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Universal Ted

 

Ted: Wilder  Teddy,  brave  Menschen

Gewagt möchte Seth McFarlanes Film sein. Doch im Grunde ist die Komödie um einen rüden Teddybären harmlos. Zu sehr verlässt sie sich auf die Schockwirkung einnes derb plappernden Kuschelwesens und vernachlässigt die Menschen im Film.

Von Martin Haldenmair

Seth McFarlane ist der Erfinder der Serien "Family Guy" und "American Dad". Es sind jeweils um eine dieser ganz normalen, grenzpsychotischen amerikanischen Familien und all diese Familien haben immer ein nichtmenschliches, Mitglied. In "Family Guy" ist es ein sprechender Hund, und in "American Dad" sind es ein Alien und ein sprechender Goldfisch. In seinem ersten Kinofilm ist es ein sprechender Teddybär, der zwei Menschen daran hindert, eine amerikanische Familie zu werden.

Film: Science Fiction

Prometheus

Ridley Scott

Kinostart: 9. August 2012

Länge: 124 Minuten

Mit:
Noomi Rapace, Michael Fassbender, Charlize Theron
FSK: ab 16

Bewertung:


Der kuschelige Trash-Promi

John (Mark Wahlberg) und Lori (Mila Kunis) heißen diese beiden Menschen. Lori ist eine vernünftige Person (abgesehen davon, dass sie Bier mit Fruchtgeschmack kauft) mit einem guten Job. John ist ein großer Kindskopf mit einem schlechten Job. Die Ursache für dessen Kindsköpfigkeit ist Ted. Der Bär wurde eines Weihnachtsmorgens plötzlich lebendig und begleitet ihn seitdem durchs Leben.

Als Folge des Weihnachtswunders wurde der Bär kurzfristig zur Berühmtheit, die durch Talkshows tingelte, mittlerweile ist er nur mehr ein hedonistischer, vulgärer, pelziger Zwerg, der außer Joints und Frauen (menschliche) nicht viel im Kopf hat.

Gute Grundidee für eine Konödie - fehlen nur die Gags

Das ist typischer, beißender Seth-MacFarlane-Humor: Ein Kinderwunsch wird unter schwärmerischen Kommentar eines Erzählers (im Original Patrick Stewart) und viel Weihnachtsmusikschmalz wahr, doch das Ergebnis ist nur ein asozialer Ex-Promi. Ein Kind, das mit so einem Geschöpf aufwächst, kann ja nur ein Verlierer werden.

Das ist ein verdammt gutes Setting für eine Komödie und der Beginn des Films, der vollgestopft mit mehr oder wenige politisch korrekten (und einem garantiert unkorrekten) Gags ist macht Lust auf mehr. Leider aber gehen "Ted" danach schnell die Witze aus. Ted benimmt sich unmöglich, John unreif und Lori beklagt sich oder findet Johns kindliche Sprüche plötzlich doch totl anrührend. Es ist wohl so, dass die Grundidee für eine Folge von "Family Guy" gut gewesen wäre. Die dauert 30 Minuten, der Film aber das dreifache.

Absurde Witze zünden

Um die Zeit zu füllen, hat es dann wohl jeder Einfall aus dem Brainstorming ins fertige Skript geschafft. Die Geschichte selbst - John versucht erwachsen zu werden und bringt Ted dazu, sich eine eigene Wohnung und einen eigenen Job zu suchen - ist dabei solid (wenn auch nicht besonders neu) und durchaus mit guten Episoden angereichert.

Wenn der Erzähler bei seinem Preis für das Weihnachtswunder plötzlich in eine fast schon erotische Beschreibung eines Apache-Kampfhubschraubers abschweift oder gegen Ende ein paar unerwartete Gemeinheiten gegen Superman-Darsteller und Twilight-Werwolf Taylor Lautner abgibt. Oder wenn der superreiche Konkurrent Johns sich in eine absurde Verehrung für den kaum bekannten Schauspieler Tom Skerritt ergeht. Oder wir von der Handlung in Johns Wachtraum wechseln, in dem er zusammen mit Sam J. Jones, dem Star des 80er-Trash-Klassikers "Flash Gordon" eng aneinander geschmiegt durch den Weltraum gondelt. Oder wenn Ted sagt, dass er angenehme Nachbarn habe, die zwar Chinesen seien, aber keinen Gong hätten.

Gewagt, aber nicht gekonnt

Die meisten dieser Episoden sind Non-Sequiturs, also kleine absurde Einsprengsel, für die auch "Family Guy" berühmt sind (in der Serie "South Park" wird erklärt, dass diese Gags von Sehkühen geschrieben werden). Dazwischen sind leider eine ganze Menge Episoden und Dialoge, die nur so tun, als seien sie witzig, nur weil in ihnen über Schwule, Dicke oder Nervenkranke hergezogen werden. "Politisch unkorrekt" kann man das dann nennen und über diese angebliche Tabuverletzung lachen. Oder eben nicht, denn es wäre halt einfach nett, wenn diese "politisch unkorrekten" Sprüche auch noch eine Pointe hätten.

So karriolt "Ted" einen Großteil des Films ohne Antrieb durch das abschüssige Terrain des derben Humors. Gelegentlich gelingt ihm dabei ein richtig guter Gag, doch am Ende geht im völlig die Kraft aus und er schließt ganz zahnlos enttäuschend versöhnlich ab.

Mehr vom Film sehen Sie in der Bildergalerie zu "Ted" und im Trailer zum Film.

Weiterführender Link: Homepage zum Film "Ted"
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