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Paramount Paranormal Activity 3

 

Paranormal Activity 3: Warten  auf  den  Schock

Die neueste Ausgeburt der "Paranormal Activity"-Reihe anzuschauen ist, wie eine Studenten-Mensa zu besuchen: Wir haben schon dort gegessen, wissen, was wir von der Einheitspampe zu halten haben, und fühlen uns nachher satt, aber seltsam unbefriedigt.

Von Verena Orth

"Paranormal Activity 3" bedient, statt zu überraschen

Zeitlich siedelt der Film vor den Ereignissen von "Paranormal Activity" und "Paranormal Activity 2" an. Er zeigt anhand alter Videoaufnahmen einen Ausschnitt der paranormalen Kindheit von Katie und Kristi und greift somit die Hinweise auf, die wie Brotkrumen in den ersten beiden Teilen fallengelassen wurden. Da die Kids über eine lange, dunkle Haarpracht verfügen und sich des Nächtens in weiße Hemdchen hüllen, erinnern einige Szenen an asiatischen Kinder-Horror. Auch alles andere hat man schon gesehen: Türen schließen sich mal gähnend langsam, mal krachend schnell, Fernseher schalten sich von selbst ein, Bilder fallen von den Haken, ständig sind schwere Schritte zu hören, seltsame Zeichen schmücken die Wände, Gegenstände entwickeln ein Eigenleben, Satanisten wärmen sich im Vorgarten an einem Freudenfeuer und Personen schweben apathisch in der Luft rum oder werden an den Füßen rücklings über den Boden gezogen. So weit - so langweilig.

Quälend langsame Schwenkkameraszenen und Schrecksuchbilder

Die einzigen erwähnenswerten Neuerungen sind die fast schon komödiantischen Schreckeffekte, die innerhalb der ersten 30 Minuten auf den Zuschauer abgefeuert werden. Der Film nimmt sich also selbst wenig ernst (und das zu Recht).

Des Weiteren haben sich die Macher etwas Nettes für die Kameras einfallen lassen. Natürlich montiert der Mann des Hauses nach den ersten unheimlichen Geschehnissen überall Kameras. Darunter auch ein schwenkbares Modell, das dem Publikum doch einiges an Nerven abverlangt: Quälend langsam, aber stetig wandert das Bild zwischen der offenen Küche und dem schummerigen Eingangsbereich hin und her und hin und her und .... nunja. Wir wissen genau, was zu erwarten ist: Etwas Unheimliches befindet sich im Flur, dann gleitet das Bild langsam zur Küche, um gerade noch einen Blick auf die blonde Babysitterin zu erhaschen, die nichtsahnend am Küchentisch sitzt (oh mein Gott, was mag jetzt wohl passieren?), bevor die Kamera unerbittlich zurück wandert zum (oh Wunder oh Wunder) jetzt leeren Flur und (klar) wieder zur Küche, wo nun unweigerlich etwas passieren muss: BAMM! Schockmoment!

Obwohl das niemanden wirklich überraschen kann, funktioniert dieses Prinzip. Genauso wie die anderen Aufnahmen, die hauptsächlich stille Räume zeigen - sozusagen die Ruhe vor dem Sturm. Das Publikum wird dazu angehalten, das Bild panisch nach Anzeichen paranormaler Aktivitäten abzusuchen - hing dieses Bild schon immer so schief, hebt sich jetzt die Bettdecke durch Dämonenhand, wackelt dort nicht der Stuhl, spiegelt sich da etwa jemand im Fenster? - um dann mit einem Schrecken belohnt zu werden.

Ein untoter Gaul

Alles in Allem funktioniert der Film durch die permanente Spannung, die so erzeugt wird. Jedoch ist die Story fade und voraussehbar und bietet im Gegensatz zum ersten "Paranormal Activity"-Film nichts Neues. Dieses Pferd ist totgeritten. Wer sich jedoch nur mal kurz mit Schrecksekunden vollstopfen will, wird mit "Paranormal Activity 3" zufriedenstellend bedient. In Deutschland sahen ihn am Startwochenende 266 000 Besucher, davor in der Preview 37 000. Vor Konkurrenten wie "Real Steel" oder "Die Abenteuer von Tim und Struppi" muss sich der Film damit nicht verstecken. Da liegt die Vermutung nahe, dass der tote Gaul noch einmal exhumiert werden wird - nichts bleibt lange tot im Horrorfilm - um mit einem vierten Teil noch mehr Geld aus leicht abzuspeisenden Zuschauern herauszuquetschen. Wohl bekomm's.

Ganz anders unsere Meinung zum ersten Film der Reihe - aber da war die Idee auch noch neu. Lesen Sie mehr im Rückblick auf "Paranormal Activity".


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Leser-Kommentare (3)
Ak47 (21.11.11 - 07:09)
Neeeee

Der film ist absolut schlecht. 45 minuten passiert ma nix ausser knallen und erdbeben. Dann 2 versuche zu schocken. Kinoeintritt umsonst bezahlt. Für mich die goldene Himbeere.

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