Ayo.: Weltenbummlerin im Gespräch
Sie ist durch und durch eine Weltenbummlerin. MAX sprach mit Ayo. - wie könnte es anders sein - auf dem Weg zum Flughafen über Nomaden, Erwartungen und Dieter Bohlen.
MAX: Du bist schon wieder auf dem Weg zu einem Flughafen - für dich nichts Ungewöhnliches. Hat der frisch erworbene Plattenvertrag das Reisen für eine Nomadin wie dich verändert?
Ayo.: Mittlerweile reise ich nicht mehr herum, weil ich will. Allein wegen der Promotion für mein Album, bin ich verpflichtet zu reisen.
MAX: Du bist in Deutschland geboren, in Nigeria aufgewachsen, hast in New York, London und Paris gelebt. Gibt es überhaupt eine Stadt, in der du dich auf Dauer zu Hause fühlen kannst?
Ayo.: Paris. Ich habe mich sofort frei gefühlt, als ich dort angekommen bin - mehr als in jeder anderen Stadt. Paris ist ein sehr spezieller Platz für mich, ich liebe diese Stadt. Klar können Franzosen manchmal wirklich unhöflich sein, besonders wenn man kein Französisch spricht, aber wenn es um Kunst und Musik geht, sind sie total locker. Sogar der unfreundlichste Taxifahrer wird nett, wenn es um Musik geht. Es ist eine universelle Sprache.
MAX: Viele Menschen beneiden dich um deinen Lebensstil als Globetrotterin, würden sich aber selbst so etwas nicht trauen. Was rätst du ihnen?
Ayo.: Viele Leute haben Angst vor fremden Ländern und Kulturen, weil sie schlichtweg unbekannt sind. Ich denke, dass man manchmal einfach losfahren muss. Auch wenn sich vor dem Fernen fürchtet. Man muss die Zweifel hinter sich lassen, einfach losfahren und Vertrauen haben, dann wird man auf jeden Fall positiv überrascht werden.
MAX: Positive Überraschungen gab es in deinem Leben viele, was glaubst du, erwartet dich noch?
Ayo.: Wir haben alle Erwartungen, aber ich versuche möglichst keine zu haben. Man kann viel leichter enttäuscht werden, wenn man welche hat. Ich versuche eher Hoffnungen zu haben. Ich hoffe, zum Beispiel dass mein Album gut angenommen wird.
MAX: Wenn es in Deutschland so läuft wie in Frankreich, musst du dir keine Sorgen machen. Dort hast du bereits eine Platin-Auszeichnung erhalten. Was ist das Geheimnis, in Frankreich mit einem englischsprachigen Album so erfolgreich zu sein?
Ayo.: Ich weiß auch nicht. Vermutlich war es Schicksal. Ich war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
MAX: Wie entwickelt sich deine Musik? Was sind deine Inspirationen?
Ayo.: Ich glaube, dass Menschen auf ihre eigene Art und Weise kreativ sein müssen. Auf jeden Fall müssen sie es sein! Kinder beispielsweise sind auf eine sehr natürliche Art kreativ. Im Laufe der Zeit verlieren sie diese Fähigkeiten, weil sie bestimmten Regeln unterworfen werden. Am Ende ist es jedoch wichtig, das zu machen, was man will - ohne auf Regeln zu achten.
MAX: So ging es dir mit den Instrumenten. Deine Eltern wollten, dass du Geige lernst...
Ayo.: (lacht) Die Geige war mein erstes Instrument. Jedes Mal, wenn ich vorgespielt habe, waren die Leute verärgert. Das war grausam. Also habe ich fünf Jahre Klavier gespielt, bis ich schließlich bei der Gitarre gelandet bin. Gitarre zu spielen, war schon immer mein Traum.
MAX: Wie schaut es denn bei der Musik aus? Hast du dort einen Traumpartner, mit dem du zusammenarbeiten möchtest?
Ayo.: Ein Großteil von meinen Traumpartnern ist noch nicht berühmt oder leider schon tot. Stevie Wonder wäre allerdings jemand, mit dem ich sehr gerne singen würde - wer würde das nicht?
MAX: Du hast mal gesagt, dass du von jedem Nullpunkt aus wieder anfangen könntest. Würdest du etwas völlig anderes machen, oder ist Musik dein Leben?
Ayo.: Ich würde der Musik treu bleiben. Es ist die beste Möglichkeit, sich auszudrücken. Kunst bedeutet für mich, mit anderen Menschen zu kommunizieren. Manche Leute singen, manche schreiben, einige singen und schreiben, aber alle haben einen Weg gefunden, zu zeigen, was sie wollen und wer sie sind.
MAX: In Deutschland haben wir gerade eine regelrechte Castingwelle für den Musiknachwuchs. Meinst du, diese Leute haben jemals die Chance, wahre Musiker zu werden?
Ayo.: Wenn ich mir diese Kinder ausschaue ... Es ist grausam! Dieser Dieter Bohlen mag ein lustiger Kerl sein, aber was er den Kindern sagt, ist einfach grausam. Was man ihnen erzählt, ist Unsinn, man wird kein Star über Nacht.
MAX: Wäre etwas wie "Deutschland sucht den Superstar" eine Möglichkeit für dich gewesen?
Ayo.: Mein Weg war völlig anders. Ich habe regelrecht versucht, solche Dinge zu vermeiden. Du musst etwas erleben und überstehen, um als Musiker zu wachsen. Es reicht nicht, ein Instrument zu spielen, Musiker zu sein ist ein Lebensstil.
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Leser-Kommentare (2)
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habe Ayo erstmals als Vorprogramm von Santana in Leipzig gehört und bin begeistert. erst heute habe ich den Namen erfahren- kann man doch ruhig ein wenig Werbung für sich selbst machen? zB. "das war AYO".... den Gitarristen immerhin hatte sie vorgestellt. Mir gefällt ihre Musik prima (vorallem die Stimme).
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