Quentin Tarantino: "Ich bin kein Freak"
Quentin Tarantinos neues Werk "Death Proof - Todsicher" ist ein großartiger Actionfilm mit mörderisch gut aussehenden Powerfrauen und atemberaubenden Stunts! Mit uns sprach der US-Regisseur über nackte Füße, Sex im Kino und Liebeskummer.
Von Ulli Lössl
MAX: Herr Tarantino, in Ihrem neuen Film "Death Proof - Todsicher" zeigen Sie wieder mal ein Close-up von nackten Frauenfüßen - diesmal sind es die von Sydney Tamiia Portier. Stimmt es, dass alle Schauspielerinnen mit nackten Beinen und in Flipflops zum Vorsprechen kommen mussten?
Tarantino: Okay, okay. Ich gebe es zu: Nackte Füße üben durchaus einen sehr starken sexuellen Reiz auf mich aus. Aber wenn ich daran denke, welche anderen Regisseure auch ganz verrückt nach nackten Füßen waren wie etwa Alfred Hitchcock, Luis Buñuel oder Sam Fuller, dann befinde ich mich in guter Gesellschaft. Außerdem sind alle Fußsequenzen dramaturgisch sehr wohl begründet (lacht). Aber ganz abgesehen davon finde ich, dass lange Beine und knackige Ärsche ziemlich zeitlos sind!
MAX: In "Death Proof - Todsicher" gibt es allerdings keine nackten Frauen...
Tarantino: ...und ich hoffe wirklich, dass die Leute deshalb nicht ihr Geld zurückfordern. Aber ich habe sie so sexy wie möglich angezogen. Und der Lapdance kann sich doch wirklich sehen lassen, oder?
MAX: Trotzdem erstaunlich, dass es in keinem Ihrer Filme eindeutige Sexszenen gibt. Sie spielen doch sonst mit allen Genres genüsslich herum - haben Sie Angst vor Sex im Kino?
Tarantino: Überhaupt nicht. Ich hatte schon sehr guten Sex im Kino. Meistens in der letzten Reihe. Aber ganz im Ernst. Eine richtige Sex- oder Liebesszene zu drehen, da habe ich mich tatsächlich noch nicht richtig rangetraut. Ich weiß eigentlich auch gar nicht genau, warum. Aber es kann sehr gut sein, dass ich mir eines Tages den Sexploitation-Film vornehme, und dann - das verspreche ich hiermit - wird es keine Tabus geben.
MAX: Mit Gewaltdarstellungen haben Sie nicht so viele Skrupel.
Tarantino: Das stimmt. Mir haben Gewaltdarstellungen im Kino schon immer den besten Thrill gegeben. Ob das nun Kung-Fu-, Samurai-, Slasher-, Horror-, Western-, Grindhouse- oder was weiß ich für Filme waren.
MAX: Wie würden Sie das Genre Ihres neuen Films nennen?
Tarantino: In meinen Augen ist "Death Proof - Todsicher" ein Splasher-Film, in dem der Killer statt eines Messers eben sein Auto benutzt, und ein Car-Chase-Movie in einem. Ich wollte allerdings nicht irgendeine lahme Autoverfolgungsjagd machen, sondern eine, bei der der Zuschauer das Gefühl bekommt, ganz nah dabei zu sein. Also keinen Computerkram, sondern the real thing.
MAX: Was hören Sie, wenn Sie frisch verliebt sind?
Tarantino: Popsongs. Partridge Family, David-Cassidy-Songs oder Sachen von Britney Spears.
MAX: Britney Spears? Und da wundern Sie sich, dass Sie ein Nerd-Image haben?
Tarantino: Meistens bezieht man das zwar auf meine filmischen Vorlieben, aber okay. Ich kann damit eigentlich gut leben. Traurig macht es mich dann, wenn mich Leute ganz pauschal als Freak oder als Spinner abstempeln. Das bin ich nun ganz und gar nicht.
Das komplette Interview gibt es in der aktuellen Ausgabe der MAX (08/2007)
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Leser-Kommentare (1)
Freaks
Ich mag Freaks! Und Quentin T bestätigt mich darin wieder! Seine Filme haben mich bis dato immer überzeugt! Bis auf Hostel vielleicht aber da war er ja quasi nur Pate! Und nun gehts morgen erst einmal in Death Proof! Euch auch viel Spass daran





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