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Sony Pictures James Bond Skyfall

 

Skyfall: Bonds  Auferstehung

Das "James Bond"-Franchise war vor zwei Jahren fast tot, das Studi MGM de facto Pleite. Zum 50. Geburtstag kehrt Bond nun zurück. Kompromisslos und grob wie noch nie. James Bond findet eine neue Richtung.

Von Martin Haldenmair

50 Jahre, können es wirklich schon 50 Jahre sein, können wirklich schon unsere Eltern James Bond gekannt haben? Was haben Schriftsteller Ian Flemming und Filmproduzent Albert Romolo Broccoli (ja, er hieß wirklich so) denn da erfunden, das seit 50 Jahren und über 20 Filmen funktioniert? Bond, James Bond, ist unsterblich.

Film: Action

Skyfall

Sam Mendes

Kinostart: 1. November 2012

Länge: 143 Minuten

Mit: Daniel Craig, Javier Bardem, Judy Dench, Ralph Fiennes, Naomie Harris, Bérénice Marlohe
FSK: ab 12

Bewertung:


Die Figur überlebt unmögliche Katastrophen, das Franchise sogar den Bankrott des Studios MGM. Dessen finanzielle Probleme warfen den 23. Film komplett aus der Bahn, doch als sich ein Jahr später das Studio saniert hatte, wurde der Film - um ein paar exotische Spielorte ärmer allerdings - wiederbelebt. Der Himmelssturz (so könnten wir "Skyfall" übersetzen) bekam so den Auftrag, zum 50. Jubiläum Bond in neue Höhen zu tragen. Die Mission ist geglückt.

Bonds Heimat wird angegriffen

In "Skyfall" kommt der Terror nach Hause. Der MI6 selbst wird Ziel von Attacken. Zunächst verschwindet ein Datenträger, der die Identitäten aller in Terror-Organisationen eingeschleusten Agenten enthält. M (Judy Dench) ist so versessen darauf, den Diebstahl zu verhindern, dass Bond nicht einmal verwundeten Kollegen helfen kann. Es hilft alles nichts, Bond wird von einem "friendly fire" getroffen und der Dieb entkommt. Die strenge Leiterin des Geheimdienstes ist zunächst der Focus des Films, denn nach dem Fiasko muss sie sich einer Untersuchung stellen, an deren Ende - so hat es dessen Leiter Gareth Mallory (Ralph Fiennes) schon bestimmt - sie in den Ruhestand geschickt werden soll. Denn der Geheimdienst alter Schule mit "00"-Spezialgenten sei sowieso überholt. Dann wird auch noch ein Anschlag auf das Hauptquartier verübt. Das Signal für Bond, von den Toten zurückzukehren.

Der MI6, den er vorfindet hat sein Notfallbüro in Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg bezogen. Düster und trüb und voller Schatten ist das glorreiche Agentenleben geworden, und Bond selbst ist auch nicht gerade in Topform. Was hilft's? Auf in den Kampf, es gilt den Dieb zu finden und seinen Auftraggeber. Zur Seite stehen ihm Agentin Eve (Naomie Harris) und die geheimnisvolle Sévérine (Bérénice Marlohe), die voller Furcht dem Mann dient, der die Fäden in der Hand hält, der sowohl mit hochmodernem Cyberkrieg als auch guten alten Kugeln den MI6 und vor allem dessen Leiterin vernichten will: Silva (Javier Bardem).

Mutige Entscheidungen

Im letzten Drittel des Films wird es dann persönlich für Bond. Wir erfahren - das gab es noch nie - ein paar Dinge über seine Hintergrundgeschichte und über seine Beziehung zu M. Hier wird nun endlich gelöst, was das Wort "Skyfall" heißen soll. Dort stürzt der Himmel ein über Bond, über M und letztendlich auch über Silva. Was aus den Trümmern herauskommt - ist der Cliffhanger zu einem neuen Bond.

Schrieben wir es nochmal, denn es ist unerhört: Bond bekommt eine Hintergrundgeschichte. Nach 50 Jahren. Das ist mutig. Genauso, wie sich von den lieb gewonnenen Spielereien zu verabschieden - der neue Q (Ben Whishaw) sagt es deutlich "explodierende Stifte machen wir nicht mehr".

Neues und Altes geschickt verbunden

Mit dem dritte Craig-Bond geht es weiter auf dem Weg des "realistischeren" Bonds, des einfacheren Menschen James Bond, ohne dabei aber beim Actionspion Jason Bourne zu landen. Denn die Agenten in "Skyfall" erinnern sich mit Wehmut an die alten Zeiten und dann und wann taucht ein Satz oder ein Objekt aus jener glorreichen Bond-Vergangenheit aus. Ganz besonders angetan hat uns dabei ein Auto, ein legendäres Auto, ein Auto, das wir zuletzt in "Goldfinger" gesehen haben.

Diese Momente der Nostalgie sind in den Film integriert, ohne aufgesetzt zu wirken. Und am Ende sind einige Dinge ganz organisch wieder so, wie zu Zeiten Sean Connerys. Das Drehbuchteam Neal Purvis, Robert Wade und John Logan kennt das Bond-Universum ganz offensichtlich.

Ein perfekter Gegenspieler

Musiker Thomas Newman verbindet breite symphonische Klänge aus der alten Bond-Zeit mit modernen Beats und Kameramann Roger Deakins ("True Grit") fasst die Geschichte in farbenprächtige, in die Breite gehende Bilder - ganz klassische Filmaufnahmen eben. Ganz groß ist Javier Bardem als leicht zu unterschätzende Bösewicht, der die meiste Zeit wie eine mindergefährliche Knalltüte wirkt - nur um dann sich an Heath Ledgers Joker anzulehnen.

"Skyfall" ist ein Rundumschlag: ein Jubiläumsfilm, der Altes beseitigt, Neues andeutet und noch dazu sich rechtfertigen möchte, warum ein Agent wie James Bond noch einen Platz im Kino hat. Er ist dementsprechend lang. Über zwei Stunden dauert der 23. Bond, doch hält er die Spannung recht gut durch. Das einzige, das bei diesem komplizierten (ehrlicherweise müssen wir sagen: extra verkomplizierten) Plot zum Kürzen übrig geblieben wäre, wären die Verfolgungsjagden gewesen. Was ja auch keiner will. Die Liebe fällt ein wenig unter den Tisch. Ja, es gibt eine Szene mit einem Bondgirl, doch wirkt sie eher wie eine Pflichtübung. Missen möchten wir sie natürlich trotzdem nicht. Wir wissen, was zu unserem Bond gehört.

Mehr von 007, dem Bondgril und dem Bösewicht sehen Sie in unserer Bildergalerie zu "Skyfall", den Trailer zum Film können Sie hier ansehen.

Weiterführender Link: Offizielle Seite zum Film "Skyfall"
PASSENDES IM NETZ
 

Skyfall

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