Paranormal Activity 3: Verfluchte Kamera
Spuk, Hysterie und Video - MAX hat sich den innovativsten Schocker des Jahres angeschaut.
Von Martin Haldenmair
Auf dem verrauschten Amateurvideo taucht eine Tür auf. Sie bewegt sich. Den Kinozuschauern stockt der Atem. Kein Wunder, sie sehen einen Horrorfilm. Doch dieser Schocker - "Paranormal Activity" - kommt ganz ohne Splatter, ohne Blutfontänen und geknackte Schädel aus. Warum zittern Erwachsene im Kino, wenn sich auf der Leinwand eine Tür einige Zentimeter bewegt? Der Low-Budget-Thriller "Paranormal Activity" von Regie-Neuling Oren Peli beweist, dass Gruseln im Kino auch ohne grelle Spezialeffekte und geschminkte Zombie-Darsteller funktioniert.
Film: Horror
Paranormal Activity
von Paramount Pictures
Regie: Oren Peli
Besetzung: Katie Featherston, Micah Sloat, Mark Fredrichs
Kinostart: 19.11.2009
Bewertung: ![]()
Was also ist so schrecklich an dieser Tür in diesem Vorstadthaus? Doch der Reihe nach. Katie (Katie Featherstone) und Micah (Micah Sloat), ein Pärchen Anfang 20, wohnen seit Kurzem in einem großen Haus im kalifornischen San Diego. Das Leben könnte nicht besser laufen, würde ihre Nachtruhe nicht durch seltsame Geräusche gestört. Micah, Technikfreak und gutverdienender Börsenmakler kauft sich eine professionelle Videokamera, um mit ihr die Paranormale Aktivität im Schlafzimmer festzuhalten. Nur was das Objektiv von Micahs Kamera einfängt, kommt auf die Kinoleinwand. Seine Aufzeichnungen sind der Film, den Regie-Autodidakt Peli für gerade mal 15 000 US-Dollar in seinem Privathaus mit zwei Laiendarstellern aus dem Internet drehte.
Tagsüber schleppt der technikbegeisterte Yuppie die Kamera zur Irritation seiner Freundin quer durch das ganze Haus. Wen dieses Prinzip der Kameraführung an Filme wie "Blairwitch Project" und "Cloverfield" erinnert, der liegt richtig. Doch Peli verfeinert den klaustrophobischen Blick der Kamera mit zwei interessanten Ideen. Der erste Kniff: "Paranormal Activity" spielt ausschließlich im Haus des Paares. Das konzentriert die Handlung auf ein paar Zimmer, die bald so vertraut sind, dass jede Änderung wie eben eine zufallende Tür dem Zuschauer ebenso unheimlich erscheinen muss wie den Bewohnern. Der zweite Trick: Anders als die beiden geistigen Vorgänger verlässt sich "Paranormal Activity" nicht allein auf die wacklige Handkamera. Nachts stellt Micah die Kamera auf ein Stativ. In dieser unbeweglichen Einstellung lässt sich der Film viel Zeit, gerade immer ein bisschen mehr als erwartet, bis der Spuk erneut beginnt. Schnappt sich Micah die Kamera, um in den anderen Räumen nachzuforschen, werden die Bilder wieder hektisch wie in J.J. Abrams' Monsterfilm "Cloverfield". Nur ist Hektik in Pelis Horrorfilm nicht die Norm, sondern sie steigert die Spannung zusätzlich.
Irgendwann dämmert es dem Zuschauer, dass es die Kamera an dem Fluch nicht unschuldig ist. Die leicht hysterische Katie begreift schnell: Die Kamera und Micahs Besessenheit, das Unerklärliche damit zu festzuhalten und zu kontrollieren, ziehen das paranormale Phänomen in ihrem Haus erst richtig an und geben ihm die Kraft, ein Spiel zu spielen. Dabei warnt ein herbeigeholter Spezialist für Geister sehr früh im Film: Was auch immer die beiden heimsucht, ist kein einfacher Geist, sondern etwas Bösartiges, das man auf keinen Fall provozieren sollte.
Natürlich kommt das Ende nicht gerade überraschend und auf dem Weg dorthin springt die Geschichte wagemutig über das eine oder andere Logikloch (zum Beispiel warum man in ganz Kalifornien keinen Spezialisten für Dämonen auftreiben kann, während Spezialisten für Geister offenbar im Telefonbuch stehen). Auch das Spiel der beiden Laiendarsteller vermag nicht in jeder Szene zu überzeugen, allerdings erhielten die beiden auch nur jeweils 500 Dollar Gage. Dennoch müssen die beiden Schauspieler die komplette Geschichte tragen, was ihnen größtenteils durchaus gelingt. Als verliebtes Pärchen sind die beiden ebenso glaubwürdig wie in ihrem Entsetzen vor dem überirdisch Bösen. Technisch aufwendig ist nur die Tonkulisse, an deren Erstellung doppelt soviel Leute beteiligt waren, wie an den Bildern des Films. Jedes leise Knirschen, unheimliche Dröhnen und plötzliche Poltern des verwunschenen Hauses wird genau eingefangen und trägt so zur unheimlichen Atmosphäre bei.
Mit einfachsten Mitteln entfaltet "Paranormal Activity" so eine Sogwirkung, die den Film - mit ein paar Abstrichen - zu einem hoch spannenden Erlebnis macht. Pelis Sparkurs hat sich übrigens ausgezahlt. In den USA hat der Horror aus dem Schlafzimmer bereits über 100 Millionen Dollar eingespielt.
Zum Trailer von Paranormal Activity.
Mehr von dem Low-Budget-Horrorstreifen sehen Sie in unserer Bildergalerie.
Was sonst noch läuft und was demnächst startet, sehen Sie in unserer Galerie der Filmtrailer.
- Hier können Sie einen passenden und weiterführenden Link zum Thema vorschlagen.
Leser-Kommentare (3)
Neeeee
Der film ist absolut schlecht. 45 minuten passiert ma nix ausser knallen und erdbeben. Dann 2 versuche zu schocken. Kinoeintritt umsonst bezahlt. Für mich die goldene Himbeere.
BEITRAG SCHREIBEN
Paranormal Activity 3
Paranormal Activity
Film-News
Trailer der Woche
Marvel's The Avengers: Black Widow schlägt zu ![]()
Prometheus - Dunkle Zeichen: Prometheus - Dunkle Zeichen ![]()
Darkshadows: Johnny Depp als Vampir ![]()
Men in Black 3: Men in Black 3 ![]()
Die Piraten - Ein Haufen merkwürdiger Typen: Die Piraten - Ein Haufen merkw ![]()
The Whistleblower: The Whistleblower ![]()
Star Wars 3D: Episode 1 - Die dunkle Bedrohung: Star Wars 3D: Episode 1 - Die ![]()





...mehr




