Russell Crowe: Bis einer weint
Russell Crowe, 43, ist bisher nicht durch Zurückhaltung aufgefallen, wenn ihn etwas genervt hat. Ist er also ein Rüpel? Da muss er doch mal ganz heftig widersprechen ...
Von Andreas Renner
MAX: Herr Crowe, im Film "American Gangster" spielen Sie einen Cop, der gegen Korruption kämpft. Privat genießen Sie ja eher das Raubein-Image ...
Crowe: Hören Sie auf, ich kann's nicht mehr hören. Früher habe ich mich höllisch darüber aufgeregt, wenn man mich den "wilden Muskelmann" nannte. So ein Quatsch. Aber ich bin auch viel ruhiger geworden und lasse ich mich nicht mehr so schnell provozieren. Deswegen gefällt mir die Rolle des Guten in Ridley Scotts Film. Wer weiß, vielleicht wandelt sich mein Image ja nun vom Haudegen zum Vorbild Russell Crowe. Mir würde das jedenfalls gefallen.
MAX: Machen Sie Yoga oder haben Sie einen Guru?
Crowe: Nein, das Zauberwort lautet Familie. Meine Frau und meine beiden Söhne bedeuten die Welt für mich. Alles andere muss sich künftig unterordnen. Jeder Tag, an dem ich nicht bei meiner Familie sein kann, ist ein verlorener Tag. Daher bin ich jetzt sehr wählerisch, für wen oder was ich das Haus verlasse.
MAX: Der Gladiator ist nun ein friedlicher Familienmensch?
Crowe: Ich war schon immer sensibel und zärtlich. Fragen Sie meine Frau. Aber ich kann meine Herkunft ja auch nicht verleugnen. Ich bin in Neuseeland und Australien als Kind einer Arbeiterfamilie aufgewachsen, und mir wurde nichts geschenkt. Vor allem im Filmgeschäft. Ich stand oft unter enormem Druck und habe manchmal vielleicht zu krampfhaft versucht, anders zu sein. Ich habe einfach ein gewisses Problem damit, mich unterzuordnen. Mein Sturkopf hat in der Öffentlichkeit wohl dieses Bild von mir geprägt. Ich bin emotionaler, als die Leute denken.
MAX: Wann haben Sie das letzte Mal geweint?
Crowe: Bei meiner Hochzeit und bei der Geburt unserer Söhne Charles und Tennyson. Meine Familie hat mich definitiv verändert.
MAX: Ist es schwierig, mit Russell Crowe verheiratet zu sein?
Crowe: Meine Frau Danielle würde jetzt sicher sofort mit Ja antworten. Jede Ehe ist schwierig. Zwei Menschen, die versuchen, ein gemeinsames Leben zu gestalten - darin verbirgt sich vom ersten Tag an eine riesige Herausforderung. In unserer Ehe kommt erschwerend hinzu, dass wir beide kreative Menschen mit eigenem Kopf sind. Dani ist ebenfalls Künstlerin. Sie macht Musik, die ich oft nicht verstehe. Manchmal macht sie mich völlig verrückt damit, weil ich einfach keine Ahnung habe, wovon ihre Songs handeln.
MAX: Welches Bedürfnis dürfen Sie uneingeschränkt in Ihrer Ehe ausleben?
Crowe: Meine Leidenschaft für Musik und Rugby. Mit meiner neuen Band The Ordinary Fear of God trete ich gelegentlich in kleinen Bars auf. Gemeinsam mit einigen Freunden habe ich mir 2006 das Rugby-Team South Sydney Rabbitohs gekauft. Das ist ein australischer Traditionsverein, der seit hundert Jahren existiert. Das Team hat in den vergangenen 18 Jahren sportlich nicht mehr viel gerissen, wir bringen den Club jetzt wieder nach vorn und haben schon einiges erreicht. Ich freue mich darauf, wenn meine Jungs alt genug sind, um selbst Rugby zu spielen. Ich werde ihnen das Spiel von Grund auf beibringen.
MAX: Interessiert Sie die Schauspielerei noch?
Crowe: Ich habe zumindest nicht mehr den Drang, auf Teufel komm raus Filme drehen zu müssen. Und ich empfinde das gute Gefühl, niemandem mehr etwas beweisen zu müssen. Wann immer ein gutes Drehbuch bei mir landet, entscheide ich im Einzelfall, ob ich mir die Strapazen der langen Reisen und monatelangen Dreharbeiten noch antun will. Jedenfalls quäle ich mich nicht mehr bis an meine körperlichen Grenzen wie früher. Und eines Tages führe ich auch mal Regie.
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Leser-Kommentare (1)
Russell Crowe
Wann gibt es den 2. Teil von Robin Hod mir Russell Crowe? Der Film hat mir sehr gut gefallen!!





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