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Splendid Entertainment The Good, the Bad, the Weird

 

Oriental Western: Duell  für  drei

Ein schweigsamer Kopfgeldjäger, ein grinsender Mörder und ein Halunke mit neun Leben auf Schatzsuche, das sind die Zutaten zum koreanischen Western "The Good, the Bad, the Weird". MAX hat sich die DVD näher angeschaut.

Von Martin Haldenmair

Früher kamen Western aus den USA. Zu sehnsüchtigen Chorgesängen eroberten tapfere Männer den Westen, schossen böse Indianer über den Haufen und schlossen schmachtende Frauen in die Arme. Dann drehten Italiener Geschichten über gebrochene Helden mit Mundharmonika an den Lippen und ein Maschinengewehr im Sarg.

DVD: Western

The Good, the Bad, the Weird

von Splendid Entertaiment

Regie: Ji-woon Kim
Besetzung: Kang-ho Song, Byung-hun Lee, Woo-sung Jung
Land: Republik Korea
Jahr: 2008

Bewertung:


Nun entdeckt das asiatische Kino das alte Genre neu und stürzt sich unbekümmert auf alles, was dem Western-Fan heilig ist. Das neueste Experiment stammt vom koreanischen Regisseur Ji-woon Kim und ist eine hochgetaktete Hommage auf "Zwei Glorreiche Halunken", international als "The Good, the Bad, and the Ugly" bekannt.

Fiasko im Niemandsland

Die Mandschurei der 30er Jahre: Eine kalte Wüste an der Grenze zum japanisch besetzten Korea. Aus dem Grenzzug will Park Chang-yi (Byung-hun Lee), ein Auftragskiller in immer korrekt sitzenden schwarzen Anzug, eine Schatzkarte stehlen und richtet mit seiner Bande erstmal ein Massaker an. Diese Karte aber hat schon der ganz normale Zugräuber Yoon Tae-goo (Kang-ho Song). Und dann feuert auch noch der Kopfgeldjäger Park Do-won (Woo-sung Jung) los - kurz: der Raubzug wird zum Fiasko.

Wütend jagt der Killer nun dem Kartendieb hinterher, der wiederum dem Kopfgeldjäger in die Hände fällt, der ihn wiederum dafür verantwortlich macht, dass ihm der Killer durch die Lappen ging. Um die Verwirrung perfekt zu machen, ist auch die japanische Regierung nebst Armee und eine mandschurische Reiterhorde an der Karte interessiert. Doch am Ende, man ahnt es schon, bleiben nur die Drei zum großen Showdown übrig.

Taucherglocke und Hammer

"The Good, the Bad, the Weird" setzt ganz klar auf Action. Und es überrascht, wie viele Variationen - und Anlässe - Kim für eine Schießerei findet. Mal schwingt sich ein Schütze am Seil wie Tarzan über den unübersichtlichen Kampfschauplatz. Mal entkommt einer der Helden dem Kugelhagel mit Hilfe einer Taucherglocke. Und manchmal wird ganz absurd mit einem riesigen Hammer zugeschlagen. Blutrünstig wie ein Tarantino-Film, jedoch weit wortkarger reihen sich in hohem Tempo Kämpfe und Verfolgungsjagden aneinander.

Das ist auch die große Schwäche des Films: Die Action besiegt die Logik, gegen Ende werden sogar manche Figuren durch ein Loch in der Handlung entsorgt. Die Vorgeschichten der drei Hauptpersonen - für das Showdown wichtig - ertrinken ebenfalls in der zweistündigen Flut der Bilder. Bemerkenswert ist auf jeden Fall die Kameraarbeit: Frei beweglich und virtuos folgt die Kamera den Figuren, schwebt mal über ihnen und stürzt mal hinter ihnen her, glücklicherweise ohne sinnloses Herumwirbeln.

Herausgekommen ist ein Film wie das koreanische Nationalgericht Kimchi: Heiß, scharf und würzig - und man sieht am besten nicht zu genau nach, was drin ist.

Die DVD erscheint am 29. Januar in der 3-Disc Limited Edition mit aufwendigem Mediabook, Making-Of, alternativen Enden und dem fetzigen Soundtrack.

Lust auf den koreanischen Western bekommen? Sehen Sie mehr Bilder in unserer Bildergalerie zu "The Good, the Bad, the Weird und Filmausschnitte in der Filmgalerie.

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