SUCHE BEI MAX

HomeCityguidePopkulturLifestyleShop

 

Von Julian Rohrer

Ursprünglich galt die Band aus New Jersey als der Inbegriff der Emo-Kultur: Styling, Texte und Auftreten sprachen den Mitgliedern der Jugendszene mit den traurigen Mienen aus der Schmerz verzerrten Seele. Und ach, wie hart muss die Nachricht gewesen sein, als der fremd ernannte König der Emos, Sänger Gerard Way, in einem Interview über die verschworene Szene ätzte. Die zarten Seelen bezeichnete er nonchalant als "fucking garbage" und "bullshit". Die Trauerflor tragende Subkultur brach kollektiv in Tränen aus und verabschiedete sich vorerst von den ehemaligen Göttern der Szene, bang der Frage unterworfen, ob man überhaupt noch Emo sein kann, nein, sein darf, wenn man "My Chemical Romance" gut findet.

CD: Rock

Danger Days - The True Lives of the Fabulous Killjoys

My Chemical Romance

VÖ: 16. November 2010

Tracks: 15

Bewertung:


Abenteuer der Alternativrocker

Das Jahr 2010 bringt Antworten. Pünktlich zum Winterbeginn schickt die Band ihre Fans in die postapokalyptische Welt des sonnigen Kaliforniens im Jahr 2019. In einer Welt, in der Farbe und Kunst per se verboten ist, besingen die Alternativ-Rocker die Abenteuer einer Bande Mutiger, die dagegen rebelliert. Es sind die "Fabulous Killjoys", die versuchen, dieser zukünftigen und kalten Welt noch so etwas wie Leben einzuhauchen. Nach der schwarzen Ausgeburt tiefster Ängste in Form des Vorgängeralbums "Black Parade", präsentiert sich die Band jetzt euphorisch und losgelöst, fast so, als hätte es den dunklen Moloch nie gegeben.

Revolution der Subkulturen

Die Jungs haben sich selbst befreit, amüsanterweise mit einem Album, das genauso von Revolution und dem Niederreißen von Grenzen handelt. Und so schafft die Band in "Danger Days" ein musikalisches Manifest, das gegen Konformität und engstirnige Subkulturen ansingt. Es geht darum, der farbenfrohen Jugend eine Stimme zu geben - pathetisch gesagt, über alle Grenzen hinweg. Darin liegt der Schlüssel des modernen Gesamtkunstwerks: Denn nun dürfen sich also Emos neben Skatern und Alternativ-Rockern in den Schoß ihrer ehemaligen Helden begeben, allerdings nur, wenn sie es aushalten, dass Farbe als Ausdruck einer verbindenden Ode an die Freude erlaubt sein muss. Aber das ist doch machbar, oder?

Powerpop und Gitarrenflirren

Allein musikalisch stellt sich die Frage, ob Emos noch angesprochen werden. Denn mit der Befreiung von ihrer Selbstzensur öffnen sich "My Chemical Romance" einer musikalischen Breite, die überrascht. Mit einer gehörigen Orientierung in den Powerpop der Marke Franz Ferdinand, verbindet "My Chemical Romance" die punkigen Rock'n'Roll-Wurzeln mit der fröhlichen Flirr-Kunst melodischer Gitarren. Das Erstaunliche: Der Mix funktioniert sehr gut und macht eine Menge Spaß. Doch damit ist es nicht getan. Obwohl sich die Band an den Charts orientiert, sind es Bezüge zum psychedelischen Rock der 70er-Jahre, den schon "Hawkwind" in genialer Art wiedergegeben hat. Kurz und gut: "My Chemical Romance" macht zwar keine Musik mehr für Emos - aber eben auch nicht dagegen.

Sehen Sie auf MAX das Video zum Song "Na Na Na" und das Video zu "Sing".

Wie The Chemical Romance in ihrem neuen Outfit als Fabulous Killjoys aussehen, können Sie in unserer Bildergalerie bestaunen.

Zurück zur Übersicht


PASSENDES IM NETZ
Leser-Kommentare
BEITRAG SCHREIBEN

Überschrift

Name


Ihr Kommentar 
AGB

Beitrag abschicken

MCR - Na Na Na

Zum Betrachten der Videos benötigen Sie den Flash Player 8

MCR - Sing

Zum Betrachten der Videos benötigen Sie den Flash Player 8

Zeit

Heute
Morgen
Dieses Wochenende

Kategorie

Konzerte & Nachtleben
Kunst & Schauspiel
Gesellschaft & Freizeit
ANZEIGE

4. Kunstausstellung Masch

02. Juni 2012,
Maschinenhalle Zeche Zwec

powered by openeventnetwork
 

Musikclips