstream einfließen - ohne das ungeschulte Ohr allerdings allzu sehr zu provozieren.

Dreck atmen

Wie anders sieht da Neil Young seinen musikalischen Auftrag! Wenn es galt, sich selbst neu zu definieren und Erwartungen in Grund und Boden zu schmettern, war Young der Führende dieses Fachs. Nun schickt er sich an, in Kollaboration mit Daniel Lanois ein weiteres Werk psychedelischer Klangkonstellationen zu kreieren - und erschafft damit eine neue Dimension, ein neues Level des einsamen Songwriters. Man sieht ihn förmlich vor sich, wie er in seinem großen Musik-Tempel, alleine auf einem Stuhl sitzend, über die Zustände der Welt meditiert, und seine Gedanken direkt über Gesang und Gitarre in das Universum schickt.

Wie kein Zweiter schafft es Neil Young in Verbindung mit den technischen Verfremdungen von Lanoise den Rock in eine geniale arhythmische Form zu bringen, die durch das Weglassen von treibenden Schlagzeug-Rhythmen deutlich mehr groovt und den Fokus auf die Grundlage dieses Genres verschiebt. Im Vergleich zu Schöngeist Clapton atmet Young den Dreck, den Punk und wirkt dadurch jünger als Clapton. Neil Young schafft es scheinbar spielend seinem Backkatalog ein weiteres, geniales Stück Musikgeschichte hinzuzufügen.

Zwei Künstler, zwei Alben, zwei Profile. Sehen Sie in unserer Bildergalerie, wie unterschiedlich die beiden wirklich sind...

CD: Rock

Clapton & Le Noise

Eric Clapton, Neil Young

Clapton:
Genre: Blues
Interpret: Eric Clapton
VÖ: 24.09.2010
Label:Reprise Records / Warner Music Germany
Tracks: 14
Bewertung:

Le Noise:
Genre: Blues
Interpret: Neil Young
VÖ: 24.09.2010
Tracks: 8
Label:Reprise Records / Warner Music Germany
Bewertung:


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