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Universum The Cabin in the Woods

 

The Cabin in the Woods: Zombiemassaker  für  eine  gute  Sache

In der einsamen Waldhütte am See lauert das Grauen auf fünf Jugendliche (darunter Chris Helmsworth). Alles schon hundert Mal gesehen? Nicht ganz so in "The Cabin in the Woods". Dort wird erklärt, wer eigentlich diese ganzen Spukhütten betreibt.

Von Martin Haldenmair

Fünf Teenager, drei Jungen, zwei Mädchen machen Ferien in einer einsamen Hütte in abgelegenen Wäldern. Was meinen Sie, lieber erfahrener Horrofilmseher, was wird sie wohl heimsuchen? Hinterwälder mit Kettensägen, Fischmenschen, Baummonster oder doch die altbewährten Zombies? Am Ende von "The Cabin in the Woods" werden es alle genannten und noch viel mehr sein. Joss Whedon steckt als Produzent hinter dem Film und er stellt das Horrorfilmgenre intelligent auf den Kopf.

Film: Komödie

The Cabin in the Woods

Drew Goddard

Kinostart: 6. September 2012

Länge: 95 Minuten

Mit: Chris Hemsworth, Anna Hutchison, Kristen Connolly, Drew Goddard, Fran Kranz, Jesse Williams

FSK: ab 16 Jahren

Bewertung:


Das Ritual des Horrorr und des Horror-Sehens

Der Horrorfilmseher ist ein Connaisseur. Es macht nichts, wenn die Zombieherde billig gemacht ist, liebevoll gemacht muss sie sein. Natürlich sollen Menschen sterben, aber entweder kreativ oder mit einer schlauen Anspielung auf einen anderen, geliebten Horrorfilm. Ein guter Horrorfilm ist ein bisschen wie jeder anderer Horrorfilm und trotzdem ganz anders. Und fragen Sie erst gar nicht, wie viele wissenschaftliche Abhandlungen es über die Lust am Horror gibt. Dort werden die Schocker ebenso kleinlich zerpflückt wie von den Fans, allerdings weniger lustig.

Warum sind Horrorfilme sich so ähnlich? Ganz klar, weil fiese Organisationen auf der ganzen Welt die verspukten Orte betreiben. In den USA sind es verwunschene, einsame Hütten. In deren Keller befindet sich ein ganzes Arsenal an Artefakten: ein verfluchtes Tagebuch, ein verfluchtes Hochzeitskleid, eine verfluchte Muschel, ein verfluchtes Puzzle. Jedes Artefakt ruft ein Monster. Man bringe also fünf Teenager in Urlaubsstimmung, mit leichter Alkoholisierung und nicht zu großem IQ (notfalls hilft man da mit Drogen im Haarwaschmittel nach) in die Hütte und warte einfach ab.

Athlet, Bücherwurm, Spinner, Hure und Jungfrau

Die fünf sind: Der athletische Curt (Augenfutter für die Damen Chris Hemsworth, schließlich gibt es bei der Hütte einen See zum Schwimmen), der nicht weniger gut gebaute, etwas belesenere Holden (Jesse Williams), der bekiffte Marty (Fran Kranz), die dank manipulierten Shampoos extrem liebeshungrige Jules (Anna Hutchison) und die vernünftige Dana (Kristen Connolly). Die Zusammenstellung kennen wir. Für uns Zuschauer ist sie eine Trope, für die fiese Organisation Teil des Rituals. Denn der ganze Schnickschnack ist nur dazu da, ein Blutopfer zu bringen. Wem, das verraten wir hier nicht, aber es ist ganz gut, wenn sie durch das Blut weiterschlafen und nicht wieder emporsteigen.

Eine folternde Hinterwäldler-Zombiefamilie beschwören die fünf unbedacht herauf und schnell schlägt der Tod zu (Extrapunkte, wer errät, wer als erstes stirbt). Doch eine der Figuren verhält sich nicht ganz so, wie es die Organisatoren des Rituals erwarten und bringt alles durcheinander. So dringen die Überlebenden in die Basis der Organisation vor. Bei der Menagerie der Monster, die dort unten bereit gehalten wird, kann der Horrorfilmfan den Notizblock zücken und eine Strichliste aufmachen: Monster aus "Hellraiser", aus "The Shining", "The Strangers", "The Evil Dead", ... und dann noch ein ominöses Wesen namens Kevin. Irrsinnig und blutig wird dieser letzte Teil des Films.

Ein Horrofilmfan im Registuhl

Die Idee ist clever, die Umsetzung etwas rumplig. Vor allem, wenn sich der Horror noch ganz normal entfaltet und der Film versucht, alle denkbaren Klischees einmal anzusprechen, geht etwas der Drive verloren. Das letzte Drittel in der Monstermenagerie entschädigt für den müden Mittelteil. Joss Whedon, der Produzent von Serien wie "Buffy" und Regisseur von "The Avengers" kennt sich mit Popkultur aus und schrieb am Drehbuch mit. Regieneuling und Horrorfan Drew Goddard setzte die Idee mit viel Zitaten aus anderen Filmen um.

Herausgekommen ist eine Persiflage für den Horrofilm-Connaisseur, der sich bei viel Blut amüsieren will und für den Filmwissenschaftler, der einen Aufsatz über die Mechanik des Horrors schreiben möchte.

Machen Sie eine Tour durch das Rom der Affären in der Bildergalerie zu "The Cabin in the Woods". Den Trailer zum Film können Sie hier sehen.

Weiterführender Link: Homepage des Films "The Cabin in the Woods"
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