Underworld 3: Die große Spartakiade
Wie jetzt: ein "Underworld"-Film ohne Kate Beckinsale? Wer schlüpft denn dann ins hautenge Leder-Kostümchen? Keine Bange: Das Filmstudio hat ein verblüffend gutes Double und ein ebensolches Drehbuch gefunden. Denn wer hätte gedacht, dass "Spartakus" auch als Splatter-Film funktioniert?
Von Michael Suck
Rhona Mitra heißt die Neue, die jenen Sex-Appeal ausströmen soll, der schon die zwei anderen Underworld-Teile so erfolgreich gemacht hat. Und damit es auch diesmal an der Kinokasse klappt und klingelt, erinnert von der Haarfarbe bis zum Lippenstift so ziemlich alles an Kate Beckinsale, die die Rolle der düster-erotischen Heroine in den letzten Filmen übernommen hatte.
Film: Thriller
Underworld - Aufstand der Lycaner
von Sony Pictures
Regie: Patrick Tatopoulos
Besetzung: Michael Sheen, Bill Nighy, Rhona Mitra
Kinostart: 26.2.2009
Bewertung: ![]()
Ansonsten betritt der Film jedoch dramaturgisches Neuland - zumindest für einen Vampirfilm. Das ist auch dringend nötig in einem Genre, das schon seit ein paar Jahren ein wenig - pardon - blutleer daherkommt. Den letzten großen Innovationsschub brachte die "Blade"-Reihe, deren Stil letztlich auch "Underworld" kopiert: Vampire als coole, moderne, aufgesexte Überwesen, mithin als Projektionsfläche für ein schaurig-schönes Rebellentum. "Underworld" drehte dieses Konzept sogar noch weiter und machte aus den Vampiren einen dekadenten Haufen, der mit adeliger Arroganz seine eigenen Regeln aufstellt.
Zeitloses Drama
Da ist es nur folgerichtig, dass im dritten Teil "Aufstand der Lykaner" diese neue Typifizierung zum Abschluss kommt. Formell als "Prequel" ausgelegt, die die Vorgeschichte der anderen beiden Teile erzählt, kümmert sich der Film inhaltlich um den Zerfall dieser vampiresken Adelsklasse, um ihre Pervertierung. Die "Lykaner", eine Bastardmischung aus Werwolf und Vampir, spielen dabei die Rolle der Unterdrückten, die vom Adel der echten Vampire wie Sklaven gehalten werden. Doch alsbald findet sich ein Anführer namens "Lucian" (Michael Sheen). Seine verbotene Liebe zur Vampirin Sonja (Rhona Mitra) gibt letztlich den Ausschlag zu einem Aufstand, der die alte Ordnung zerstören wird.
Das klingt so gar nicht mehr nach einem typischen Vampirfilm, im Gegenteil: "Underworld - Aufstand der Lykaner" ist über weite Strecken ein Wiedergänger des Klassikers "Spartacus". Das hat auch der Regisseur Patrick Tatopoulos gemerkt, denn die üblichen Insignien des Genres wie Kruzifix und Eckzähne kommen höchstens noch rudimentär vor. Zwar fehlt es zielgruppengerecht nicht an blutrünstigen Gewaltszenen, doch im Grunde erzählt der Film die Geschichte eines Freiheitskampfes - ein Thema, das in jedem Genre nie aus der Mode kommt.
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