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20th Century Fox X-Men - Erste Entscheidung

 

X-Men First Class: Los,  Mutanten!

Kuba-Krise, Holocaust, Superbösewichte und eine tragische Freundschaft - "X-Men: Erste Entscheidung" ist hemmungslos - und macht Spaß.

Von Martin Haldenmair

Gibt es nichts mehr zu erzählen, heißt es zurück an den Anfang! Die erfolgreiche X-Men-Trilogie endete zwar mit einer Art Cliffhanger, aber so richtig lange Zähne bekam keiner bei dem Gedanken, die Geschichte fortzuführen. Also verzichteten die Produzenten mutig auf die schauspielerischen Zugpferde Patrick Stewart und Ian McKellen und setzen auf Hugh Jackman. Das Ergebnis war "X-Men Origins: Wolverine" und außerdem mau. Weiter zurück also, zurück zu den Anfängen der Mutanten-Gruppe! "X-Men: Erste Entscheidung" ist ihre Entstehungsgeschichte.

Viele Figuren - ein Paar

Mutanten gibt's in dem Film im Dutzend, auch eher Unbekannte der ersten Generation haben zur Freude der Fans einen Auftritt. Der irische Banshee (Caleb Landry Jones spielt ihn wunderbar schusselig und wird fast zum Szenenklauer) oder die schöne Stripperin mit den Libellenflügeln Angel Salvadore (mit trockenem Witz und Grazie: Zoë Kravitz).

Im Grunde sind sie aber nur die Deko für die Geschichte von Charles Xavier und Erik Lensherr: Charles (James McAvoy) wird in den 50ern von einer CIA-Agentin (Rose Byrne) gebeten, eine Expertise über Mutationen zu machen. Zur Überraschung des Sicherheitsstabs der USA entpuppt er sich selbst als Mutant, als mächtiger Telepath ebenso wie seine Begleiterin, die Formwandlerin Raven (Jennifer Lawrence). Und wieso interessieren sich CIA und Militär für Mutanten? Weil sie vermuten, dass sie etwas mit den zunehmenden Spannungen zwischen den USA und der UdSSR zu tun haben.

Logisch nach der Logik dieses Universums, denn schon die Nazis hatten einen bösen Mutanten, den charmanten Dr. Schmidt (Kevin Bacon). Erik Lensherr (Michael Fassbender) ist hinter ihm her. Und wer hätte es gedacht, Herr Schmidt steckt unter dem Namen Sebastian Shaw hinter dem Komplott, dass Charles Xavier untersucht. Xavier überredet den einzelgängerischen Lehnsherr, sich ihm anzuschließen und die Beiden werden Freunde. Tragisch, denn am Ende werden sie Feinde, das weiß jeder Comicbuchfan.

Gewicht auf zwei zukünftige Feinde

Sich auf die Geschichte zu stürzen, wie aus Freunden Feinde, wie aus Charles und Erik Professor X und Magneto werden, war eine gute Idee. Die anderen Mutanten treten dabei leider sehr stark in den Hintergrund, wie die böse Telepathin Emma Frost (January Jones). Dafür bekommt der böse Mutantennazi Shaw, vormals Schmidt, einige große Auftritte in seinem von den besten Innenarchitekten der Bond-Bösewichte designten Atom-U-Boot.

Schamlos bedient sich der Film der Historie, lässt Ex-Nazis in ulkigem Deutsch deutsches Bier loben und John F. Kennedy die Freiheit preisen. Auch ein paar aktuelle Anspielungen sind drin, zum Beispiel über die "Don't ask, don't tell"-Politik der amerikanischen Streitkräfte in Sachen Homosexualität - hier ist es Mutant Hank (später wird er zu Beast), der so beim CIA als Normalo angestellt ist. Kurz: Der Film greift tausend Details aus dem Comic-Universum und dem unsrigen auf, und rüttelt und schüttelt sie kräftig durch. Eine wilde, unterhaltsame - und auch etwas unfreiwillig komische - Achterbahnfahrt ist die Folge.

Mehr Mutanten sehen Sie in unserer Bildergalerie zu "X-Men: Erste Entscheidung".

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