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Warner Bros. RocknRolla

 

RocknRolla: Der  schnellste  Quickie  der  Welt

Die Trennung von Madonna hat Guy Ritchie gut getan: Endlich hat er einen Film gedreht, der so derb ist wie "Snatch", so verschachtelt wie "Bube, Dame, König, Gras" - und auch noch die rasanteste Sexszene der Filmgeschichte bietet!

Von Michael Suck

Wir haben es doch schon immer gewusst: Immobilen- und Finanzinvestoren sind Ganoven. Nicht bei allen ist das allerdings so offensichtlich wie bei den Kleinkriminellen "One Two" (Gerald Butler) und "Mumbles" (Idris Elba), die zu Grundstücks-Spekulanten aufsteigen wollen. Aber da gibt es ja auch noch den bösen Geldverleiher und Gangsterchef Lenny, einen bestechlichen Stadtrat und einen reichen Russen namens Roman, der wohl nicht ganz zufällig einem gewissen Roman Abramowitsch verdammt ähnlich sieht.

Film: Action

RocknRolla

von Warner Bros.

Regie: Guy Ritchie
Besetzung: Gerald Butler, Idris Elba, Tom Hardy
Kinostart: 19.03.2009

Bewertung:


Keine Frage: Da sind sie wieder versammelt, die boshaften Figuren aus dem Panoptikum des Guy Ritchie. Im Grunde handeln seine Filme ja immer wieder vom dunklen Sog, dem niemand entkommen kann, wenn das Chaos erst mal seine Wirkung entfaltet. Nichts anderes passiert auch in "RocknRolla": Die Kleinganoven werden vom Großganoven ausgetrickst. Doch der hat selbst Probleme, weil ihm ein Gemälde abhanden kommt, dass dem Oligarchen gehört. Letzterer wiederum möchte auch gern bauen, doch das nötige Schmiergeld wird ihm geklaut - von den Kleinkriminellen One Two und Mumbles.

Drei Sekunden Sex

So schließt sich der (Teufels)Kreis, und die wilde Hatz kann beginnen. Und wie bei Guy Ritchie üblich, wird die Geschichte noch mit skurrilen Randfiguren bevölkert, die alle ihren großen Auftritt bekommen, selbst wenn sie nach fünf Minuten wieder erschossen werden. Da gibt es etwa die zwei russischen Killer, die sich gegenseitig ihre Kriegsnarben zeigen. Oder den Sohn des Gangsterbosses, der eine philosophische Rede darüber hält, dass das Leben keinesfalls wie eine Schachtel Pralinen ist, sondern eher wie eine Schachtel Zigaretten.

All diese Figuren jongliert Ritchie traumwandlerisch durch die Handlung, ohne dass der Film auch nur eine Sekunde langweilig wird. Was ihm dabei aber nicht ganz gelingt, ist die Fokussierung auf eine Hauptfigur. Eigentlich soll ja One-Two-Darsteller Gerald Butler, der schon in "300" einen Führer mimte, den Plot zusammenhalten. Aber Butlers Figur wirkt erst dann so richtig präsent, wenn im letzten Drittel des Filmes die Scherben des Chaos wieder zusammengefegt werden. Dann gibt es auch die schönste Szene dieses rasanten Films: Ein Schäferstündchen zwischen One-Two und seiner Gespielin. Das dauert bei Ritchie genau drei Sekunden und vier Schnitte, in denen es drei "Aahs" und einen Reißverschluss zu sehen gibt - schneller war eine Quickie auf der Leinwand noch nie.

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