Beyoncé Knowles: Powerfrau
Beyoncé ist zurück: Das Album"4" ist ein Stück aus der Seele der Künstlerin und nicht weniger als eine Neudefinition. MAX verrät schon vor der Veröffentlichung, ob das gelungen ist
Von Julian Rohrer
Es ist schon seltsam: Kaum verändert sich eine Künstlerin mal etwas, lässt von den tot gelutschten Genreklischees ab, schon wird sie als banal und langweilig beschimpft. Die "Berner Zeitung" bezeichnet das Album etwa als "enttäuschend seicht und einfallslos". Unsinn! Das neue Album des ehemaligen Destiny's Child ist toll. Weil es anders ist.
CD: Pop
4
Beyoncé
Label: Sony
Veröffentlichungsdatum: 24. Juni 2011
Länge: ca. 60 Minuten
Bewertung: ![]()
Mach Liebe mit mir
Richtig ungewöhnlich geht es mit der Ballade "1+1" los. Voller Gefühl und jeder Menge Soul berührt Beyoncé den Hörer. Der Song ist wie geschaffen für einen romantischen Moment in einem Haus am einsamen See, auf dem Tigerfell, mit Kaminfeuer und schwerem Rotwein. Wenn Beyoncé "make love to me" singt, möchte man mit einem lauten "Ja, doch!" antworten. Dass dabei jede Menge Pathos drinsteckt ist klar, doch die Dosis schrammt gesund an einer Überdosis vorbei.
Das Thema des neuen Albums ist das einfache Leben. Aus den kleinen Dingen des Alltags etwas Besonderes zu machen, ja, das gelingt hier ganz famos. Wer das überbordende Pop-Album wie "Dangerously In Love" erwartet hat, wird nicht nur enttäuscht, sondern unterschätzt die hübsche Schauspielerin, Produzentin, Tänzerin und Sängerin nachhaltig. Beyoncé macht auf "4" das, was ihr Spaß macht. Und wenn sie wie in dem Song "Countdown" sogar die Rockband Queen zitiert oder sich bei "Rather Die Young" tief vor Michael Jackson verbeugt, dann erleben wir eine junge Musikerin, die sich einen Traum erfüllt: den Traum künstlerischer Freiheit.
Eine echte Powerfrau
Aber auch für Fans der lauten, perfekt produzierten Momente gibt es einiges zu hören. In "Run The World Girls" steht in einer Linie mit Gwen Stefanis "Hollaback Girl" und all den anderen Power-Frauen-Hymnen der letzten Jahre. Ja, Beyoncé hat etwas zu sagen. Dass auch andere Künstler von ihr begeistert sind, zeigt beispielsweise das Gastspiel von Kanye West in "Party". Das ist überlegter, cool und gefühlvoll komponierter Pop, wie er 2011 zu klingen hat. Und es ist eine Künstlerin, die sich neu definiert. Spektakel war gestern, heute ist weniger mehr.
In unserer Bildergalerie sehen Sie, dass Beyoncé nicht nur gut singt, sondern mindestens so gut aussieht.
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Leser-Kommentare (5)
beyoncefan
konzert war doch geil
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